Band:

In Extremo

Biografie

Das letzte Einhorn (Gesang, Harp und Cyster)
Der Lange (Gitarre)
Die Lutter (Bass, Trumscheid)
Der Morgenstern (Schlagzeug, Percussion, Pauke, Das Pferd)
Dr. Pymonte (Dudelsack, Schallmei, Flöte, Harfe)
Flex der Biegsame (Dudelsack, D-Sack, Schalmey, Flöte)
Yellow Pfeiffer (Dudelsack, C-Sack, Schalmey, Flöte, Nyckelharpa)

Da steht es "Das Pferd" und läßt Computern und Marshall-Amps, Dudelsack und Drehleier keinen Platz und zieht trotz beeindruckender Technik und meterbreiter Studio-Mischpulte die ungeteilte Aufmerksamkeit derjenigen auf sich, die IN EXTREMO während ihrer Aufnahmen zum neuen Album im Vielklang Studio besuchen konnten.
"Das Pferd" ist eine im Durchmesser fast anderthalb Meter breite Rahmentrommel, die das gesamte Fell eines Pferdes verschlingt. "Das Pferd" ist aber nicht nur Instrument, es steht letztendlich für IN EXTREMO, denn mit solchen Instrumenten wird nicht nur ein einzigartiger Sound kreiert, sie sind Sinnbild für Außergewöhnliches, für Eigenständigkeit, für Spaß an der Musik, für Experimentierfreudigkeit, Innovation und für das Extreme.
Selbstgebaute Instrumente, wie auch die verschiedenen Dudelsäcke, stehen bei IN EXTREMO aber auch für die Ursprünglichkeit ihrer Musik. Sie sind wichtiges Standbein der Musik und Teil der Band-Philosophie sich in der jahrhundertealten Tradition der Spielleute zu sehen. Sie stehen aber auch im weitesten Sinne dafür, alles von Beginn an in der Hand zu halten, selber zu bestimmen und eigene Wege einzuschlagen. Und wie es der Bandname schon verkündet, wollen IN EXTREMO ausloten was machbar ist, Extreme auskosten, aber auch Gegensätzliches zusammenführen. Mittelalter und Metal, Dudelsäcke und Elektronik, traditionelles Liedgut und aktuelle Rockmusik, E-Gitarren und eben auch "Das Pferd".
Nach 4 Jahren und 6 Alben (wovon drei im Eigenvertrieb vor allem auf Mittelaltermärkten verkauft wurden) gehören IN EXTREMO zu den wenigen deutschen Bands, die internationales Ansehen genießen, die ganz oben in den deutschen Charts stehen und trotzdem noch Kult und Szene-kompatibel sind. IN EXTREMO schuf sich eine eigene musikalische Nische und ein eigenes, unverkennbares Erscheinungsbild.
Sie lassen mit heruntergezogenem Visier alte, fast vergessene Stile auf zeitgemässe Rockmusik prallen und lassen Funken sprühen, wenn mit künstlerischem Feingespür selbstgefertigtes Instrumentarium auf Hightech Studio-Equipment trifft. Trotz aller Gegensätze entsteht ein harmonisches Klangbild und nichts klingt konstruiert. Wichtig ist aber, dass der Urgedanke der Band stets geblieben ist, historisches Liedgut zu spielen und die jahrhundertealte Kunst fortzuführen, Geschichten weiterzugeben, Mythen und Historie zu verarbeiten und ewig junge Themen wie Liebe, Tod, Krieg und Frieden aufleben zu lassen. Dass all dies dennoch zeitgemäß ist und auf Rock-Festivals und in den Konzerthallen weltweit nicht nur akzeptiert und sondern geliebt wird, zeigt wie diesen Ideen neues Leben eingehaucht und ein neues Kleid verpasst werden konnte.
"WECKT DIE TOTEN"
Das Debut kam aus dem Nichts und wirbelte mehr Staub auf, als zahlreiche Komparsen in bekannten Mittelalter-Filmen. Eine wilde Musiker Horde kam mit einer abstrusen Idee und sorgte für Aufregung. Was nach außen wie eine groteske Marketing-Idee aussah, war geprägt von Spontanität, Zusammenhalt, Freundschaft und dem Glauben, dass ein Becher Bier mehr zählt als so manche Konzepte und Pläne. Musik, Cover-Artwork, Bühnenshow, all das findet in diesem Album seinen Ursprung. Fans und Musikpresse staunten und liebten den rohen Charme des Erstlings. Die Konzerte wurden schlagartig voll und die Hallen größer.
"DIE VERRÜCKTEN SIND IN DER STADT"
Hiermit präsentierte man die andere Seite der Band. Die akustische Variante, die für Mittelaltermärkte und Gauklerfeste gespielt wird läßt, dem ursprünglichen Gedanken, historisches Liedgut zu spielen, noch mehr Freiraum.
"VEEHRT UND ANGESPIEN"
Mit dem dritten Album gelang der Durchbruch auf breiter Front.
Welche Beweise braucht man noch, dass es sich keineswegs um hängengebliebene Sandalen-Fetischisten handelt, die ihren Ritter-Fantasien nacheifern, wenn man die beeindruckend Charterfolge und Verkaufszahlen sieht. Platz 11 in den deutschen Verkaufscharts, Platz 9 in den DAC Charts unzählige Journalisten- und Lesercharts in den großen Rockzeitschriften und Metalmagazinen konnten mit diesem Album erreicht werden. Die großen Festivals wie Dynamo, Roskilde, Bizarre, Rock am Ring, Rock im Park oder Southside und Hurricane präsentierten das Septett zur besten Zeit auf den größten Bühnen.
Aber auch international konnte man Triumphe feiern, den Newcomer-Status abschütteln und sich etablieren. Wenn in Mexiko die Polizei für die Sicherheit der Band sorgt und sich Polizistinnen Autogramme auf den blanken Busen geben lassen oder MTV in den USA ausführliche Interviews macht, ist es mehr als ein gutes Zeichen - kann man aber vielleicht noch mit dem Exotenbonus erklären. Spätestens aber beim Lesen der nicht enden wollenden Pressemappe, ziehen diese Argumente wenig, denn auch Skandinavien, England, Spanien, Portugal, Tschechien, Polen, Griechenland, Rußland oder die Türkei sind im IN EXTREMO Fieber und feierten die Band. Unzählige musikalische Kreuzzüge durch Dänemark, Finnland, Holland, die Schweiz, Österreich, Luxemburg, Mexiko oder die USA vergrößerten das Ansehen und brachten eine eingeschworene Fangemeinde.
"SÜNDER OHNE ZÜGEL"
Da ist es nun, das oft gefürchtete dritte (reguläre) Album. Doch wie "DAS LETZTE EINHORN", Sänger und Frontmann der Spielleute, so schön formulierte, kann - nachdem das Haus mit "Weckt die Toten" gebaut und mit "Verehrt und angespien" das Dach gedeckt wurde - endlich eingezogen und die Hütte in vollem Glanz ausgeschmückt werden. Die Band hat sich bewiesen, ist in sich gefestigt und sucht nach neuen Wegen und Möglichkeiten.
Der Titel des neuen Albums ist von vielen Seiten zu lesen und gibt einiges über die Band preis. Die ungestüme Seite der Prenzl´berger Sieben ebenso, wie die ausschweifende, auf Konventionen zu verzichten und Neues zu wagen, wenn es nur selber gefällt. Doch auch die Texte greifen immer wieder die Sünde und die Hemmungslosigkeit auf, jahrhundertealte Themen, die scheinbar auch heute die Kids und Fans ansprechen und aus voller Kehle mitsingen lassen.
"SÜNDER OHNE ZÜGEL" gibt als Titel aber auch die musikalische Marschrichtung vor. Zügellos und haltlos, selbstbewusst und ausschweifend. So war die Stimmung bei den Aufnahmen und keineswegs ängstlich oder selbstzweifelnd. Und genau das hört man dem Werk auch an. Songs wie "Der Wind" oder "Krummavísur" wären vor Jahren noch undenkbar gewesen, ein Titel wie "Über den Wolken" ist eine Standortbestimmung und neben "Vollmond" - einer schon vorab präsentierten Single - sicher einer der Höhepunkte des Albums. Doch einzelne Titel herauszupicken wird dem Album nicht gerecht. "SÜNDER OHNE ZÜGEL" ist eine Weiterführung und eine weitere gelungene Gradwanderung, man geht noch weiter als dies bisher getan wurde. Noch mehr "Mut zur Moderne", subtil eingeführte Elektronik verfeinert den Gesamtsound, alles wird weiter ausgereizt und erweitert. Nicht zuletzt nahm man sich fast 6 Monate Zeit für die Vorbereitung und Aufnahme des Albums. Man hört deutlich, die verschiedenen Bestandteile haben zusammengefunden und unüberhörbar sind die Einflüsse und Akzente, die "DER LANGE" setzt, der seit einem Jahr als neuer Gitarrist dabei ist. Es rockt! Es klingt nach "Hier und Jetzt" und trotz allem bleibt es unverkennbar IN EXTREMO.
Wie immer stehen die Sandalen also im Staub vergangener Jahrhunderte, nur der Helm hat mittlerweile Freisprechanlage. Weiterhin halten sich selbstgeschriebene Songs und traditionelle Weisen die Waage. Es bleibt handgemachte Musik, vereint mit dem Glauben an alte Traditionen und Künste. IN EXTREMO ist offen für Innovation, Experimente und Ideen und das Fundament für all dies steht die Ursprünglichkeit und Bodenständigkeit der einzelnen Musiker, denn wichtig ist "dass das Bier weiterhin in der Band schmeckt" wie Dr. Pymonte es so treffend formuliert - bevor er seinen Rüden zur Hundezucht-Prüfung anmelden muß.

Quelle: http://www.metalblade.deDiscografie

2001 Sünder Ohne Zügel

2000 Vollmond (EP)

1999 Verehrt Und Angespien

1998 Die Verrückten Sind In Der Stadt (live)

1998 Weckt Die Toten!

1998 Hameln (akustisch)

1997 In Extremo (akustisch)

www

Reviews

Am Goldenen Rhein - Cover
Gute Livebands brauchen gute Livealben - und üblicherweise auch eine ganze Reihe davon. Und so erblickt nur ein Studioalbum nach "Raue Spree" die nächste DVD das Licht der Welt.
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Es sind erstaunlich wenige Bands übrig geblieben aus der Zeit des Mittelalterhypes vor einigen Jahren.

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