Review:

Once Upon A Time

(Cryptex)

TIPP

Folkige JETHRO TULL, theatralische QUEEN, dramatische SAVATAGE, eine Prise querlaufende RUSH und dazu eine kauzige, eigentümliche Gesangsstimme - und fertig sind CRYPTEX. Wobei, eigentlich ist die Band aus dem Norden der Republik mittlerweile schon selbst eine Marke und nur bedingt vergleichbar mit anderen: eigen, ein deutlich gezeichnetes Profil sowie ein unverkennbarer und charakteristischer Sound. Diesem Sound ist die Band nunmehr seit 12 Jahren treu und untermauert das mit ihrem dritten Studio-Album "Once Upon A Time".

Schwülstig und bombastisch eröffnet der Titelsong das Album, wobei er sich für CRYPTEX-Verhältnisse überraschend geschmeidig in die Ohrmuschel legt. Natürlich scheiden sich die Geister an Simon Moskons stelziger, mit viel Eigenheit ausgestatteter Stimme und an seinem Gesangsstil. Hier gilt love it or leave it. "Once Upon A Time" ist prachtvoll und ambitioniert. Die Songs öffnen sich wie Blumen, nichts scheint hier schnell und hastig arrangiert worden zu sein. Eine Nummer wie "Bloodmoon" erfasst der Hörer nicht in einem Durchlauf. Hier wechseln sich Härte, Tempo, Intensität und Stimmungen wie das Farbenspiel eines Chamäleons. Dieser Wandel im Song fordert zu Beginn, unterhält aber im Verlauf ungemein. CRYPTEX beschreiten kontinuierlich ihren Weg, ohne zwingenden Blick auf Gefolgschaft. Das verdient Respekt, lässt die Band wachsen und ihren ureigenen Stil entwickeln und festigen. "Once Upon A Time" ist somit logischerweise ihr reifstes und bis dato, was das Songwriting und die Performance angeht, das gelungenste und schöpferischste Werk. Ich finde hier keinen einzigen halbherzigen Song - jede Nummer hat eine Idee/ein Konzept, wenn auch nicht immer gleich nachvollziehbar. Ich für meinen Teil genieße das Album, je mehr ich es höre.

 

 

Once Upon A Time


Cover - Once Upon A Time Band:

Cryptex


Genre: Progressive
Tracks: 12
Länge: 43:45 (CD)
Label: Steamhammer (SPV)
Vertrieb: SPV