Konzert:

NO-BRAINER & FORMOSA - Ulm, Hexenhaus

Konzert vom 02.04.2022

Die Band FORMOSA aus dem Ruhrgebiet hatte wie so viele Bands in den letzten zwei Jahren immer wieder Pech mit den gebookten Terminen. Größere Touren als Support, aber auch eigene Konzertabende, die sehr lange vorbereitet worden waren, mussten aufgrund der Sache mit dem „großen C“ abgesagt werden. Ich hatte schon befürchtet, dass die neue Reihe an Shows im April auch wieder auf der Kippe steht, aber jetzt sind ja fast alle Maßnahmen doch irgendwie ganz „plötzlich“ (zumindest fühlt es sich so an) ausgelaufen, und einem fröhlichen Rock-Abend stand eigentlich nichts mehr im Wege. Fast nichts. Denn wie soll es so anders sein, als dass Anfang April einfach mal 'ne richtige Ladung Schnee aufs Ländle ausgekippt wird, was vielleicht der Hauptgrund war, dass am Samstag zur „Prime-Time“ leider nicht ganz so viele Leute sich in den Gemäuern des Ulmer Hexenhaus eingefunden hatten.

Den Start machten die lokalen NO-BRAINER, welche ich persönlich schon oft in Line-Ups von Konzerten und auch kleinen Festivals wahrgenommen, aber noch nie live gesehen hatte. Die Band um Sänger und Gitarrist Heri Autenrieth spielt traditionellen Metal, der vor allem an RAGE, aber meines Erachtens auch ein bisschen an IRON MAIDEN erinnert, zumindest musikalisch. Wir waren wunderbar unterhalten, und dem Wunsch nach einer Zugabe des Publikums wurde gerne in der Form des ein zweites Mal gespielten Hits „All Fake“ nachgekommen.

Vollends in die glorreichen 80er katapultiert wurde das Publikum dann mit dem Haupt-Act FORMOSA, die nun schon das dritte Mal in Ulm gastierten, nach einem regulären Auftritt im Studentencafé im Frühjahr 2018 und ein halbes Jahr später dann akustisch im Swobster's. Nach zwei Jahren, in denen es richtig mau war mit kleineren guten Konzerten, war es wirklich richtig toll, die Band, die inzwischen auf ein Quartett angewachsen ist, wieder live zu sehen. Die reduzierte Funktion als Sänger only führt Nik Bird bestens aus und sorgt für eine knackige Bühnenshow, in der Genre-mäßig natürlich viel geposed wird. Musikalisch gibt’s hier allerfeinsten 80er-Rock/Hair Metal mit einer Stimme, die oft an den sehr jungen Vince Neil erinnert, und Songs, bei denen vor allem die Kracher „Sorry For Being Sexy“, „Fuck Up Your Liver“, „Sold My Soul“ und „Night Of The Witch“ (die Walpurgisnacht, in der die Jungs als Jungendliche im Raum Überlingen ihre ersten Erfahrungen mit Bier, Kiffen und Sex sammelten) hervorstechen, aber auch die Power-Ballade „Hellfire“. Ein rundum gelungener Abend, bei dem sich genug Möglichkeiten zum Headbangen, Tanzen und auch Mitsingen boten. Live music is back!



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