Review:

Arktis

()

Es wird Frühling. Wer hat da nicht Lust auf frostigen (Black) Metal aus Norwegen, schneidende Kälte und das absolute Maximum der Finsternis? IHSAHN fährt mit seinem aktuellen Album „Arktis.“ erneut extreme wie finstere Geschütze auf und beschert dem Hörer eine wirre und absolut niederschmetternde Reise ins ewige Eis.
Nach mittlerweile sechs Alben dürfte auch mittlerweile der letzte begriffen haben, dass der legendäre EMPEROR-Kopf hier ganz offen seine experimentelle Seite auslebt. Mit dem Opener „Disassembled“ und dem 2015 ausgekoppelten „Mass Darkness“ startet das Album aber zunächst sehr finster. Rasendes Tempo und fiese Screams kontrastieren gut zu dem Clean-Vocals im Refrain und liefern mit gehörigem Black Metal-Anteil einen sehr guten Start in das Album.

Verglichen mit „Das Seelenbrechen“ glänzt die „Arktis.“ zumindest bis hier durch eine sehr leichte Zugänglichkeit. Das etwas seichtere „South Winds“ (in der Arktis?) leitet mit leichtem Industrial-Einschlag eine Art Break ein. So herrschen ruhige Instrumentierung und zarter, verträumter Klargesang in „In The Vaults“ vor. Sehr wirre und fordernde Instrumentierung („Pressure“), heftige Elektronik-Einschübe („Frail“) und wilde Saxophon-Einlagen („Crooked Red Line“)prägen den weiteren Weg durchs ewige Eis, wobei die Clean-Vocals auch meist dominieren. Seinen tatsächlichen Höhepunkt (neben dem starken Start) offenbart „Arktis.“ mit „Celestial Violence“. Hier gelingt IHSAHN eine perfekte Gratwanderung zwischen ruhigen und donnernden Parts mit einer wahnsinnig ergreifenden Atmosphäre.
So bleibt die „Arktis.“ ein relativ zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite gibt es hier sehr (über)fordernde Songs, auf der anderen Seite Songs wo einfach alles stimmt. Als Black-, Dark-, Extreme- Progressive Metal-Fan der Marke ENSLAVED oder BORKNAGAR sollte man hier trotzdem einmal rein hören.
Anspieltipps: „Disassembled“, „South Winds“ und „Celestial Violence“.

Arktis


Cover - Arktis Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 11
Länge: 59:9 ()
Label:
Vertrieb:
Band:

The Great Old Ones

KEINE BIO! www
Review:

The Wound And The Bow

()

Seit nun mehr als vier Jahren definieren Nicholas McMaster und Lev Weinstein von KRALLICE den Death Metal neu. Schreddernde Gitarren-Riffs? Brachiales Tempo? – Fehlanzeige. GERYON lassen E-Gitarren einmal ganz außen vor, setzen auf Weinsteins heftiges Drumming und ersetzen die Gitarrenarbeit durch einen ziemlich krank akzentuierten Bass. Dadurch öffnen sich vollkommen neue Klang-Welten. Einige Post Metal-Passagen, spacige Auswüchse und die wirre, undurchsichtige Instrumentierung (und das mit nur zwei Instrumenten!) lassen das Duo klar in die Exoten-Zone rücken. „The Wound And The Bow“ wirkt ungewöhnlich kalt und abstract. Das Songwriting ist durchweg schwer verschachtelt, was „The Wound And The Bow“ zu keinem leichten Album macht. Gerade das dominante Bass-Spiel ist hier sehr gewöhnungsbedürftig. Punkten können GERYON durch das abwechslungsreiche Schlagzeugspiel, einige atmosphärische Parts („Lys“ und vor allem in „Dioscuri“) und wenn man so will durch ihren eigentümlichen Sound.

Ist die Welt im Hipster-Death Metal angekommen?
„The Wound And The Bow“ liefert die Antwort.

 

 

The Wound And The Bow


Cover - The Wound And The Bow Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 07
Länge: 45:15 ()
Label:
Vertrieb:
Band:

Geryon

KEINE BIO! www
Review:

Hell Can Wait

()

GHOSTWRITER haben es schon immer verstanden, den Fokus in ihrer Interpretation des Hardcore auf eine dunkle Atmosphäre zu legen. Die Berliner sind nicht einfach die x-te Hardcore-Band der Hauptstadt, sondern haben ihren eigenen, unvergleichlichen Stil gefunden. "Hell Can Wait" zeigt das schon im ersten Song klar auf: "The Pariah" ist ein ungestümer, bösartiger Song, in dem nicht nur Gift und Galle versprüht, sondern die Abgefucktheit des Lebens so richtig deutlich gemacht wird. Getragen von gut bratenden Gitarren, einer schönen Kombination aus wild nach vorne gehenden Parts und Moshparts und schlussendlich einem bösartigem Gesang, überzeugt der Einstieg in "Hell Can Wait". "Outlive Me", mit schleppendem Part zu Beginn, kann das Niveau halten und dreht im letzten Abschnitt Tempo-mäßig gut auf. Auch hier zeigen GHOSTWRITER ihr Händchen für die richtige Mischung aus Mosh und Atmosphäre, so schwer und bedrohlich, wie sie die Gitarren im letzten Abschnitt arbeiten lassen. Die folgenden drei Songs hauen - um es kurz zu machen - die gleiche Kerbe. Der Sechsminüter zeigt die Lust am Experimentieren, die in der Band steckt, ohne dass es einen Bruch mit den anderen Songs gibt. Well done!

"Hell Can Wait" wird so zu einer atmosphärisch dichten und musikalisch homogenen Scheibe, mit der ziemlich jedes Hardcore Kid glücklich werden dürfte. Mosh, Heavyness, Anspruch: alles da. Läuft.

 

Hell Can Wait


Cover - Hell Can Wait Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 5
Länge: 19:51 ()
Label:
Vertrieb:
Review:

Good Luck

()

Die aus Madrid stammende All-Girl Formation LIZZIES kommt nach der gelungenen 2013er E.P. „End Of Time“ nun endlich mit ihrem Debutwerk „Good Luck“ um die Ecke. Glück hingegen haben die Damen gar nicht so nötig, denn der Longplay-Einstand kann mit Qualität und Konstanz punkten. Soundtechnisch sehr lebendig vom Schweden Ola Ersfjord eingefangen, überzeugt „Good Luck“ mit neun klassischen Metal Nummern, die mehr als nur einen Hauch NWoBHM-Spirit atmen. Aber auch eine US-Formation wie BLACKLACE kann als Vergleich herangezogen werden (besonders da Frontfrau Elena die Tochter von Maryann Scandiffio sein könnte).

LIZZIES pendeln gekonnt zwischen melancholisch angehauchten Mid-Tempo Nummern („Night In Tokyo“, „Russian Roulette“) und simplen Abgeh-Rockern (das von der E.P. bekannte „Speed On The Road“ oder „One Night Woman“). Besondere Qualitätsschwankungen sind dabei keine zu vernehmen. Die extrem kurzweiligen 32 Minuten vergehen wie im Flug.

Im Vergleich zur E.P. haben LIZZIES hörbar an Sicherheit gewonnen und die eine oder andere Holprigkeit aus ihrem Sound verbannt ohne zu glatt zu werden.

Oder um es anders zu sagen: Die Ur-Mutter des spanischen Metals (SANTA Frontfrau Azuzena) schaut mit Sicherheit mehr als zufrieden von ihrer Wolke, wenn sie sieht wie Combos wie OKER oder eben LIZZIES ihr Erbe weiterführen und in die Welt tragen.

Good Luck


Cover - Good Luck Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 9
Länge: 32:49 ()
Label:
Vertrieb:
Review:

Sleepless

()

ADEPT sind mit "Sleepless" bei Album Nummer Vier angekommen und gehen ihren Weg weiter. Die Schweden experimentieren nicht großartig, sondern konzentrieren sich auf ihren Sound und verfeinern ihn hier und da. Ergibt am Ende eine durchweg solide Metalcoreplatte, die als Einheit wirkt und aus der kein Song herausragt. "Dark Clouds" als poppig-heftiger Song fügt sich ebenso in "Sleepless" ein wie das KORN-lastige (!) "Down And Out" oder das heftige "Wounds". Getragen werden viele Songs vom starken Gesang des Herrn Ljung, der sowohl in den heftigen wie auch in den klar gesungenen Passagen mit Ausdrucksstärke überzeugen kann. Die Gitarrenarbeit ist - wie erwartet - durchweg gelungen und pendelt gekonnt zwischen Göteborg-Gedächtnis-Riffing, starken Hooks und leichten Djent-Anfällen hin und her. Bei Songwriting wissen ADEPT, wie sie Melodie und Härte miteinander verbinden müssen, damit das Ergebnis eingängig ist und sich im Hirn der Hörer festsetzt. "Sleepless" ist, wie gesagt, ein solides Metalcorealbum, mit dem ADEPT-Fans alles richtig machen; gleichzeitig stagniert die Band auf ihrem hohen Niveau und wirkt stellenweise zu routiniert.

 

Sleepless


Cover - Sleepless Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 10
Länge: 42:53 ()
Label:
Vertrieb:
Review:

L.A Darkness

()

"L.A Darkness" ist Album Nummer 12 des One Man Band-Projektes des Franzosen Frédéric Slama mit dem seltsamen, nach dem Genre betitelten Namen AOR. Den Alben Slamas, sprich der Qualität eben dieser sind Schwankungen unterworfen - was nicht zuletzt an den beteiligten Musikern liegt. So konnte mich der Vorgänger "Return To L.A." nur bedingt überzeugen. Das ist heuer anders! Zusätzlich zu den kontinuierlichen Mitstreitern Paul Sabu und Tommy Denander hat Mr. Slama diesmal u.a. auch Jeff Scott Soto (Talisman, W.E.T.) und das Goldkehlchen Steve Overland (FM) gewinnen können. Allein diese zwei Sänger stehen für Melodic Rock "at its best". Aber nicht nur die Perfomance ist wertiger als beim Vorgänger, sondern auch die Songs zünden mehr und treffen diesmal wieder zielsicher das Befriedigungszentrum des geneigten AOR und Melodic Rock-Hörers. Es ist müßig, einen einzelnen Song herauszustellen, denn das ganze Album klingt nach den seligen 80ern, nach der Geburtsstunde des Genres.

Wer sich bis dato von dem plumpen Namen des Projektes, den ewig gleichen Titeln oder dem immer selben Artwork hat abschrecken lassen, sollte heuer darüber hinweg sehen. "L.A Darkness" ist wahrlich ein Tipp für AOR und Melodic Rock-Fans. Dieses Album gehört mit zum besten, was die "Band" jemals veröffentlicht hat.

L.A Darkness


Cover - L.A Darkness Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 10
Länge: 49:18 ()
Label:
Vertrieb:
Review:

No One Can Save You From Yourself

()

Jünger werden wir alle nicht, WALLS OF JERICHO unterstreichen diese Tatsache mit ihren Bandfotos zu "No One Can Save You From Yourself". Ist ja auch viel Zeit seit der letzten Platte vergangen: gute acht Jahre hat sich die Band für ihr fünftes Album Zeit gelassen. Kinder wurden in die Welt gesetzt, mit STICK TO YOUR GUNS durch die Welt gezogen und was Menschen sonst noch machen. Das neue Album zeigt, dass sich WALLS OF JERICHO treu geblieben sind und weiterhin Bock auf High-Energy-Hardcore haben. Genau die Sorte Songs, die die Leute live zum Ausrasten bringt, gab es immer von der Band und gibt es auch weiterhin, das macht der nach dem Intro folgende Start ins Albums, "Illusions Of Safety", klar. Getragen von Candace starker Stimme und einer gnadenlos pumpenden Rhythmusfraktion, gibt es 1:36 Minuten Abriss pur. Starker Einstieg! Der sich anschließende Titeltrack ist etwas Thrash Metal-lastiger, geht aber genau so gut in Ohr und Beine - spätestens mit dem Mid Tempo-Moshpart ist die Sache klar.

"Fight The Good Fight", das mit coolem Sprachsamples eingeleitete "Relentless" und "Forever Militant" schlagen in die gleiche Kerbe und geben Vollgas. Auch wenn WALLS OF JERICHO die Songstrukturen relativ wenig variieren und sich bei den Breakdowns gerne mal wiederholen, macht "No One Can Save You From Yourself" einfach Laune. Es ist, wie jedes WALLS OF JERICHO-Album bislang, eine gnadenlose Ansammlung gnadenlos effizient geschriebener gnadenlos brutaler Hardcore-Songs. WALLS OF JERICHO wissen, wie sie als Band klingen müssen und haben sich einen Haufen guter Songs ins Poesiealbum geschrieben. Beim abschließenden "Probably Will" überraschen die ruhigen Töne und der klare Gesang, als Song zum Runterkommen nach mehr als 35 Minuten Abriss ist es aber genau das Richtige. WALLS OF JERICHO melden sich mit einem mächtig heftigem Album zurück, mit dem sie es allen Nachwuchsbands locker zeigen. Detroit schwingt immer noch einen verdammt großen Hammer! 

 

 

 

No One Can Save You From Yourself


Cover - No One Can Save You From Yourself Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 13
Länge: 40:51 ()
Label:
Vertrieb:
Review:

Kentucky

()

Mit ihrem fünften Album „Kentucky“ streben BLACK STONE CHERRY weiter den US-Durchbruch auf breiter Front an. Das Album legt in Punkto Härte und Sound noch eine Schippe drauf und dürfte vor allem auch auf dem einheimischen Markt damit Airplay und Erfolge erzielen. Dies geht aber schon etwas zu Lasten der Eigenständigkeit und des eigenen Werdeganges und setzt den gewollten Trend der seit 2001 unveränderten Band aus der Kleinstadt Edmonton/Kentucky fort. BLACK STONE CHERRY haben dabei weiterhin ein Händchen für feine Melodien, gute Songs und ordentlich Groove - aber was man durchaus etwas vermissen darf sind die Southern Roots der ersten beiden Alben, die nun endgültig dem Gang zum Modern Metal und Mainstream gewichen sind. Immer wieder kommen einem DISTURBED, aber auch härtere NICKELBACK-Songs in den Sinn – aber doch noch ohne den letzten Rest professioneller Perfektion welche die beiden Genannten auszeichnen. Ich würde BLACK STONE CHERRY wünschen den anstehenden Erfolg – und das Album wird mit Songs wie „Shakin' My Cage“, „Rescue Me“ und „Feelin' Fuzzy“ nach oben gehen - dazu zu nutzen, auch mal wieder ihre Wurzeln verstärkt in den Vordergrund zu rücken. Das THE TEMPTATION-Cover „War“ (ein 60er-Antikriegshit) in der Albummitte hätte es allerdings nicht gebraucht. Es stört den Hörfluß und hat auch ansonsten eine eher ungewöhnliche Ausrichtung, unnötig. Allerdings ist das Jammern auf hohem Niveau. Denn wo die Band hin will, wird sie mit diesem starken Modern Metal Album auch hinkommen – raus aus Kentucky, rauf auf die großen Bühnen.

Kentucky


Cover - Kentucky Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 13
Länge: 52:41 ()
Label:
Vertrieb:

Seiten

Subscribe to RSS - deutsch