Konzert:

WACKEN OPEN AIR 2016

Konzert vom 04.08.2016

Es war sonnig, es war matschig, es war wieder sonnig und dann wieder Matsch. Am Ende des Ausflugs gen Wacken waren die Bodenverhältnisse wieder ok und die Abreise funktionierte halbwegs reibungslos. Das 27. WACKEN OPEN AIR war auf jeden Fall wieder eine Reise wert. Dabei gibt es gar nicht so viel Neues zu berichten. Das Wetter bot wie bereits erwähnt alles was man im Norden erwarten kann. Die Stimmung auf den Zeltplätzen war wie immer unschlagbar und vor allem friedlich. Die Polizei berichtet einmal mehr von so gut wie keinen Vorkommnissen, die Diebstahlzahlen gingen zurück und der Ablauf des Bühnenprogramm verlief reibungslos.  Im Wackener Dorf konnte man sich bereits ab Dienstag an diversen Bier & Essenständen austoben. Überall lief Musik und man konnte sich problemlos mit Metalheads aus der ganzen Welt austauschen. Im Wackinger Village gab es mittelalterliche Spiele, Showkämpfe diverser Gruppierungen, Lager, abwechslungsreiche Essensangebote und eine etwas andere Biergartenatmosphäre. IRON MAIDEN zweifelsfrei das musikalische Highlight und ein gern gesehener Headliner. Aber auch kleinere Bands wussten auf den Nebenbühnen zu überzeugen. WACKEN ist und bleibt das Mekka der Metal Fans - auch wenn stets über Kommerz und Ausverkauf Absichten geschimpft wird - die Orga ist jedes Jahr aufs Neue nahezu perfekt und als Gast fühle ich mich stets wohl. Und nun viel Spass beim stöbern in unseren Bandberichten.... Wir sehen uns nächstes Jahr....(xhb)

 

DER DONNERSTAG

Donnerstag nachmittag, 16:45, grauer Himmel, die Frisur hält. Nach dem obligatorischen SKYLINE Auftritt und AC/DC's Intro „It's A Long Way To The Top“ entert die NwoBHM Legende SAXON mit „Battering Ram“ die Black Stage. Verständlich, dass Songs des aktuellen Albums promoted werden müssen, aber ein anderer Einstieg wäre sicher stimmungsfördernder gewesen. Ok, mit „Motorcycle Man“ wird deutlich nachgelegt und Sänger Biff kann sich wagen zu fragen: „Good to be back in Wacken, how are you feeling?“ Er weiss es, denn das 1979 gegründet Metal Flagschiff rockt bereits zum neunten Mal den heiligen Acker. Und SAXON können Wacken. So ist „Sacrifice“ der einzige neue Song. Alte Diamanten wie „20.000 Feet“, „The Power And The Glory“ und „Solid Ball Of Rock“ bringen die Fans zum Springen. Vor „The Eagle Has Landed“ wird ein mit Kamera bestückter Ballon in die Stratosphäre geschickt, der eindrucksvolle Bilder des Geländes auf die Bildschirme schickt. Der nächste Song „Heavy Metal Thunder“ wird Lemmy gewidmet. MOTÖRHEAD nahmen SAXON 1980 als Vorband auf Tour und seitdem verband die Bands eine enge Freundschaft. Auch bei Lemmy's letzten Konzerten teilte er die Bühne mit Biff & Co.  Mit den Alltime-Hymnen „Denim And Leather“ and „Princess Of The Night“ endet ein weiterer denkwürdiger Wacken-Auftritt der Sachsen. (J)

FOREIGNER in Wacken? Diese Erfinder von Pop-Songs wie „I Wanna Know What Love Is“ auf dem größen Metal Festival der Welt? Die Schar der Skeptiker ist gewaltig als die Briten - mit amerikanischem Sänger – die Bühne betreten. Aber nach Klassikern wie „Double Vision“ und „Head Games“ sind die ersten Kritker verstummt. Und spätestens bei „Cold As Ice“ ist ebenjenes gebrochen. Mastermind Mick Jones und Sänger Kelly Hansen (in weißer Hose...) ziehen eine perfekte Rock Show ab und überzeugen die Menge, dass eine Band mit zehn Multi-Platin-Alben und 75 Millionen verkauften Alben ein Recht hat, in Wacken zu spielen. Und so singen tausende die größten Hits „Urgent“ und „Juke Box Hero“ lautstark mit. Und bei der so geächteten Ballade „I Wanna Know What Love Is“ sind selbst bei den harten Jungs in der ersten Reihe ein paar feuchte Augen zu erkennen. Vielleicht sind es ja nur Bier-Spritzer... (J)

Mit  WHITESNAKE Betritt eine weitere Rock Legende  die Black Stage um 19:45. Perfekte Festival-Zeit für David Coverdale und seine Band. Nach dem Who-Song „My Generation“ startet die Weiße Schlange mit „Bad Boys“ und „Slide It In“ - allerdings ohne große Reaktionen im Publikum. Mag sein, dass das Angebot mit SAXON, FOREIGNER und IRON MAIDEN an diesem Tag einfach zu fett ist. Obwohl David C. nach all den Bandwechseln vielleicht gar nicht genau weiß, wer neben ihm auf der Bühne steht, präsentiert sich die Band um Drummer Tommy Aldriche in bester Form. Und auch Coverdale selbst, im weißen Hemd und mit noch weisseren Zähnen, nötigt einem Respekt ab. Schließlich ist der Mann 65. Und so feuern WHITESNAKE mit „Crying In The Rain““, „Here I Go Again“ and „Still Of The Night“ ordentlich Hits ins Volk bevor es mit  „We Wish You Well“ und Monty Pythons „Always Look On The Bride Side Of Life“ zu Ende geht. (J)

Wie beschreibt man den Auftritt einer Legende wie IRON MAIDEN ? Der größten Metal Band des Planeten... auf dem größten Metal Festival der Welt... Zunächst einmal: Yes, they made it. Nach 71 Show weltweit brachte die Ed Force One den Headliner sicher und wohlbehalten nach Norddeutschland, um das letzte Konzert der „Book Of Souls“-Tournee zu absolvieren. Und wer MAIDEN heißt lässt sich nicht lumpen – muss man bei der Gage wohl auch nicht… Insofern fahren die Briten auch auf dem heiligen Acker eine fette Produktion auf. Mit der einem Maya Tempel nachempfunden Bühne und tausenden Scheinwerfern, die direkt nach dem Intro zu „If Eternety Should Fail“ ihren eindrucksvollen Dienst beginnen. Und die Eisernen Jungfrauen habe britisches Wetter im Gepäck... Von kleinen Schauern bis zu echtem Wolkenbruch – ein wirklich feuchter Abend… Aber die meisten der 80.000 vor der Bühne interessiert das kaum – rain or shine eben. Störender ist da für manchen schon, dass die ersten Songs fast durchgehend dem aktuellen Album entstammen.„Speed of Light“, „Tears Of A Clown“ und das starke „The Red And The Black“ sind prima, aber um in Stimmung zu kommen nicht völlig ideal gewählt.  Aber spätestens als Bruce seinen Hoody in eine rote Uniform wechselt und den Union Jack für „The Trooper“ schwingt, stimmen alle in den Wacken Chor ein. Und, Respekt, auch noch so einer langen und strapaziösen Tour präsentiert sich die Band professionell und in bester Laune. Adrian Smith und Dave Murray wirken total relaxt, Janick Gers zelebriert seine ganz eigene Performance, Steve Harris treibt das Team mit seinen unvergleichlichen Bassläufen, Plattnase Nicko Mc Brain bearbeitet die Drums wie ein Uhrwerk. Und Flugkapitänin Bruce Dickinson springt auf der Bühne herum wie ein verrückter Hund, reißt Moster Eddi während „The Bool Of Souls“ das Herz heraus... und singt wie ein junger Gott. Wacken feiert seinen Headliner bei Hymen wie „Fear Of The Dark“, „Number Of The Beast“, „Iron Maiden“. Als Einleitung zu „Blood Brothers“ gibt Bruce sein persönlches Statement zu Terror und Krieg. „I don't care a shit on people killing in the name of religion, race and so on. We are all family. And the answer to all the shit happening around the world ist standing together like bloodbrothers!“ Wie wahr – Musik verbindet uns alle, weltweit! (J)

Lemmy – born to lose, live to win

Obwohl Wacken 2016 so viele Fans und so viele Bands wie immer am Start hatte, darunter Ikonen wie SAXON und MAIDEN, war etwas anders. MOTÖRHEAD hatten ihren Auftritt geplant und wurden schmerzlich vermisst. Noch mehr eine Legende, die nie wieder kommen wird: LEMMY: Und so beginnt um 23:45 die Night To Remember, eine sehr emotionale Veranstaltung. Die Lichter gehen aus und der MOTÖRHEAD Bomber schwebt über der Bühne ein. Dann beginnt ein Konzert... ohne Band. Die Bühne in vollem Licht, aber Gitarre, Drums, Bass und Micro fehlen. Statt dessen wird ein Mix aus Live Gigs, Interviews und Videoclips auf den riesigen Screens eingespielt. Gefolgt von einer Live-Ansprache der verbliebenen Motörheads Phil Campbell und Mikkey Dee, die die Fans einladen Lemmy und das Leben zu feiern. Gänsehautmomente! (J)

 

DER FREITAG

Die Nachmittags Zeltbands haben sich zumindest bei mir fest etabliert. Jedes Jahr sind hier in der Tat mega geile Acts am Start. Dieses Jahr besonderes Highlight in jedem Fall die tschechische Kapelle SEBASTIEN. Schon alleine der charismatische Frontmann George Rain weiss mit seiner Ausstrahlung, Bühnenpräsens vor allem aber seiner klaren und dennoch abwechslungsreichen Stimme zu überzeugen.  Der symphonische Power Metal weist in Songs wie „Strangers At The Door“ oder „Phoenix Rising“ durchaus Alleinstellungsmerkmale auf und erinnert gleichzeitig manchmal sogar an die ganz alten Sonata Arctica Scheiben. Zwischenzeitlich dürfen auch mal Henning Wanner (Circle II Circle, Keys) und Mayo Petranin (Signum Regis) im Duett mitsingen. Mit ihrer Hymne „Crucifixion Of The Heart“ haben SEBASTIEN ja quasi mit Wacken Geschichte geschrieben (Soundtrack im offiziellen WOA Trailer 2016) und punkten auch heute. Auch wenn es nicht proppe voll war vor der Headbangers Stage – zufrieden sein dürfen die Tschechen mit ihrer Leistung auf jeden Fall! (xhb)

 

Es ist Freitagmittag und die Sonne brennt auf das Infield. Da kommt es gelegen, dass auf der W.E.T. Stage im Schatten spendenden Zelt THE VINTAGE CARAVAN nach ihrem Wacken-Debut 2014 ihren psychedelischen 70er-Jahre-Rock zum Besten geben. Leider ist das Publikum nicht so zahlreich, als dass es dieser jungen, energiegeladenen Band gebühren würde. Frontmann Óskar Logi Ágústsson scheint bei „Babylon“ in anderen Sphären zu schweben als er seine Gitarre bearbeitet. Nach einem kurzen Ständchen für den neuen Schlagzeuger Stefán Ari geht es fulminant weiter. Die ruhigeren Töne, wie bei „Innerverse“, erzeugen hingegen Gänsehaut. Während Óskar seine Gitarre ständig umstimmt, spielt er mit der Menge wie ein alter Hase. Beim Schlagzeugsolo vor „Expand your Mind“ zeigt sich, dass die neue Errungenschaft des Festivals – der Holzfußboden im Zelt – neben trockenen Füßen die wunderbare Eigenschaft der Schwingungsübertragung aufweist, was zu einem gleichwohl intensiveren Erlebnis führt. Zu guter Letzt gibt sich der Bandleader Fan-nah, steigt in den Fotograben und surft auf den Händen der Crowd von vorne nach hinten und wieder zurück. VINTAGE CARAVAN waren mal wieder geil-energetisch. In einem späteren Slot wären zweifelsohne mehr Metalheads in den Genuss der abgedrehten Isländer gekommen. Schade, aber man darf hoffen, sie alsbald wiederzusehen. (cm)

 

Der Platz vor der Headbangers Stage ist picke packe voll als die Erfinder des Oriental-Metal ORPHANED LAND mit dem Kracher „All is One“ die Bühne betreten. Trotz extrem stickiger Luft geht die Menge zu „Barakah“ gut ab. Zu dem sehr getragenen mit progressiven Einflüssen versehenen „Birth of the Three“ springt die Menge nach Aufforderung extatisch im Takt. Nachdem die Israelis mit Sprechchören gehuldigt wurden, betritt zu „Sapari“ eine Bauchtänzerin in blauem Glitzerfummel die Bühne und lässt gekonnt die Hüften kreisen. Zu „Norra El Norra“ bekommt sie Unterstützung von einer weiteren Tänzerin, geschmückt mit roten Flügeln. Es bleibt, mich für druckvolle Riffs und den interkulturellen Austausch zu bedanken. (cm)

Ein knapp einstündiges Set von AXEL RUDI PELL ist auch in Wacken leider nur Standard. Schaffte es das Urgestein um Gitarrenhexer Axel Rudi Pell schon bei ihrem fast 3 Stündigen Jubiläumskonzert durch echte Songüberraschungen zu glänzen, gelingt das halt bei einer kurzen Performence noch weniger. Nach „Fire“ zum Einstieg komtm mit „Fool Fool“ der erste Klassiker. Musikalisch passt das alles. Johnny Gioeli überzeugt durch seine Rockröhre und lockeres Auftreten, Cheffe selber kann halt auich Gitarre spielen und Ferdy Dörnberg an den Keys ist eh immer gut drauf. Immerhin packen die Ruhpotter zwei kleine Medleys aus – " Nasty Reputation" mit "Strong As A Rock" sowie „"Edge Of The World" mit "Call Her Princess". Als langjähriger Fan der Band ein solides Konzert ohne besondere Überraschungen. (xhb)

Ein bisschen Spass gefällig? Nein - nicht JBO böllern über die Party Stage – es sind die Norddeutschen Haudegen um TORFROCK. Während sich dutzende Trunkenbolde im Wackener Schlamm austoben (und nicht gerade ungefährliche Wrestling Moves üben) zelebrieren die Herren um Klaus Büchner und Raymond Voß (beide Stimmgeber in den Werner Filmen) Gassenhauer wie „Presslufthammer BBBernhard“ und „Die Bagaluten Band“. Das macht schon echt Spass den Plattdeutschen Ulknudeln auf der Bühne zu zu schauen. Auch wenn es kein Metal ist – es passt einfach nach Wacken und bei „Beinhart“ brechen eh alle Dämme. „Volle Granate Renate“ eben… (xhb)

 

Vor einigen Jahren begann eine Band namens JEFF KILLED JOHN irgendwo in den grünen Feldern von Wales Songs von Metallica und Nirvana zu covern. Heute, Freitag, 5.8.16, spielen sie als BULLET FOR MY VALENTINE auf dem größten Metal Festival der Welt. Das nennt man wohl „Karriere“! Wobei einige Fans wohl irritiert sind, dass die Band auf der True und nicht der Black Stage spielt. Doch den Jungs um Sänger Tucker scheint das vollkommen schnuppe. Sie wollen rocken. Wie Tucker sagt: „It's a fucking honour to play here!“  Nach neuen Sachen wie „No Way Out“ und „Skin“ bringt das gefeierte „4 Words (To Choke Upon“) die ersten circle pits. Und BTMV sind heute Glückskinder – kein Regen, dafür traumhaft blauer Himmel und eine untergehende Sonne, die die Bühne in goldenes Licht taucht. Oder wie Tucker richtig  resümiert: “Songs wie „Army Of Noise“ wurden für Momente wie diese erschaffen!“. Die beseelten Fans danken es und feiern die musikalische Qualität der Band. Der lauteste Applaus brandet – wie nicht anders zu erwarten – bei den Klassikern wie „Scream Aim Fire“ und „Tears Don't Fall“ auf. Aber die Fans vor der Bühne goutieren auch die neueren Titel wie „You Want A Battle (Here's A War) und drehen bei den Zugaben „Your Betrayal“ und „Walking The Demon“ durch. Fazit: Fett! (J)

Die Menge ist ungeduldig: „Guardian, Guardian, Guardian“ schallt es übers Infield. BLIND GUARDIAN, der Headliner des Freitags, wird schon vor dem ersten gespielten Ton abgefeiert. Los geht es mit „The Ninth Wave“. Live ebenso ein geiler Opener wie auch auf dem aktuellen Album. Spätestens beim folgenden „The Script for My Requiem“ ist klar, dass die Jungs um Hansi Kürsch sich Großes vorgenommen haben. Bei perfekt abgemischtem Sound bebt der Acker, die Menge jubelt. Auch „Nightfall“ zeigt, Kürschs Stimme ist der Hammer. So viel Power und Emotionen habe ich selten erlebt. Bei weiteren Klassikern wie „The Last Candle“, „Time Stands Still (at the Iron Hill)” und „Time What Is Time” harmoniert die Crowd perfekt mit den sympathischen Jungs aus Krefeld. Auch beim obligatorischen „The Bard's Song - In the Forest“ zeigt sich, dass die Metalheads vor der Bühne gesanglich ebenfalls einiges zu bieten haben. „Mirror Mirror“ bringt den Schlamm kurz vor den Siedepunkt, bevor „Valhalla“ zum krönenden Abschluss die Modder zum Kochen bringt. Der Chor von 80.000 Metallern lässt BLIND GUARDIAN erst nach unzähligen Wiederholungen des Refrains die Bühne verlassen. Es bleibt festzuhalten: Diese Show wird auf jeden Fall unvergessen bleiben. (cm)

 

Und wieder hatten die Wacken Masterminds ein gutes Näschen… Denn sie sind die ersten, die eine Live Show von HANSEN AND FRIENDS präsentieren können. Eine neue Band? Nein, ein weiteres spannendes Projekt des HELLOWEEN- und GAMMA RAY-Gründes Kay Hansen, der dieses Jahr sein 30. Bühnenjubiläum feiert. Und so lässt „Uns Kay“ gleich die ersten Songs seines neuen Albums „XXX“ vom Stapel. Wer hätte es gedacht, „Born Free“, „The Contract Song“, „Enemies o.f.“ und „Follow The Sun“ gefallen dem geneigten Anhang ordentlich. Speziell die Performance von Clémentine Delauney, Sängerin von VISONS OF ATLANTIS hinterlässt mächtig Eindruck. Ob es an der Stimme liegt oder den ziemlich kurzen Pants der hochappetitlichen Französin mag jeder für sich entscheiden… Aber bei aller Freude über neues Material – es sind  dann doch die HELLOWEEN Songs, die die Massen zum Toben bringen. Und spätestens als Michael Kiske auf der Bühne erscheint, brechen alle Dämme. Denn „I want Out“ und das magische  „Future World“ bringen für tausende Fans die guten Zeiten zurück. (J)

 

HANSEN & FRIENDS haben einen Slot zuvor schon ordentlich vorgelegt auf der Party Stage und BLIND GUARDIAN als Freitags-Headliner waren anschließend einfach Ultra gut. Für UNISONIC nicht einfach, für die Fans des gepflegten Power-Metal da mitzuhalten oder gar was draufzusetzen. Der Sound bietet schon einmal gute Voraussetzungen. Unglaublich, dass es Wacken endlich geschafft hat, durchgängig guten Sound vor die Party Stage zu bringen. Dafür großes Lob an dieser Stelle! Michael Kiske performt wie gewohnt himmlisch, jedoch reflektiert die kleine Meute vor der Bühne die Energie nicht zurück und genießt stattdessen. Als Kai Hansen die Bühne betritt, kommt etwas Schwung in die Sache, aber auch Helloween -Klassiker wie „A Little Time“ und „March of Time“ reißen das Ruder nicht rum. Auch wenn UNISONIC hinter den „Vorbands“ etwas abgefallen ist, haben die Jungs den Abend für mich doch schön abgerundet. (cm)

DER SAMSTAG

 

ELVENKING, das ist Celtic-Folk-Power-Metal mit leicht progressiven Death-Metal-Einflüssen. Mit „Scythe“ startet die Show auf der Wackinger Stage ordentlich durch. Die Sonne, gerade untergegangen, beleuchtet noch die Streifen von Wolkenbergen am Horizont zusätzlich trägt auch der Mond zur gediegenen Abend-Stimmung bei. Das folgende „Elvenlegions“ profitiert vom eigentlichen guten Sound, der anfangs von diversen Tonrückkopplungen beeinträchtigt wird, und drückt den Schlamm aus den Stiefeln. Die Italiener mit ihrer Kriegsbemalung haben sichtlich Spaß und nehmen die Crowd bei melodischen Tracks und eingängigen Singalongs entsprechend mit. Einzig der etwas flache Gesang Damnagoras trübt das perfekte Zusammenspiel von Gitarre und Violine. Alles in allem aber auf jeden Fall empfehlenswert. (cm)

Bei GLORYHAMMER platzt die Headbangers Stage aus allen Nähten. Was war denn bitte hier los? Schon vom ersten Ton von „Rise Of The Chaos Wizard“ brennt die Luft. Das die Band Bock hat lässt sich nicht verbergen und mit deren Spielfreude ist es um das Gefolge vor der Bühne sofort geschehen. Der hymnenerfüllte Power Metal lässt sich hervorragend mitsingen. Faust nach oben und ab dafür… „Legend Of The Astral Hammer“ sind das beste Beispiel hierfür. Die nicht ganz ernst zu nehmenden Fantasie – Futuristischen Texte sind auf jeden Fall lustig. Immer wieder fordern die Fans lauthals „Hoots, Hoots, Hoots“ bis dann endlich ein Ausflug zum „Hollywood Hootsman“ folgt der frenetisch abgefeiert wird. Getoppt werden kann dies nur noch durch den „C64-Retro Sound Song“ „Universe On Fire“. Mein lieber Herr Gesangsverein – ich krieg jetzt noch Gänsehaut. Die kraftvoll und durchdringende Stimme von Thomas Winkler kommt live so gut rüber wie auf CD. Am Ende gibt es mit „The Unicorn Invasion Of Dundee“ noch DIE Hyme des ersten GLORYHAMMER Albums. Bärenstarker Auftritt! (xhb)

 

You want it? You got it! STEEL PANTHER! Purer Sleaze Metal auf der True Stage. Einige Headbanger werden sich gefragt haben, warum tausende Leute vor der Bühne stehen, um erwachsene Männer in Leoparden-Spandex Hosen zu beklatschen. Nun, weil sie f…in Spaß machen! Schon nach den ersten Songs „Eyes Of A Panther“, „Tomorrow Night“ und „Fat Girl“ ist die Party in vollem Gange. Ok, es ist platt, sexistisch und niveaufrei. Aber diese Band liebt was sie tut und macht verdammt gute Laune! Dabei dauert selbst die Vorstellung der Band zehn Minuten und es wird ziemlich viel über Pussies und f...en gesprochen. Und über Titts..  (wer ist denn eigentlich dieser Titts????).  Ach ja, Musik wird auch gemacht. Und die sitzt, gräbt sich in den Gehörgang und hopst direkt in die Beine. Wer bei „Asian Hooker“ und „Turn Out The Lights“ nicht mindestens wippt, hat keinen Rhythmus im Blut. Ach ja, Mädels sind auch am Start. Während „Ten Strikes Your're Out“ werden die ersten auf die Bühne gelassen und bei „Girl From Oklahoma“ beginnt die Zeremonie. 20 Girls stehen schließlich vor dem Publikum, darunter ein 16jährigens Mädel. Zusammen „performen“ sie „17 Girls In A Row“ und verlieren zeitweise ihre Shirts – wie auch etliche Damen im Publikum. Mit „Community Property“ und „Party All Day (Fuck All Night)“endet die Panther-Party … es bleibt ein dickes Grinsen. (J)

 

It's a Long Way to the Top (If You Wanna Rock 'n' Roll) – ein fingerzeigendes Intro zur letzten TWISTED SISTER Show in Deutschland. Denn, hey, they really made it! 40 Jahre im Geschäft und als Götter verabschiedet. So geht Rockn' Roll!   Nun sind die Schwestern auf Abschiedstour und klettern von ihrem Gipfel herunter in die platte Holsteiner Provinz. Und lassen den Fans keine Sekunde für Trauer. Denn mit „Stay Hungry“ und „The Kids Are Back“ geht es gleich mächtig zur Sache. Schließlich hat Sänger Dee Snider versprochen, dieser Gig würde unvergesslicher sein als der von 2003. Und er tut sein Bestes. Rast über die Bühne, springt hinter dem Mikroständer auf und ab wie ein Gummiball. Und spielt genau den Stoff, den die Meute vor der Bühne hören will. „The Kids Are Back“, „Burn In Hell“ und das brillante „Destroyer“ rattern über die Rampe. Vierzig Jahre TWISTED SISTER, Zeit „Tschüss“ zu sagen. Dee Snider lässt keinen Zweifel daran, dass es kein Abschied wie bei Ozzy, Priest oder den SCORPIONS sein wird, die Jahre „farewell-touren“. „This will be the last fucking night in Germany“ - so 70.000 metalheads take it as it is.“ Da hilft auch kein „We're Not Gone To Take It“ - eine der Alltime Hymnen in Wacken. Und gleich noch ein emotionaler Moment. Am 20. March 2015 starb TS's Drummer A.J. Pero. „The Price“ soll ihm ein Zeichen senden, wie all den anderen kürzlich entschwebten Rockern, darunter Jimmy Bain und natürlich Lemmy. Tausende Lichter strahlen gen Himmel und grüßen die unvergessenen Helden. Aber es ist nicht TWISTED SISTER-Style, Menschen in melancholischer Stimmung zurück zu lassen. Und so feuert die Band mit „I Believe In Rock'n Roll“ and „I Wanna Rock“ ordentliche Stimmungs-Salven ins Publikum. Nach „Tear It Loose“ und „S.M.F.“ fällt der Vorhang dann tatsächlich und unwiderruflich. Thanx TWISTED SISTER for a fuckin great time! (J)

Deutschsprachiger Metalcore ist ja nicht unbedingt Jedermanns Sache. Wer harten Klängen angetan ist sollte sich dennoch unbedingt die stetig energiegeladene  Liveshow von CALLEJON rein ziehen. So auch diesmal auf der PARTY STAGE in Wacken. Bereits ab dem ersten Song "Wir sind Angst" geben die Rheinländer Vollgas und verwandeln die Wackener Crowd zu einem Hexenkessel aus Mosh und Circlepits. Trotz der fast immer vorhandenen Härte, werden die melodisch eingängigen Songs lauthals mitgesungen.
"Schwule Mädchen" im Metal Gewand ist eh cool aber auch das teilweise groovende "Blitzkreuz" oder "Veni Vedi Vici" laden zum mitgröhlen ein. Gefühlvoll kommt dann "Kind im Nebel" daher und Sänger "BastiBasti" stellt sein Können auch im cleanen Vocalbereich unter Beweis. "Sommer, Liebe Kokain" und das fette Ärzte Cover "Schrei nach Liebe" dürfen nicht fehlen. CALLEJON immer wieder geil - vor allem live! (xhb)

 

Alter Schwede, oder besser gesagt – alter Australier. Was PARKWAY DRIVE da Samstag Abend abliefern ist von einem anderen Planeten. Zugegeben – ich kannte bis dato nur die aktuelle Platte „Ire“. Von dieder Plattre donnert auch gleich amtlich das fette „Destroyer“  aus der PA uind drück alles weg. Vor der Party Stage eskaliert die Stimmung von von Beginn an erinnert mich die Live Performance an In Flames zu ihren besten Zeiten.  Dies liegt zum Einen an dem fetten Sound der bratenden Gitarren und zum Anderen an der  Spielfreude die die Herren an den Tag legen. Dazu gibt es noch eine fette Lichtshow und für die Party Stage sogar eine richte dicke Pyro und Feuershow. Ältere Stücke sind vielleicht nicht ganz so catchy wie das neue Zeug, dennoch tut das der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil. Mir geht trotzdem bei der Hymne „Vice Grip“ oder „Bottom Feeder“ einer ab. Die Band müsst ihr dicke aufm Zettel haben. PARKWAY DRIVE – für mich mit die Überraschung des diesjährigen WOAs! (xhb)

Es ist spät, es ist kalt und vier Tage Wacken steckt in den Knochen. Egal – noch einmal schleppen wir uns vor die Headbangers Stage denn die All Star Band SERIOUS BLACK hat mit ihrem Debütalbum „As Daylight Breaks“ eine echte Perle in Sachen Melodic Metal am Start. Viel ist leider nicht mehr los. Trotzdem versuchen die Herren um den Schweden Urben Breed am Mikro eine gute Performance abzuliefern. Der Titelsong des Albums kommt gut an, genauso wie „Sealing My Fate“ oder „High And Low“. Bei mir springt jedoch der Funke nicht mehr über, das Bett ruft. Schade – das was in Erinnerung bleibt ist nämlich gut. Gute Nacht Wacken, bis nächstes Jahr…(xhb)

Die Veranstalter haben sich verabschiedet, die Campingflächen leeren sich bereits und bis auf eine überschaubare Gruppe hartgesottener Anhänger des großen, des göttlichen, viel zu früh verstorbenen, Ronnie James Dio, träumen die restlichen Besucher von einem etwas schlammigen aber grandiosem Festival. Es schicken sich die DIO DISCIPLES FEAT. A VERY SPECIAL GUEST an, den krönenden Abschluss auf der True Metal Stage zu geben. Tim ‚Ripper‘ Owens führt die Tribute Band mit diversen ehemaligen DIO Mannen mit „Holy Diver“ aufs Feld. Zu „I“ holt sich der Sänger Oni Logan als Unterstützung und die müde Menge taut etwas auf. Aber ist der gebürtige Argentinier der VERY special guest? Ich bin skeptisch. Da muss noch was kommen! Die Band ist gut drauf; insbesondere das Solo Craig Goldys in „Egypt“ ist berauschend. „Stargazer“ kommt perfekt rüber und auch „Rainbow in the Dark“ ist grandios. Aber wo bleibt nun der very special guest? Dann wird es plötzlich dunkel auf der Bühne und Dio spricht aus dem Off. Spot an, und da steht er tatsächlich. Lebensgroß in einem Rahmen und stimmt „We Rock“ an. Ronnie James Dio is back. Zwar nur als Hologramm aber der Moment ist dennoch episch. Ein Idol zurück auf der Bühne. Für mich geht so ein sehr gelungenes Festival mit einer außergewöhnlichen Performance zu Ende. Wacken 2017, ich komme! (cm)

 



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