Review:

Reboot

()

PRISTINE aus Norwegen sind eine jener Bands welche dem harten Blues Rock am Leben erhalten; ja, eine Band die dem Genre gar Impulse gibt und neue Anhänger für den in den 70ern kultivierten Sound von LED ZEPPELIN & Co. gewinnen dürfte. Denn ihr drittes Album „Reboot“ – das erste Album das Offiziell auch außerhalb Norwegens veröffentlicht wird – strotzt vor Power und genreübergreifende Finesse. Und dass man mit Sängerin Heidi Solheim eine leidenschaftliche Stimme am Mikro hat die von hart bis zart alles kann und den durchweg melodischen Songs zwischen Blues, Hard Rock, Soul und psychedelic Prog zusätzlich Leben einhaucht setzt da noch einen drauf.
„Derek“ eröffnet als klassischer Blues-Rocker den Reigen (Mundharmonika und Gitarrenriff dominieren den musikalischen Part), die erste Single „All Of My Love“ wurde als Ohrwurm konzipiert und macht so auch gesteigerte Laune, danach nimmt „All I Want Is You“ den Hörer mit viel Gefühl und Atmosphäre gefangen – eine ganz tolle Ballade zum Abtauchen. Der klassische Retro-Rocker „Bootie Call“ nimmt dann wieder Fahrt auf, bevor man mit dem Titeltrack „Reboot“ die Folk- und Progkeule auspackt (einschließlich Querflöte) – PRISTINE liefern Abwechslungsreichtum auf verdammt hohem Niveau. „The Middlemen“ greift den Prog-Pass erneut auf, zeigt erst mal minutenlang das Können des Gitaristen und zelebriert als längster Song des Albums epischen Psychedelic Rock. Danach folgt mit „California“ (wieder ein Orgel-Rocker), „Lois Lane“ (rhythmischer Blues-Stampfer) und „Don’t Save My Soul“ (bluesiges Soul-Stück) ein Dreier der den Spaßfaktor hörbar hoch halt. Das abschließende „The Lemon Waltz“ sorgt dann nochmals für folkige Wohlfühlmomente mit Reminiszenzen an die End-60er.
Das PRISTINE das Album in gerade mal vier Tagen live eingespielt haben verstärkt noch den energetischen Eindruck des Gesamtwerkes und zeigt die Homogenität des norwegischen Sechsers. Ebenso das gelungene Songwriting, welches den Spagat zwischen Melodie und Spannung im Höchstmaß vollendet – die 10 Songs werden einfach nicht langweilig. Der fette Sound (einschließlich zweier Hammonds) macht „Reboot“ dann endgültig rund. PRISTINE geben so eine klare Empfehlung an alle die was mit handgemachten, harten, zeitlosen Rock anzufangen wissen.

Reboot


Cover - Reboot Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 10
Länge: 45:12 ()
Label:
Vertrieb:
Band:

Pristine

KEINE BIO! www
Review:

III

()

Nicht mal ein Jahr ist seit dem zweiten SPIDERGAWD-Album vergangen, da legen die Norweger mit dem schlicht betitelten „III“ schon nach. Und das, obwohl nicht nur ausgiebig getourt wurde, sondern Sänger und Gitarrist Per Borton auch noch sein eigenes Studio fertig gebaut hat. Kommt noch hinzu, dass die beiden MOTORPSYCHOs Bent Sæther und Kenneth Kapstad eigentlich auch ständig mit ihrer Hauptband aktiv sind: Im Sommer haben MOTORPSYCHO einige ausgewählte Festival-Termine gespielt, im Herbst die erste Compilation der Bandgeschichte veröffentlicht und nebenbei auch noch ein neues Album aufgenommen, das ebenfalls in einigen Wochen erscheinen wird.

Bei SPIDERGAWD entsteht eben alles ziemlich spontan und unmittelbar. Das Debüt wurde z. B. während der fünften Bandprobe aufgenommen. Diese Direktheit hat sich die Band auch auf „III“ bewahrt. Wie auch auf den Vorgängern gehen fast alle Stücke ohne größere Umschweife zur Sache und drücken so tight wie mächtig nach vorne. Dabei wird die auf „II“ begonnene Entwicklung fortgesetzt, Classic- und Hard-Rock-Elemente einfließen zu lassen. Das Stück „The Funeral“ hat sogar eine ordentliche Portion NWOBHM abbekommen. Etwas verspielter wird es lediglich bei der abschließenden Trilogie „Lightouse“. Schon Teil 1 glänzt mit Tempowechseln und einem unisono von Gitarre und Bariton-Saxophon gespielten Thema, während bei Teil 2 das Tempo komplett herausgenommen wird und Rolf Martin Snustad am Saxophon über PINK FLOYD-mäßigen Harmonien mal so richtig solistisch glänzen darf. Bei Teil 3 wird wieder Fahrt aufgenommen, wobei den Abschluss ein über 5-minütiger, spaciger Jam bildet.

Trotz des jährlichen Veröffentlichungs-Zyklusses sind keinerlei Schwächen bei SPIDERGAWD auszumachen. Bei gleichbleibender Energie präsentiert sich die Band auf „III“ noch vielfältiger als auf den Alben davor, ohne auch nur ansatzweise den eigenen Sound verloren zu haben. Ganz im Gegenteil: Spätestens mit dieser Scheibe haben SPIDERGAWD ihren eigenen, unverwechselbaren Sound geprägt. Auf der im Februar anstehenden Tour kann man sich dann auch von den herausragenden Live-Qualitäten des Quartetts überzeugen.

Sind die ersten beiden Alben ausschließlich auf Vinyl mit beiliegender CD erschienen, ist „III“ auch auf CD erhältlich – allerdings nur innerhalb einer Box, die alle drei Alben enthält. Es sei an dieser Stelle aber sowieso (bei dieser Band und auch ganz generell) der Griff zum Vinyl empfohlen.

III


Cover - III Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 8
Länge: 36:41 ()
Label:
Vertrieb:
Review:

Tears Of Silence

()

Nach vierjähriger Wartezeit melden sich IMPERIA mit dem neuen Album „Tears Of Silence“ zurück, dessen Digipak-Ausgabe noch mit zwei Bonustracks aufwartet. Dass die Segel in Richtung epischem Breitwandsound gesetzt sind, macht bereits der Opener „Silence Is My Friend“ unmissverständlich klar: nach kurzem, von Klavier und Akustikgitarre geprägtem, ruhigem Auftakt, wird das volle Programm mit turmhohen E-Gitarrenwänden und orchestralen Arrangements aufgeboten. Der Gesang von Sängerin Helena Iren Michaelsen kommt unerwartet tief daher. „Crossroads“  bietet ein leicht orientalisch geprägtes Flair, mit „Away“ ist eine atmosphärische Ballade mit von der Partie. Auf „Friheten Vil Seire“  gestattet sich die Norwegerin einen sprachlichen Ausflug in heimatliche Gefilde mit ruhigerem, folk-orientiertem Anstrich und in deutlich höherer Tonlage angesiedeltem Gesang. Auch „Vikingsong“ ist nordisch-mittelalterlich geprägt und mit Flötenklängen garniert, „Spirit Chase (Keep Fighting)“ dagegen fährt noch einmal die volle Ladung Bombast mit Chören, Orchester und Double Bass auf. „Innocent Child“ schlägt den größeren Teil der Zeit über ruhigere Töne an, drückt aber zwischenzeitlich ebenfalls mittels Double Bass aufs Gas, „Wings Of Hope“ kommt poppiger und melodisch daher, der Song wirkt fast ein wenig verträumt.  Fazit: IMPERIA haben mit „Tears Of Silence“ ein ziemlich bombastisches Werk veröffentlich, in dessen Verlauf Michaela Iren Michaelsen demonstriert, dass sie die tiefen ebenso wie die hohen, opernhaften Töne beherrscht, richtig zwingende Ohrwürmer fehlen jedoch. 

Tears Of Silence


Cover - Tears Of Silence Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 13
Länge: 65:44 ()
Label:
Vertrieb:
Band:

FJØRT

www
Review:

Son Of Earth And Sky

()

Der Name HIGH PRIEST OF SATURN macht es dem nichtsahnenden Konsumenten eigentlich relativ leicht. Psychedelisch angehauchter Stoner-Doom, der schwer und mystisch aus den Boxen dröhnt wird hier geboten und jegliche Zweifel bereits mit dem ersten Takt aus dem Weg geräumt: HIGH PRIEST OF SATURN orientieren sich klar an den okkultem Doom/Rock der 70’er.
Ein schleppendes Schlagzeug gibt hier den Takt an, zu dem sich dezent akzentuierte Gitarren aber auch Organ und Fender Rhodes gesellen – was für ordentlich Vintage-Flair sorgt. So liefert die Band weit mehr als Durchschnittskost. Die mystischen, rauchigen und etwas entrückt wirkenden Vocals von Merethe Heggset tragen hervorragend zu dieser dichten, schweren und verträumten Atmosphäre bei und machen den Mix perfekt. Während der Opener noch ein wenig braucht, sind HIGH PRIEST OF SATURN bei „Ages Move The Earth“ bereits ganz weit oben. Die Songs werden zunehmend kürzer und dichter, so dass der Höhepunkt von „Son Of Earth And Sky“ mit dem intensiven „The Warming Moon“ erreicht ist. „The Flood Of Waters“ rundet das Album als Instrumentalstück ab.
Wer auf okkulten Heavy Rock steht sollte hier unbedingt mal reinhören. Für Fans von Bands wie ELECTRC WIZARD und ACID KING sehr empfehlenswert.

Son Of Earth And Sky


Cover - Son Of Earth And Sky Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 05
Länge: 40:15 ()
Label:
Vertrieb:
Band:

High Priest Of Saturn

KEINE BIO! www
Review:

I Am The Scourge Of Eternity

()

CHTONIC CULT bedienen auf "I Am The Scourge Of Eternity" die Gelüste nach primitivem, bösartigem Death Metal. Anstelle von ausgefeilten Songs, irrwitzigen Gitarrenriffs oder der Vermengung vieler Einflüsse geht die Band den stumpfen Weg: relativ simple, überlange Songs ohne viel Firlefanz laden zum gepflegtem Böse sein ein. Wer will, findet in den fiesen Vocals bestimmt Black Metal-Einflüsse und manches Riffs klingt arg punkig, aber warum sich das Leben so kompliziert machen? "I Am The Scourge Of Eternity" ist roher, derber Death Metal. Schön mit variablem Tempo. Schön mit Brutalität. Schön mit schlichter Effektivität. Läuft. 

 

I Am The Scourge Of Eternity


Cover - I Am The Scourge Of Eternity Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 4
Länge: 47:32 ()
Label:
Vertrieb:
Review:

Deadhead Syndicate

()

“Deadhead Syndicate” heißt das Debut-Album der deutschen Speed/Thrash Metaller SEPTAGON. Spielerische Finesse und ungestüme Aggressivität sollen hier aufeinander treffen. Sanft läutet das instrumentale Intro „Ignite The Apokalypse“ die Scheibe ein bevor der erste Song „Revolt Against The Revolution“ in einem überlangen Intro die technische Finesse der Herren mit ausgedehnten Soli offenbart. Thrash Metal kommt (für gewöhnlich) schnell zur Sache – SEPTAGON allerdings nicht. Nach zwei Minuten glaubt man, dass es sich hier um einen weiteren Instrumentalsong handelt, bis schließlich der Gesang einsetzt. Hiermit wären wir auch bei dem eigentlichen Problem der Herren: Sehr brillantes, dominantes aber auch (und vor allem) zu viel technisches Gitarrenspiel auf der einen Seite und einen sehr gewöhnungsbedürftigen Sänger auf der anderen. Markus Becker hat sicherlich einiges auf dem Kasten und konnte sich als Vocalist der Heavy/Doom-Band ATLANTEAN KODEX behaupten, doch irgendwie will das hier nicht immer so ganz harmonieren. Als erstes weiß „Septagon Conspiracy“ mit schönen, eingängigen Melodien zu gefallen. „Deadhead Syndicate“ macht nach dem etwas ruhigeren Zwischenspiel „Henchman Of Darkness“ genau da weiter. Hier präsentieren sich SEPTAGON eingängiger und haben sogar die ein oder andere (positive) Überraschung parat. Als „thrashig“ kann man aber eigentlich nur „Secret Silver Panorama Machine“ bezeichnen – wenn überhaupt. Ein interessanter Abschluss eines sehr gewöhnungsbedürftigen Albums, welches mit dreckigem Gelächter endet.

Reinhören kann man derzeit bei YouTube:

 

 

Deadhead Syndicate


Cover - Deadhead Syndicate Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 09
Länge: 39:35 ()
Label:
Vertrieb:
Review:

Life Eternal

()

Dank Inverse Records kriegen die verblichenen finnischen Gothic-Rocker DARK THE SUNS noch ihre Best Of-Scheibe. Auf "Life Eternal" gibt es einen Querschnitt der erschienenen Alben, was zu einer überraschend homogenen Scheibe wird. Der Sound der Finnen war über die Jahre konstant, das wird in der Rückschau deutlich. Die Mischung aus Growls und leisem Gesang in Verbindung mit harten Riffs und Piano-Nutzung hat DARK THE SUNS ausgezeichnet, auch wenn das Songwriting oft zu berechenbar war. Gegen die starke Konkurrenz aus dem eigenen Land konnten sich die Finnen nie durchsetzen, was angesichts der Klasse von Bands wie AMORPHIS oder SWALLOW THE SUN schwer ist. Auch an SENTENCED kamen DARK THE SUNS nie heran. Bei einer Best-Of fällt es leicht, die guten Songs zu nutzen, wie das mit weiblicher Sangesunterstützung ausgestattete "The Dead End" oder die Streicher-Attacke in "Walking With An Angel". „All Ends In Silence“ und „Rimed With Frost“ zeigen die doomige Seite der Finnen und wissen damit zu überzeugen. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass DARK THE SUNS durchaus Potential hatten, es aber nie auf einer Platte voll nutzen konnten. "Life Eternal" ist eine gute Gelegenheit für Finnenfans, die Songsammlung um ein paar Gute zu vervollständigen und die Playlist ein wenig aufzulockern. 

Life Eternal


Cover - Life Eternal Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 11
Länge: 44:44 ()
Label:
Vertrieb:

Seiten

Subscribe to RSS - deutsch