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Monkeys With Guns

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Ganze fünf Jahre haben sich die BONES dieses Mal Zeit für ihr neues Album gelassen. In der Zwischenzeit hat es lediglich für die Live-DVD und -CD „Berlin Burnout“ gereicht, neues Material gab es seit „Burnout Boulevard“ aber nicht mehr. Mittlerweile ist man von Century Media wieder zu People Like You und damit auf vertrautes Terrain zurückgekehrt, und auch der Sound von „Monkeys With Guns“ erinnert wieder mehr an die ersten drei Alben als der zwar transparente, aber etwas druck- und drecklose Vorgänger. Mehr noch: Einen dermaßen fetten Sound hatten die Schweden wohl noch nie. Verantwortlich dafür ist einmal mehr Magnus „Mankan“ Sedenberg, der auch schon bei den ersten drei BONES-Alben hinter den Reglern stand. Die Songs selbst – es wird niemanden wundern – sind wieder einmal BONES pur. Insgesamt ist der Vierer vielleicht etwas punkiger unterwegs als auch schon, aber an der Grundrezeptur aus Punkrock und Rock ´n´ Roll hat sich nichts geändert, und natürlich wird wieder ein Ohrwurm-Chorus nach dem anderen abgeliefert. Songs wie „State Of Rock ´n´ Roll“ oder „One Louder“ zeigen einmal mehr die Vorliebe für MOTÖRHEAD, „Hooligan Bop“ atmet RAMONES-Atmosphäre, „Dead Heart Beats“ lässt SOCIAL DISTORTION anklingen und das stampfende „Mr. Bartender“ ist im Garage Rock zu Hause. Mit dem hymnischen „Burnout Boulevard“ hat es übrigens der Titelsong des letzten Albums erst auf diese Scheibe geschafft. Wer die BONES bislang nicht mochte, wird sie auch durch „Monkeys With Guns“ nicht lieben lernen, aber die Fans werden viel Spaß an dem Album haben – genauso wie die Band, deren Spielfreude in jeder Sekunde zu hören ist.

Monkeys With Guns


Cover - Monkeys With Guns Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 15
Länge: 36:1 ()
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Lost In The New Real

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Mein Lieblings-Holländer ist endlich wieder da – ARJEN ANTHONY LUCASSEN - und diesmal hat er tatsächlich ein „echtes“ Solowerk unter eigener Firmierung auf die Beine gestellt und es mit „Lost In The New Real“ betitelt. Dies ist übrigens erst Lucassens zweites Soloalbum, zuvor gab es das eher etwas untergegangene und von ihm selbst als nur wenig gelungen eingeschätzte „Pools Of Sorrow, Waves Of Joy“ von 1994. Er wollte sich mal von seinen bisherigen Sachen wie STAR ONE, AYREON oder auch GUILT MACHINE deutlich loslösen, um sich keinen zu starken (eigenen) Erwartungen auszusetzen und dies gelingt auch größtenteils, wenngleich natürlich auch diese Songs hier typisch Lucassen-like sind und ihre Herkunft nie ganz verleugnen können – gänzlich neu Ufer betritt der Mastermind daher größtenteils nicht.

Die Grundstimmung ist diesmal aber deutlich positiver ausgefallen nicht zu düster/heavy martial wie vielfach bei den anderen Projekten, die Songs atmen einen ganz anderen etwas lässigeren Spirit aus. Vielfach mit einem starken Folktouch versehen agiert Arjen mit luftigen Melodien und Arrangements, die mehr an seine musikalischen Wurzeln (der Mann ist auch schon 52 !) der 60 und 70 er Jahr angelehnt sind. Kapellen wie die BEATLES, LED ZEPPELIN, PINK FLOYD oder auch DEEP PURPLE nennt er immer wieder gerne als seine Faves und dies hört man hier sehr schön heraus .

Wie gesagt die dunkle Seite ist diesmal eher unterrepräsentiert, es gibt zwar auch mal fettere etwas abgehackte Riffs aber nur sporadisch, die metallische Ader wird hier durch sehr viele wunderbar fliesende, akustische Gitarrenparts abgelöst. Zur Abwechslung gibt es auch mal keine keine fuffzig Gastmusiker, „Lost In The New Real“ ist keine pompöse Rock- bzw. Metaloper sondern für seine Verhältnisse ein eher schlichtes Werk bei dem er fast alle Instrumente im Alleingang bedient sowie alle Lead-Vocals selbst eingesungen hat. Nur für die Drummparts hat er sich seinen Lieblingsbegleiter Ed Warby dazu geholt und die zahlreichen Flöten,- Geigen- und Cellopassagen stammen von Gastmusikern.

Da es ihm leichter falle eine ganze Story zu erfinde als lauter einzelne Songs für sich zu schreiben hat er sich auch diesmal wieder eine Sci-Fi Geschichte einfallen lassen, die trotz eines ähnlich futuristischer Ansatzes wie bei STAR ONE soundlich nicht zu spacig daher kommt. Natürlich verwendet er auch hier wieder seine prägnanten Keyboard-und abgefahrenen Samplesounds, die zusammen mit den klasse Choreinsätzen einfach klasse klingen, das macht keiner besser wie er. Aber diese Elemente kommen halt nicht zu dominant rüber sondern er gehrt diesmal einen eher reduzierteren Ansatz um nicht auf zweihundert Spuren alles zukleistern nichtsdestotrotz schafft er enorm vielschichtige sowie klasse komponierte, komplex-progressive Songs mit eingängigen aber vielfach recht poppigen Melodien zu kombinieren, die einfach tief und nachhaltig wirken.

Inhaltlich geht es um Mr. L, der sich aufgrund einer tödlichen Krankheit einfrieren läßt, weil er sich in der Zukunft aufgrund des medizinischen Fortschritts bessere Heilungschancen verspricht. Als er aber wieder aufgetaut ist hat sich alles vollkommen verändert, die Grenzen zwischen Realität und Fiktion scheinen nicht mehr so klar zu sein. Um sich besser zurechtzufinden, bekommt er Dr. Voight-Kampff als psychologische Hilfe zur Seite. Diese Rolle (ein reiner Sprachpart) wurde von Lucassen mit dem Kult-Schauspieler Rutger Hauer besetzt. Er war bei Arjens Lieblingsfilm „Blade Runner“ dabei und hat einfach eine tolle tief-mystische Stimme, die sehr gut das Konzept von „Lost In The New Real“ begleitet.

Musikalisch läßt Meister Lucassen ebenfalls nichts anbrennen, da gibt es gegenüber seinen Projekten keinen Abfall - bereits der etwas schleppend-kraftvolle Opener „The New Real“ mit klasse Flötenparts gibt die Richtung vor, sehr genial umgesetzt ist „Pink Beatles In A Purple Zeppelin“ oder auch das mit viel irischem Flair a la Lord of the Dance daherkommende und mit Beatles-Anspielung im Titel versehene „When I'm A Hundred Sixty-Four“. Das mitreißende „E-Police“ ist mein persönlicher Favorit aber auch die 60er Jahrenummer „Dr. Slumber's Eternity Home“ ist echt toll, einzig „Don’t switch me of“ fällt da etwas ab. Aber Kracher wie „Yellowstone Memorial Day“ mit seinen mächtigen Refrainburgen machen dies locker wieder wet.

Die zweite CD enthält noch fünf weitere Lucassen-Nummern, die zwar stilistisch nicht ganz aber qualitativ auch auf der ersten Scheibe hätten stehen können mitunter sogar stärker scheinen wie etwa „So Is There No God?“ oder „The Social Recluse“. Außerdem gibt es einige hammerstarke Coverversionen von PINK FLOYD, BLUE ÖYSTER CULT, LED ZEPPELIN, ALAN PARSONS PROJECT und FRANK ZAPPA, teilweise ziemlich umarrangiert aber fast alle echt hörenswert.

Abgerundet wird die Scheibe mit einem perfekten Artwork, dass deutlich an die „Back to the Future“Filme angelehnt ist ujnd wie die Faust auf’s Auge paßt. Ja Arjen hat wieder zugeschlagen und mit einer neuen Facette jenseits allen bisherigen Bombasts ein gelungens Werk abgeliefert.



Tracklist:



CD 1:

01. The New Real

02. Pink Beatles In A Purple Zeppelin

03. Parental Procreation Permit

04. When I’m A Hundred Sixty-Four

05. E-Police

06. Don’t Switch Me Off

07. Dr. Slumber’s Eternity Home

08. Yellowstone Memorial Day

09. Where Pigs Fly

10. Lost In The New Real



CD 2:

01. Our Im Perfect Race

02. Welcome To The Machine (Pink Floyd-Cover)

03. So Is There No God?

04. Veteran Of The Psychic Wars (Blue Öyster Cult-Cover)

05. The Social Recluse

06. The Battle Of Evermore (Led Zeppelin-Cover)

07. The Space Hotel

08. Some Other Time (Alan Parsons Project-Cover)

09. You Have Entered The Reality Zone

10. I’m The Slime (Frank Zappa-Cover)


Lost In The New Real


Cover - Lost In The New Real Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 20
Länge: 90:45 ()
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Mama Said (Re-Release)

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Es kommt doch immer wieder mal vor das ein Künstler ein Debüt vorlegt welches einem den Atem verschlägt. So geschehen bei LENNY KRAVITZ und seinem Album „Let Love Rule“, welches 1989 einschlug wie eine Bombe und seinem hochwertigen 70er Retro Rock vergleiche mit dem Übervater JIMMY HENDRIX einbrach. Was KRAVITZ aber zwei Jahre später nachlegte, war der Ober-Hammer. Das 1991er Album „Mama Said“ setzte mit sieben Singles noch einen drauf; KRAVITZ wurde zum Superstar - was er bis heute blieb. Anfang der 90er kam man an dem 1964 in Brooklyn, New York geborenen Sänger, Songwriter und Multiinstrumentalist einfach nicht vorbei. „Fields Of Joy“, „Always On The Run“ (zwei endgeile Rocknummern, mit Unterstützung von SLASH), „Stand By My Woman“, „It Ain’t Over Till It’s Over“ (die dazugehörigen Überballaden) – die ersten 4 Songs sind Klassiker – Rock, Blues, Soul, Funk, fetter Rhythmus, Groove, charismatisch-emotionale Stimme. Songs wie „What Goes Around Comes Around" und „Flowers For Zoe“ stehen dem in nichts nach. Ein Album das gekonnt zwischen ruhigen und härteren Stücken pendelt ohne die Andeutung einer Pause oder Niveauverlust – ganz groß.

Das jetzt vorliegende Re-Release nennt sich „Mama Said (21st Anniversary Deluxe Edition)” und bietet neben dem soundtechnisch überarbeitendem fetten Originalalbum weitere 21 Tracks, darunter 15 bisher unveröffentlichte Aufnahmen, unvollendete Songs, alte Demos und Livemitschnitte (siehe Tracklist unten) sowie B-Sides. Wer das Ding nur auf Platte hat darf die „Mama Said (21st Anniversary Deluxe Edition)” ruhig abgreifen, LENNY KRAVITZ-Fans sowieso.




CD 1

1. Fields of Joy

2. Always on the Run

3. Stand by My Woman

4. It Ain't Over 'Till It's Over

5. More Than Anything in This World

6. What Goes Around Comes Around

7. The Difference Is Why

8. Stop Draggin' Around

9. Flowers For Zoe

10. Fields of Joy (Reprise)

11. All I Ever Wanted

12. When the Morning Turns to Night

13. What The .... Are We Saying?

14. Butterfly

15. Light Skin Girl From London

16. I’ll Be Around

17. Always On The Run (Instrumental)

18. It Ain't Over Til It's Over (12” Remix Instrumental)

19. It Ain't Over Til It's Over (12" Extended/Dub version)



CD 2

1. Riding On The Wings Of My Lord (Rough Demo)

2. It Ain’t Over Til It’s Over (Home Demo)

3. What The .... Are We Saying (Home Demo)

4. The Difference Is Why (Home Demo)

5. Riding On The Wings Of My Lord (Funky Vocal)

6. Riding On The Wings Of My Lord (Instrumental)

7. Framed, Lying, Crying (Instrumental Segue)

8. Stand By My Woman (Instrumental)

9. Stop Draggin' Around (Live in Rotterdam)

10. Always On The Run (Live in Rotterdam)

11. Fields Of Joy (Live in Rotterdam)

12. Stand By My Woman (Live in Rotterdam)

13. More Than Anything In This World (Live in Rotterdam)

14. Always On The Run (live in Japan)

15. Stop Draggin' Around (live in Japan)

16. What The... Are We Saying? (live in Japan)

Mama Said (Re-Release)


Cover - Mama Said (Re-Release) Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 35
Länge: 139:37 ()
Label:
Vertrieb:
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Daybreaker

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ARCHITECTS hatten mit „The Here And Now“ einen Schwenk hin zu stärkerer Massenkompatibilität vollzogen, der nicht bei jedem gut ankam. Ob und wieweit sich dieser Schritt ausgezahlt hat, wissen Band und Label am Besten, aber vielen Fans der Frühwerke dürfte die neue Ausrichtung missfallen. Das wird sich mit „Daybreaker“ nicht ändern, denn auch wenn ARCHITECTS etwas brachialer vorgehen als bei „The Here And Now“, ist das Album kein Vergleich zu ihren ersten Releases. Songs wie „These Colours Don’t Run“ sind in der Minderheit, was schade ist, da ARCHITECTS hier zeigen, dass brutal immer noch geht und ihnen auch anno 2012 noch gut zu Gesicht steht. Der Fokus liegt auf im ersten Moment komplexen Songs, die vor allem Shouter Carter immer wieder fordern und viel Spielraum lassen, sich aber nach einigen Durchläufen als zu ähnlich gestrickt entpuppen und oft wie mit gezogener Handbremse fahrend wirken. Phasenweise geht die Chose gut ins Ohr und hält die richtige Balance aus Brutalität und Eingängigkeit, aber viel zu oft kommt dann ein unpassend wirkender Break und die ganz Energie ist flöten gegangen. Dazu kommt eine zu undifferenzierte Produktion, die „Daybreaker“ nicht den nötigen Punch verschafft. ARCHITECTS haben einige gute Ideen in den elf Songs verwurstet, aber mehr als Stückwerk ist das nicht geworden, dafür sind zu viele Songs zu überfrachtet oder zu harmlos. Wer „The Here And Now“ mochte, kann ja mal reinhören; alle, die bis „Hollow Crown“ bei der Band waren, können sich „Daybreaker“ schenken.

Daybreaker


Cover - Daybreaker Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 11
Länge: 42:10 ()
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Babylon

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Hinter MATT SKIBA AND THE SEKRETS verbirgt sich eine kleine All-Star-Band. Der ALKALINE TRIO-Frontmann hat sich nämlich Hunter Burgan von AFI am Bass und Jarrod Alexander von MY CHEMICAL ROMANCE an den Drums als Verstärkung dazugeholt. Eine andere Aufgabe haben die beiden hier wirklich nicht, denn Skiba hat alle Songs alleine geschrieben und betont auch, dass er endlich einmal keine Kompromisse eingehen wollte, was eben auch der Grund für seinen musikalischen Alleingang ist. So ganz wird aber nicht klar, warum er das Material nicht mit seiner Hauptband umgesetzt hat, denn der Großteil könnte auch vom ALKALINE TRIO stammen. Die Songs kommen punkig, melodisch, oft auch poppig, dabei aber ebenso melancholisch daher und an jeder Ecke gibt es hymnische Refrains zu hören. Songwriting-technisch ist das alles toll gemacht, und Skibas charismatische Stimme verleiht der Musik eine einzigartige Note, die den meisten anderen fehlt, die sich an einem ähnlichen Sound versuchen. „Babylon“ vermag aber doch auch immer wieder zu überraschen, z. B. durch das balladeske „Haven't You“ oder den 80er New Wave-Einschlag in „Falling Rain“. Auf Dauer wird es dann aber doch etwas zu schön, zu poppig und manchmal auch etwas schwülstig. Beim abschließenden „Angel Of Deaf“ (okay, lustiger Titel) übertreibt Skiba es dann endgültig mit der Gefühlsduseligkeit. Ein derartiges Pathos wäre sogar COLDPLAY zu kitschig. Unterm Strich ist „Babylon“ sicher kein schlechtes Album und hat durchaus starke Momente, weiß dabei aber nicht über die komplette Länge zu überzeugen.

Babylon


Cover - Babylon Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 10
Länge: 37:45 ()
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The Treachery Of Senses

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Nach ihrem Sieg beim finnischen Suomi Metal Star Contest machen sich die vier Nordmänner von ODDLAND mit „The Treachery Of Senses“ nun daran, die Szene aufzumischen. Die Musik beschreibt man am besten als eine Mischung aus Dark und Prog Metal, Sakari Ojanens Stimme ruft Erinnerungen an Landsmänner wie CHARON und SENTENCED wach, wobei ODDLAND deutlich progressiver klingen. Die Songs präsentieren sich wuchtig, melodisch und abwechslungsreich- von dunkel-rockig nach vorne treibend („Above And Beyond“) bis zu ganz ruhigen Momenten („In Endless Endeavour“) ist alles dabei, mitunter auch in ein und demselben Lied („Ire“). Die Band bewegt sich konstant auf musikalisch hohem Niveau und legt dabei eine große Detailverliebtheit an den Tag. FAZIT: ODDLAND haben ganz eindeutig das Potential, es weit zu bringen, da hat die Contest-Jury tatsächlich mal ganze Arbeit geleistet und einen sehr guten Riecher bewiesen!

The Treachery Of Senses


Cover - The Treachery Of Senses Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 10
Länge: 48:44 ()
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Heavy Metal Thunder – Live – Eagles Over Wacken

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SAXON und Wacken – das gehört zusammen – denn sieben Mal hat das NWOBHM-Urgestein bisher auf dem norddeutschen Acker gastiert. Da wundert es nicht, dass sich über die Jahre hinweg eine besondere Affinität zwischen den Briten und dem Festival entwickelt hat. Dem Rechnung trägt nun die neuste Veröffentlichung aus dem Hause EMI: SAXON – „Heavy Metal Thunder – Live – Eagles Over Wacken”. Wobei Live-Mitschnitte von SAXON bekanntlich keine Rarität sind. Der hier ist aber dann doch etwas Besonderes. Auf der Standard-DVD befinden sich 30 SAXON Songs, eine Best of der Wacken Auftritte von 2004, 2007 und 2009 sozusagen. Die Tracks kommen nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern entsprechen eher einem 265 Minuten langen Wunschkonzert. Jeweils zu Beginn des Songs wird Titel und Jahr kurz eingeblendet – und dann ab mit Spielfreunde in typischer SAXON-Manier. Wer sich allerdings alle drei Shows jeweils am Stück zu Gemüte führen möchte, muss auf eine der Special Editions des SAXON Live-Packages zurückgreifen – das sich dabei die Live-Klassiker wiederholen versteht sich von selbst. Ansonsten dürfte ein jedweder bei den vielen Titel seine Faves finden – Tracklist siehe unten.

Dabei kommt die DVD in Stereo und 5.1 daher, Bildformat ist 4:3, Untertitel in deutsch und englisch – Standard. Dazu noch ein Interview mit der Band, unterlegt mit Wacken- und Proberaum-Aufnahmen, ein recht witziges Nibbs Carter Interview mit einem Nachwuchsreporter und eine Bildergalerie. Über die Details der 6 (!) verschiedenen Formate soll sich ein jeder selbst nach seinem gutdüngen informieren. Ein Schmankerl – die Golden Ticket D2C/Direct To Consumer Box. In diesem limitierten Exklusivpaket gibt es neben den kompletten SAXON W:O:A Auftritte von 2004, 2007 und 2009 auf separaten DVDs noch eine SAXON Fahne und zehn „Goldene Tickets”, welche per Zufallsprinzip in den Boxen verteilt wurden. Das Ticket gewährt lebenslang freien Einlass zu jedem SAXON Konzert weltweit (ausgenommen Festival-Auftritte).

Als Bonus gibt es dann noch eine komplette Show aus Glasgow (14.04.2011), verteilt auf zwei CDs. Der Auftritt entstammt der letztjährigen „The Call To Arms“ Tour und bietet somit einen gelungenen Mix aus Klassikern und neuem Material – der Opener „Hammer Of The Gods“ ist schon mal klasse. Die beiden CDs kommen auf eine Spiellänge von ca. 110 Minuten und präsentiert die Herren Biff Byford (Vocals), Nibbs Carter (Bass), Doug Scarrat (Gitarre), Paul Quinn (Gitarre) und Nigel Glockler (Drums) mit ihrem typisch erdigen Sound bei verdammt guter Soundqualität.

Für SAXON und Wacken Maniacs ist das sicherlich eine schöne Sache – und wer sich bisher Live-mäßig seitens SAXON noch unterversorgt fühlt – die 30 Track DVD „Heavy Metal Thunder – Live – Eagles Over Wacken” ist pure Vollbedienung.




Best of Wacken 2009, ‘07, ’04

01 Batallions Of Steel

02 Heavy Metal Thunder

03 Metalhead

04 Let Me Feel Your Power

05 To Hell And Back Again

06 If I Was You

07 Killing Ground

08 Unleashed The Beast

09 Dogs Of War

10 Rock‘n Roll Gipsy

11 Travellers In Time

12 The Eagle Has Landed

13 747 (Strangers In The Night)

14 Dallas 1 p.m.

15 Witchfinder

16 Solid Ball Of Rock

17 20.000 Feet

18 Red Star Falling

19 Rock The Nations

20 The Power And The Glory

21 Stallions Of The Highway

22 Live To Rock

23 And The Bands Played On

24 Princess Of The Night

25 I‘ve Got To Rock (To Stay Alive)

26 Attila The Hun

27 Denim And Leather

28 Ashes To Ashes

29 Crusader

30 Wheels Of Steel



Glasgow 2011 Live (CD1 und CD2)

01 Hybrid (Intro)

02 Hammer Of The Gods

03 Heavy Metal Thunder

04 Back In 79

05 Never Surrender

06 I‘ve Got To Rock (To Stay Alive)

07 Dallas 1 p.m.

08 Call To Arms

09 Solid Ball Of Rock

10 Demon Sweeney Todd

11 And The Bands Played On

12 Man And Machine

13 Play It Loud

14 When Doomsday Comes

15 To Hell And Back Again

16 Motorcycle Man

17 Denim And Leather

18 Princess Of The Night

19 Crusader

20 747 (Strangers In The Night)

21 The Eagle Has Landed

22 20,000 Feet

23 Strong Arm Of The Law

24 Wheels Of Steel

Heavy Metal Thunder – Live – Eagles Over Wacken


Cover - Heavy Metal Thunder – Live – Eagles Over Wacken Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 54
Länge: 355:0 ()
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Map Of The Past

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Das letzte offizielle Werk „The Tall Ships“ (2008) von IT BITES war schlicht klasse, jetzt sind die Briten um Mastermind John Mitchell (ARENA, KINO, FROST) wieder zurück und präsentieren auch auf „Map Of The Past“ ihren typischen Neoprog mit ganz viel popigen Elementen recht überzeugend, wenn auch nicht ganz so stark wie gewohnt.

Die Platte hat zwar bei mir diesmal doch etwas länger gebraucht, um richtig zu zünden, und zwar nicht weil sie etwa sperriger wäre – eher im Gegenteil, aber ist in der Summe nur einen Tick “schwächer “ als der Vorgänger. Neu im Band-Line-up ist Lee Pomeroy, der mit einen super knackig daherkommenden Bass aufwarten kann (Gründungsmitglied Dick Nolan war bereits vor dem Erscheinen der letzten Scheibe ausgestiegen) und diesmal hat man sich inhaltlich ein eher nostalgisches Konzeptalbum auf die Fahnen geschrieben. Das Ganze spielt Anfang des 19. Jahrhunderts und entstand anläßlich eines vergilbten Familienfotos, auf eine sehr persönliche Entdeckungsreise mitnimmt. Eine Story voller Emotionen mit Liebe, Leidenschaft, Eifersucht und auch Wut bei der eine Art Zeitreise zu früheren Generationen mit vielen Kindheitserinnerungen abgehandelt wird, um u.a. dabei Dinge richtig zu stellen, die falsch gelaufen sind.

IT BITES gehen dabei ähnlich unkonventionell wie beim Vorgänger vor, in stilistische Schubladen pressen will man sich eher nicht, der Hörer soll sich lieber auf die Musik einlassen ohne diese allzu ernst zu nehmen. Gerade letzteres ist ja bei eher konservativen Progfans sich nicht jedermanns Sache, und ganz so aberwitzig (wie man es selbst verkaufen möchte) ist die Musik dann auch nicht ausgefallen. Klar, es gibt so manche Schlenker und Breaks aber alles noch im Rahmen abgefahren ist hier rein gar nichts sondern es wird letztlich alles in wohlige Melodien gepackt. Der melodramatische Start mit reiner etwas schummriger Orgelbegleitung und Solostimme hat was von PETER GABRIEL-Sachen, insbesondere stimmlich. Die weitere Umsetzung bietet erneut einige hörenswerte Schmankerl - die Band beherrscht beinahe perfekt den Mix aus Gefühl und (Prog) Rock. Egal ob mal etwas härter (wie das energetische "Wallflower" oder das etwas spröde „Flag“), dann wieder wunderbar hymnenhaft wie beim Titellied mit der fast überall präsenten Melancholie, dann wieder balladesk („Clocks“ mit schöner Kirmessounduntermalung) - dass alles hat Hand und Fuß in ist in schönen Arrangements perfekt verbunden. Der Gesang ist sehr emotionell, mit einen angenehmen Timbre es gibt viele schöne Gesangharmonien, die diese Story perfekt transportieren. Kompliziert oder gar verquert ist auf dieser CD so gut wie nichts, für mich sind die Fünfminüter trotzdem kleine Pop-Progsongs aufgrund ihre Anlagen in dieser Richtung nur ohne halt die typisch ausladenden Strukturen oder instrumentellen Orgien der „echten“ Genrevertreter. Quasi als I-Tüpfelchen hat man sich dann noch das London Symphony Orchestra dazugeholt, wobei die Streichersequenzen dem ein oder anderen eventuell etwas zu viel sein mögen. Meine Favoriten sind ganz klar, das melodramatische „The Big Machine“ sowie das eher treibende „Cartoon Graveyard“.

Die Songs auf „Maps Of the Past“ mögen mitunter recht einfach wirken ohne große stilistische Überraschungseffekte, haben aber einfach einen gewissen Charme und sind schlichtweg gut gemachte Unterhaltung. Wenn noch ein zwei schnellere Sachen dabei gewesen wären, hätte man am Niveau des Vorgängers durchaus kratzen können, so langt es halt nicht ganz.

Das Album erscheint auch als Special-Edition mit einer Bonus-CD inklusive sechs Livetracks.

Map Of The Past


Cover - Map Of The Past Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 11
Länge: 52:40 ()
Label:
Vertrieb:
Review:

Till The Wheels Fall Off

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Bob Wayne legt nach. Nachdem der selbst ernannte Country-Outlaw Anfang letzten Jahres sein erstes offizielles Album veröffentlicht hat, ist soeben sein zweites erschienen. Musikalisch hat sich hier nichts verändert. Auch auf „Till The Wheels Fall Off“ wird gefiedelt, gezupft und gepluckert, was das Zeug hält. Die Texte sind ebenfalls wieder voll von ironischer Trucker-Romantik, Geschichten über Drogen, Frauen und Konflikten mit dem Gesetz und lassen einen immer wieder breit grinsen. „Ain’t no Diesel Trucks in Heaven, boys/They’ve all drove to Hell“ heißt es da z. B., und später dann „Spread my Ashes on the Highway“. In „All My Friends” berichtet Wayne über seine Erfahrungen mit Kokain, Heroin und LSD, in „Lost Vegas” geht es um Spielen, Alkohol und Huren und in „Wives Of Three“ stellt er seiner Mutter seine drei Ehefrauen vor. „I got Evil in my Blood” gesteht er in “Devil’s Son”, und ein Titel wie „Fuck The Law” spricht sowieso für sich selbst. Ja ja, das ist wirklich ein großer Spaß, Herrn Wayne zuzuhören. Wie gesagt, wesentlich anderes als auf „Outlaw Carnie“ wird hier nicht geboten, sondern einfach mehr vom bereits Bekannten, und wer mit Country gar nichts anfangen kann, wird auch mit „Till The Wheels Fall Off“ nicht warm werden. Ich aber sage: Wenn Country, dann so, wie ihn Bob Wayne spielt und singt, dreckig, böse und unangepasst. Auf „All My Friends“ singt übrigens Hank Williams III – der Enkel von Hank Williams – mit, was ja schon fast einem Adelstitel gleichkommt.

Till The Wheels Fall Off


Cover - Till The Wheels Fall Off Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 13
Länge: 42:50 ()
Label:
Vertrieb:
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Grind The Ocean

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Die fünf Briten von THE SAFETY FIRE existieren seit 2006. Bisher wohl nur im tiefen Underground bekannt, hebt die technisch progressive Band jetzt ihr Debüt „Grind The Ocean“ via InsideOut aus der Taufe. Das Label ist ja bekannt für höchst interessante progressive Mucke und so haben THE SAFETY FIRE wohl einen idealen Partner gefunden.
„Grind The Ocean“ ist wirklich anders. Werden hier CYNIC, BETWEEN THE BURIED AND ME, MESHUGGAH oder auch THE FALL OF TROY mit leicht Emo lastigem Gesang versehen, packen die wirklich interessanten Gitarren Arrangements den Hörer von Anfang bis zum Ende der Platte. Sehr rhythmisches und melodiöses Gitarren-Picking, gepaart mit eben MESHUGGAH artigen dicken und sehr tiefen Ein-Akkord-Stampfern, machen „Grind The Ocean“ zu einem echtem Hörerlebnis. Hier muss einfach zehnmal gehört werden, bis man sich die komplexen Rhythmen und Strukturen verinnerlicht hat, um dann richtig tief mit den extrem starken Instrumentalisten von THE SAFETY FIRE abzutauchen in eine Welt voller Ecken und Kanten, Windungen und Wendungen, Sackgassen und Alleen voller wunderbarer verbotener Früchte. THE FALL OF TROY hatten seiner Zeit für ähnlich offener Münder gesorgt wie diese fünf Mannen heute. Bleibt zu hoffen, dass diese Band nicht wieder in ihrem eigenen Sumpf untergeht und sich noch lange über Wasser halten kann, um uns Hörern weiterhin so einen Genuss zu bereiten, wie es „Grind The Ocean“ tut. Unglaublich gut, unglaublich stark, unglaublich unglaublich.

Grind The Ocean


Cover - Grind The Ocean Band:


Genre: Nicht angegeben
Tracks: 9
Länge: 47:43 ()
Label:
Vertrieb:

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