Review:

Quid Pro Quo

(In Extremo)

TIPP

Nachdem ein erster Vorgeschmack auf das neue Material bereits live gegeben wurde, ist es nun so weit: „Quid Pro Quo“, das neue Werk von IN EXTREMO steht frisch gepresst in den Läden. Hoch sind die Erwartungen, haben sich die Spielmänner inzwischen doch einen beachtlichen Ruf erspielt.  Mit „Störtebecker“ (einem Stoff, der für Mittelalter-Kombos ja nun wirklich geradezu prädestiniert ist) geht die Band von Anfang an in die Vollen: der Song beginnt vielversprechend rockig-melodiös und hat eindeutig das Zeug zur Live-Hymne. Zwar dürfte mancher Hörer, den die jüngere musikalische Entwicklung der einen oder anderen Mittelalter-Band aktuell eher mit Bedauern als mit Begeisterung erfüllt, angesichts des sehr punkigen Refrains zunächst etwas alarmiert aufschrecken, aber seid beruhigt: nein, es klingt nicht das gesamte Album so und es klingt schon gar nicht alles gleich, und mit diesem Wissen im Hinterkopf macht „Störtebecker“ dann auch Spaß.  Der Titeltrack „Quid Pro Quo“ und das melancholische „Lieb Vaterland, Magst Ruhig Sein“ kommen ungewohnt politisch daher. Im Gegensatz zum Vorgänger „Kunstraub“, auf dem solche Ausflüge fehlten, finden sich auf „Quid Pro Quo“ erfreulicherweise auch wieder fremdsprachige Lieder, wie das estnische „Pikse Palve“, das ausgeprägtes Mittelaltermarkt-Flair verbreitet, und das walisische „Dacw ´Nghariad“. Die Zuneigung der Band zu Russland demonstriert das gleichermaßen gelungene wie schwermütige, auf Russisch gesungene  „Schwarzer Rabe“, für das man sich (wie auch bei „Roter Stern“) mit dem Moskauer Kosaken Chor zusammentat; weitere Gäste hat man sich mit Hansi Kürsch von BLIND GUARDIAN (ebenfalls bei „Roter Stern) sowie Marcus „Molle“ Bischoff und Alexander „Ali“ Dietz von HEAVEN SHALL BURN (bei „Flaschenteufel“) ins Boot geholt. Und weil´s so schön war, darf zum Abschluss natürlich auch ein klassisches Sauflied in Form des programmatisch betitelten „Sternhagelvoll“ nicht fehlen.

FAZIT: gelungenes Werk, mit dem IN EXTREMO ihre Stärken demonstrieren.

Quid Pro Quo


Cover - Quid Pro Quo Band:

In Extremo


Genre: Rock
Tracks: 11
Länge: 42:0 (CD)
Label: Vertigo Berlin
Vertrieb: Universal
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