Review:

Rusty Cooley (Re-Release)

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RUSTY COOLEY ist zunächstmal ein sehr schneller Gitarrist, genauer gesagt ein echter Shredderflitzefinger. Laut einem bekannten Fachblatt ist der Texaner derzeit der siebtschnellste "Shredder Of All Times" nur um mal einen Anhaltspunkt zu geben: Diese sehr schnelle Art Gitarre zu spielen wird auch von so bekannte Leuten wie PAUL GILBERT, GREG HOWE, VINNIE MOORE, VICOTOR SMOLSKI (RAGE), STEVE VAI, YNGWIE MALMSTEEN oder JASON BECKER bevorzugt. Insbesondere Letzterer ist zwar das große Vorbild von Rusty, aber von der Umsetzung dessen Songfeelings ist er meilenweit entfernt. Und natürlich ist der Gute auch noch Gitarrenlehrer - nebenbei oder auch hauptberuflich. Bei dieser ein instrumentalen Scheibe „Under The Influence“ handelt es sich um den Re-Release seines aus 2003 stammenden Debüts, nur inhaltlich wurden leichte Veränderungen mit Bonustracks vorgenommen sowie eine DVD (die mir leider für dieses Review nicht zur Verfügung stand) - darauf sind Lehrvideos und sonstige Gimmicks und Tricks für alle angehenden Neu-Gitarren Heroes zu finden - dazu gepackt.
Und da sind wir auch schon beim essentiellen dieser CD, denn für Lemmy-Normalheavyhörer ist hier nur wenig brauchbares für die Lauscher geboten. Zwar kann der Junge natürlich technisch alles, Tempo ist aber meist alles und somit ist er handwerklich sicher in der Championsleague einzustufen aber inhaltlich doch eher in der zweiten Liga. Nachdem er neben seinen Soloaktivitäten auch noch in einer „normalen“ Kapelle (OUTWORLD) mitspielt, hätte man doch zumindest zwischendurch etwas mehr songliche Qualität bzw. Aussage erwartet, aber so sind meist ausschweifende Griffboard-Onanien zu hören, packende Melodien und Gefühl (d.h. einen Ton auch mal etwas länger zu halten) geraten zu stark ins Hintertreffen. Bei aller Liebe und Verständnis das eigene Können unter Beweis stellen zu wollen- Musik bedeutet auch irgendwo (gute) Unterhaltung, aber hier längerfristig konzentriert zuzuhören ist sehr sehr schwer, da man als Normalo mit zunehmender Dauer einfach die Lust und die Nerven verliert. Das powermetalartige „Under The Influence', „Dark Matter“ oder das neoklassisch angehauchte „War Of The Angels“ zeigen doch etwas mehr Struktur und sogar nachvollziehbare Arrangements anstelle dieses hibbelichen Dauer Rauf-und Runtergenöles.
Ganz krasse Sachen wie „E.B.E.“, „The Butcher“ oder auch „Piece Of Mind“ lassen den Zuhörer aber lieber schnell die Skip-Taste drücken. Wer soviel Talent besitzt, sollte doch auch in der Lage sein mehr Inhalte zu transportieren aber Rusty Cooley ist dies leider nur in wenigen Ansätzen gelungen. Von dieser Sorte Gitarristen gibt es leider schon viel zu viele Veröffentlichungen (gerade aus dem Hause Lion!), daher lautet meine Empfehlung an den Maestro zukünftig doch lieber Gitarrenworkshops zu machen statt solche relativ unnötigen CD's aufzunehmen.

Rusty Cooley (Re-Release)


Cover - Rusty Cooley (Re-Release) Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 11
Länge: 44:35 ()
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The Second Coming

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Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie will die aktuelle Scheibe „The Second Coming“ von EDEN’S CURSE auch nach zig Durchläufen einfach nicht so recht zünden. Nicht dass der Nachfolger des vielgelobten Debüts von 2007 musikalisch etwa richtig schlecht bzw. inhaltlich zu dünne wäre aber die Mucke gestaltet sich vor allem gegen Ende als etwas zu zäh, der berühmte Funke springt einfach nicht rüber.

Die Multikulti-Band um den amerikanischen Sänger Michael Eden präsentiert sich auch „The Second Coming“ handwerklich in allerbestem Zustand und liefert über 13 Songs ein solides Programm in bester Melodic Rock Tradition mit manchmal leichten metallisch-epischen Ausschlägen. Die Produktion lag erneut in den Händen von Dennis Ward (PINK CREAM 69) und ist natürlich bestens ausgesteuert aber einen Tick zu clean oder einfach etwas zu glatt geraten. Dies liegt sicherlich etwas am Songwriting, hier hätte die ein oder andere "eckigere" Idee sowie mehr Mut zum Risiko nicht geschadet. Klar, catchy Refrains und beinahe schon AOR-artige Passagen gibt es zwar ohne Ende, nur man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, vieles schon mal packender gehört zu haben. Genauso originell wie der Albumtitel und das mäßige Cover kommt so mancher der Tracks etwas zu getrimmt und leider innovationslos daher. So haben sich einige nur mittelmäßige Standardnummern zuviel eingeschlichen wie u.a. „Sign Of Your Life“ oder die kitschige Ballade „Man Against The World“. Da helfen dem Zuhörer auch die zahlreichen bekannten Gäste auf diesem Album nicht mehr darüber hinweg, Größen wie Tony Harnell (TNT, STARBREAKER, WESTWORLD), Doogie White (u.a. RAINBOW, YNGWIE MALMSTEEN, CORNERSTONE, sowie Carsten Schulz (EVIDENCE ONE, DOMAIN, MIDNITE CLUB) sind mehrfach bei den oftmals stark betonten Backingchören voll im Einsatz, aber auch hier wäre weniger manchmal mehr gewesen.

Die nach hinten raus anzahlmäßig steigenden und sehr langen Voiceover-Einspielungen des Labels auf dieser Promo nerven zwar, haben aber keinen störenden Einfluss auf die musikalische Wertung. Keyboarder Ferdy Doernberg (u.a ROUGH SILK, AXEL RUDI PELL, ROLAND GRAPOW) ist auf alle Fälle ein Pluspunkt für die Scheibe, der Junge sorgt gekonnt für abwechslungsreiche Sounds mal flächig dann wieder energetische Hammonds und als Intro gibt er eine schöne Walzerspielerei. Auch Mastermind und Sänger Michael Eden gibt alles mit seinem angenehmen Organ. Irgendwo zwischen Claus Lessmann (BONFIRE) und Andrew "Mac" McDermott (ex-THRESHOLD) angesiedelt, besitzt er viel Ausdruck und auch genügend Power. Die Gitarren dürfen sich zwar schon mal solistisch austoben, mit viel Virtuosität - nur einfach nicht besonders originell. Auch das als Albumhighlight angepriesene „Angels & Demons“ mit Pamela Moore (u.a. bekannt als legendäre Sister Mary aus QUEENSRYCHES "Operation: Mindcrime") überzeugt mich gerade wegen der Sängerin nicht, die Stimme ist etwas dünn und passt einfach nicht zu Eden’s Timbre. „Masquerade Ball“ steht für sehr soliden Melodic Rock, kommt ganz solide daher und geht schön ab. Noch besser ist das bassgroovige „Just Like Judas“ geworden, auch „Sail On“ gehört mit seiner Hammerhook zu den stärksten Stücken des Albums. Ansonsten gibt's Mittelmaß in Serie, zwar viele nette Songs und Melodien aber insgesamt doch etwas zu wenig um aus dem Gros des Genres irgendwie besonders herauszuragen. Wer auf solche Kapellen wie DREAMTIDE, PRETTY MAIDS, PINK CREAM 69 oder auch TEN abfährt könnte auf „The Second Coming“ schon was anregendes, wenn auch nichts neues, finden. Man hört sich recht schnell am Sound an EDEN’S CURSE ab - sorry, das ist mir daher etwas zu wenig.

The Second Coming


Cover - The Second Coming Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 13
Länge: 61:5 ()
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The Last Alliance

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Mit ihrem letzten Album „Evernight“ (siehe entsprechendes Review) haben die Finnen BATTLELORE ein wirklich gelungenes Stück epischer Mischung aus Gothic, Fantasy- und Melodic Metal abgeliefert, dem sie nun recht fix mit „The Last Alliance“ einen sehr gelungenen Nachfolger hinterher schieben. Stilistisch hat sich nicht viel geändert, aber besonders der Wechselgesang zwischen Tomi Mykkänen (Death-Growls) und Kaisa Jouhki (die noch zerbrechlicher und getragener klingt als zuvor) ist noch stimmiger geworden und wurde besser an die Songs angepasst als auf dem Vorgänger. Mit „Third Immortal“ und „Guardians“ startet die Band famos und herausragend in „The Last Alliance“, und auch wenn nicht alle Stücke so treffsicher daherkommen (ein Song wie „Epic Dreams“ driftet doch leicht ins Kitschige ab, geht aber immer noch als gelungen durch), gibt sich das Septett keine Blöße und hat nicht nur das Songwriting stark verbessert, sondern zudem auch die Produktion, die nun deutlich kraftvoller tönt als zuvor. BATTLELORE stechen nun endgültig positiv aus dem großen Pool der „fraugefronteten“ Bands heraus und können eine eigene Note vorweisen, die sie von allen Heulbojenkapellen abhebt. Und sollte es den Jungs und Mädels gelingen, hier nochmals einen draufzusetzen, ist ganz locker beim nächsten Mal der „Tipp“ drin, der hier noch ganz knapp verfehlt wurde.

The Last Alliance


Cover - The Last Alliance Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 11
Länge: 53:48 ()
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Onto The Other Side

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Eine Mischung aus Rockabilly, Punkrock und Pop... diese Beschreibung klingt irgendwie nach den HORRORPOPS. Und der Sound der Berliner NITRO 17 ist auch tatsächlich ziemlich ähnlich. Mit einem Unterschied: Mit Jo Fischer steht ein Mann hinterm Mikro - und der hat noch dazu Stil und Stimme. Crooner-mäßig und stellenweise nah an Elvis verleiht er den Songs einen ganz besonderen Swing. Aber der Rest der Band muss sich auch nicht verstecken, alles rockt und groovt hervorragend, und als Tüpfelchen auf dem „i“ ist nach dem ersten Release auch noch Ex-MAD SIN-Gitarrist Tex Morton eingestiegen. Die Songs selbst sind ebenfalls gut gemacht, und immer wieder werden einem schönste Ohrwürmer geboten. Überhaupt ist soundmäßig alles sehr stilvoll und herrlich altmodisch verpackt. Allerdings: Für meinen Geschmack ist die Scheibe auf Dauer doch etwas zu wohlklingend geraten. Sprich: Es könnte einerseits ruhig etwas mehr Ecken und Kanten geben und andererseits öfter nach vorne abgehen. So ist zwar alles nett zu hören, aber so richtig kicken tut’s mich dann doch nicht. Und das abschließende THE SMITHS-Cover ist zwar mutig, aber leider trotzdem ziemlich daneben.

Onto The Other Side


Cover - Onto The Other Side Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 12
Länge: 40:2 ()
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Hades Rise

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Erinnert ihr euch noch an das erste Mal Possessed? „Seven Churches“ war beeindruckend, Furcht einflößend - und schon allein deswegen einfach cool. An eben diese Band erinnern AURA NOIR heute, gefühlte Millionen Scheiben später. Oder an ganz alte Voivod. Oder die üblichen Verdächtigen, wenn Norweger mit lustigen Pseudonymen old-school-Mucke spielen. Also Venom, Darkthrone, Mayhem und Konsorten. AURA NOIR machen also so konservativen Rock’n’Roll-Black-Metal, dass es fast schon wieder fortschrittlich ist. Die Riffs sind messerscharf, das Schlagzeug rockt. Trotz leicht angepappten Sounds, die Stimme spricht mehr als sie singt und mach weniger „Uh“ als sonst. Der Black Thrash der Norweger rumpelt gar fiese aus den Boxen, kündet vom Death in allerfeinsten Varianten, ist schizoid und paranoid und auch die Texte erfüllen alle Erwartungen an altmodische Weltuntergangsoden (Iron, Torment, Storm, Grave, Hades etc.). Mit dem Digi-Pack und der viel zu leserlichen Schrift sind Apollyon und Aggressor fast ein bisschen fortschrittlich, andererseits besteht das Booklet im Grunde nur aus einer Foto-Collage und das ist dann wieder stimmig. Super-Platte, es gibt nur einen Kritikpunkt: Niemand sagt mal richtig „Fuck“. Na gut, da muss die Attitüde ausreichen. Und das tut sie - Triple-Fuck, sozusagen.

Hades Rise


Cover - Hades Rise Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 10
Länge: 38:41 ()
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Isolation

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Die junge Band, das Duo Röhl/Schmid aus Schleswig fasst mit diesem Album das Material von „Hier am Ende der Welt“ (Cassette) und „A Prayer For The World To End" (CDR/Cassette) auf CD zusammen – schön das Eisenwald gleich ein achtseitiges Booklet mit Texten auf Umweltpapier, atmosphärisch und schwarz-weiß gehalten. spendiert (es gibt auch noch eine aufwendige Die-Hard-Version, schaut auf der Homepage). Die Lübecker machen melancholischen Black Metal – bewegen sich zumeist im unteren Drehzahlbereich und kommen dabei trotz harscher Gitarren bei recht gutem Sound zu vielen, fast schönen Melodien. Und vom depressiven Black Metal mit verzweifelter Stimme (nicht selten nerviger) schlagen die Norddeutschen sogar den Bogen zu Post-Metal der Marke Cult of Luna (Hört mal „Abschied“)! ISOLATION haben einen Allerweltsnamen – doch ihre Musik ist anders. Achtung: Es gibt schon wieder neues Material der Kapelle auf einer Split. Schaut auf die isolierte Homepage.

Isolation


Cover - Isolation Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 7
Länge: 38:47 ()
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A Little South Of Zero

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A POETIC YESTERDAY sind neben NEX der Beweis, dass Rising Records mehr zu bieten hat als haufenweise Metalcorebands. Die Band aus den Midlands schert sich auf „A Little South Of Zero“ nicht sonderlich um Genres, auch wenn eine Vorliebe für moderne Töne rauszuhören ist („Skellatella“), ohne dass in bekannte Strickmuster verfallen wird. Stattdessen lassen die Briten viele Breaks, ungewohnte Rhythmen und Ideen in ihren Sound einfließen, was manchmal anstrengend sein kann, aber im Großen und Ganzen gut funktioniert und an FIRE IN THE ATTIC oder FUNERAL FOR A FRIEND gemahnt. Eigenständigkeit gewinnt die Chose zudem durch Sänger Gavins Stimme, die frappierend an Michael Stipe erinnert, besonders in der (sehr guten) Akustikballade „I Can Sea The Seller“. A POETIC YESTERDAY legen mit dieser Scheibe einen guten Einstand hin, der zwar noch Ecken und Kanten hat, die bei einigen Songs im Weg sind, aber viel Potential offenbart.

A Little South Of Zero


Cover - A Little South Of Zero Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 11
Länge: 38:38 ()
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... Desoulate

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Was beim ersten Lesen des Bandnamens und des CD-Titels erscheint, wie das Projekt einer (ohne das despektierlich zu meinen) Legasteniker-Kapelle, mausert sich schon nach einigen Klängen zu einem mehr als brauchbaren Debüt. Die Band aus Jena bewegt sich irgendwo in der Schnittmenge von Black- und Death-Metal, setzt dabei auf dufte Melodien (ja, und auch auf Keyboards), verrennt sich aber keineswegs in wabbeligen Symphonie-Wust. Sicherlich kommen einem in diesem Zusammenhang Bands wie Graveworm in den Sinn, die Ausrichtung der Thüringer geht aber durchaus auch in die skandinavische Richtung. Dabei gehen sie überwiegend flottes Tempo, der Gesang ist zumeist eher ein fieses Keifen, unterstreicht die Ambivalenz zum schwarzen Metall. Die Ahnen Ernst Abbes überraschen mit einer wirklich ziemlich erwachsenen, melodischen Black-Death-Mischung (die, mit ein wenig mehr Folk-Einflüssen, wie zum Beispiel im Titelstück, auch unter „Pagan“ durchginge). Und MORTJURI lassen sich nicht von Genregrenzen nicht aufhalten. Die echt gute Scheibe (nur zehn Euro) und weitere Informationen gibt es hier beim Label www.nocturnalempire.de oder bei der Band: www.mortjuri.de.

... Desoulate


Cover - ... Desoulate Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 12
Länge: 58:25 ()
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Heimgang

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Die Norweger KAMPFAR gehören nicht zu den Legionen von Nachzüglern, die vor (nicht mal) einer Handvoll Jahren aufbrachen, der Welt mit Viking/Folk Metal zweit- und drittklassiger Sorte den verbliebenen Restnerv zu rauben. Die Band existiert seit Mitte der 90er und hat bereits ein paar Scheiben auf dem Buckel, auch wenn sich zumindest in Deutschland ein kleiner Popularitätsschub erst seit dem letzten, sehr guten Album „Kvass“ eingestellt hat. Nun liegt mit „Heimgang“ der Nachfolger vor, der es ebenfalls in sich hat. Und nein; obwohl dieses Album einen deutschsprachigen Titel trägt, gehören KAMPFAR nicht zu den politisch zwielichtigen Gestalten dieser Szene, aber das nur mal so am Rande. „Heimgang“ präsentiert eine ganze Schippe melodisch ausgefeilter Midtempo-Hymnen, die einerseits deutlich folklastig daherkommen, aber andererseits auch eine gute Prise norwegischen Schwarzmetalls atmen, was die Sache nicht zur reinen Schunkelnummer verkommen lässt. Stücke wie „Dödens Vee“ oder „Vansinn“ zum Beispiel klingt gleichermaßen herrlich rotzig wie tanzbar und dynamisch, und auch wenn das gesamte Album nicht ganz so eingängig und hitlastig ausgefallen ist, zeigen KAMPFAR einem Gros der Kopienarmee, wo beim Nordmann der Hammer des Thors hängt. Leider ist die Produktion nicht ganz optimal und recht dröge ausgefallen; speziell die Drums haben kaum Wumms und „ticken“ vor sich hin, was den Songs Einiges an Power nimmt. Auch die Gitarren summen irgendwie auf Bienenschwarm-Niveau, was bei manch waschechter Black Metal-Band nicht so sehr ins Gewicht fällt, hier aber aufgrund des hohen Melodieanteils nicht vollständig aufgehen will. Trotzdem ist „Heimgang“ eine starke Platte, die man der Fan-Gemeinde im Gegensatz zu manch anderem Erguss locker empfehlen kann.

Heimgang


Cover - Heimgang Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 10
Länge: 47:10 ()
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The Tall Ships

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IT BITES sind trotz des eher ungewöhnlichen Namens stilistisch doch eine „reinrassige“ britische Progkapelle die auf dem aktuellen Werk „The Tall Ships“ eine wirklich überraschend starke Leistung im Bereich Neo Prog abliefert. Dies gelingt insbesondere aufgrund des sehr starken Songwritings und eines für mich hammermäßigen Gesangs, so dass über die gesamte Spielzeit und 12 Tracks kein einziger Ausfall zu bemerken ist und dabei nicht mal in kleinen Ansätzen altbacken oder langweilig klingt.

Die bereits Anfang der 80er Jahre von den Schulfreunden Francis Dunnery, Dick Nolan, Bob Dalton sowie John Beck gegründete Band veröffentlichte in den Jahren 1986 bis 1991 drei Studioalben sowie ein Livealbum und kommt jetzt mit dem Comeback „The Tall Ships“ quasi wieder aus der Versenkung empor. Die aktuelle Besetzung hat aber nicht mehr allzu viel mit damals zu tun - Schlagzeuger Bob Dalton und Keyboarder John Beck sind zwar noch dabei, haben sich aber mit Gitarrist und Sänger John Mitchell (ARENA, KINO, FROST) sowie Bassist Lee Pomeroy (u.a. RICK WAKEMANN) mit zwei äußerst renommierte Musikern verstärkt – das Ergebnis lässt sich absolut klasse anhören. Ein äußerst frisch klingender Mix aus Neo Prog Rock mit manchmal fast schon pop-artigen Passagen kommt bestens produziert aus den Boxen.

Als absoluter Pluspunkt dieser Scheibe müssen die superben Vocals von John Mitchell genant werden, der mich mit seinem fast zu 100% authentischen PETER GABRIEL Gedächtnis-Timbre völlig von den Socken haut. Aber auch die mehrstimmigen Backings sind nicht von schlechten Eltern: Gleich der bärenstarke Opener “Oh My God“ mit diesem coolen Satzgesang zu Beginn entwickelt sich zu einer typischen IT BITES Hymne, immer mit positiver Grundstimmung und massig Drive. Kracher wie das stark 80er-Jahre lastige „Ghosts“ („Great Disasters“ geht in eine ähnliche Richtung) oder auch das gelungen melodramatische „Playground“ sind einfach beste Unterhaltung - ich nenne es mal Prog Light mit ordentlich Refrainsschmiss. Die vielschichtigen Keyboards, egal ob Hammondsounds, Fläche oder rührige 80er Casio Spielereien sorgen für schöne Harmonien und dieses fesselnde Klangbild jener Zeit, trotzdem schafft man es im Verbund nicht wie ein müder Zeitenabklatsch zu klingen. Die Mischung macht’s aus, so dass IT BITES dabei wie eine relativ junge Band klingen. „Memory Of Water“ (mit schöner tiefer Orgel) oder „Lights“ sind moderner Neo Prog pur (ersterer Track hätte auch von IQ zu deren mainstreamigeren Phase sein können) und beweisen mit herrlich ausufernden Hooks das große Talent der Band für packende Hymnen. Etwas (positiv) an neuere GENESIS erinnert dann „The Wind That Shakes The Barley“ mit markanter etwas weniger gleitenden sondern eher eckigeren Gitarren sowie schönen Chören. Mein Favorit ist aber ganz klar das eingängige sowie sehr luftige „Fahrenheit“ - Pop Prog as it’s Best. Und auch die Pianoballade „For Safekeeping" kommt in ihrem reduziertem Gewande bestens daher. Zum würdigen Abschluss lassen dann IT BITES aber nochmal richtig die Progsau raus mit dem vielschichtig, stellenweise sogar experimentell-sperrigen „This Is England“. Auf mehr 13 Minuten zeigen die Herren ihr enormes musikalisches Gespür auch für längere Inhalte ohne dabei in Gefrickel zu verenden, legen ein hohes technisches Spielvermögen an den Tag sowie überzeugen durch gekonnte Wechsel zwischen emotionale tragenden Passagen und auch schnelleren Parts.

Für Hardcore-Progger sind IT BITES zwar wahrscheinlich etwas zu glatt aber alle anderen Fans von KINO sowie melodischer Rockmusik mit der ein oder anderen Progspitze, müssen hier unbedingt mal reinhören.

The Tall Ships


Cover - The Tall Ships Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 12
Länge: 69:39 ()
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