Konzert:

Bang Your Head 2014 - Freitag, Samstag

Konzert vom 11.07.2014

Freitag, 11. Juli 2014

Zu früher Mittagsstunde mussten die US Metal Veteranen WARLORD ran und versuchten die bereits wachen Fans mit ihren melancholischen Hymnen zu überzeugen. Am Songmaterial gibt es naturgemäß nix zu mäkeln. WARLORD verstehen es wie keine zweite Band melodische Gitarrenläufe und geheimnisvolle Keyboardmelodien ineinander laufen zu lassen und eine ganz eigene Stimmung zu kreieren. Dass sich selbige besser bei Dunkelheit denn bei hellem Sonnenschein erschaffen lässt, liegt in der Natur der Sache. Neu-Sänger Nicholas Leptos machte seine Sache gesanglich hervorragend und legte viel Emotion in seine Darbietung. Auch die Setlist ließ -in Anbetracht der Kürze der Zeit- kaum Wünsche offen. Von Klassikern wie „Lucifer's Hammer“, „Child Of The Damned“, „Alien“, „Winter Tears“ oder „Deliver Us“, über die „Cans-Phase“ mit „Winds Of Thor“ bis hin zu aktuellem Material in Form von „Kill Zone“ und „70.000 Sorrows“ war alles vertreten. Natürlich hätte sich manch einer auch noch über „Soliloquy“ oder „Penny For A Poor Man“ gefreut, aber mehr war heute nicht machbar. Leider sind die einzigen, die so etwas wie Ausstrahlung besitzen, die Bandchefs William J. Tsamis (Gitarre) und Mark Zonder (Drums, Ex-FATES WARNING). Die anderen wirkten eher so wie der sprichwörtliche Kartoffelsack. Also akustisch top, optisch gibt es noch Luft nach oben. Aber besser so, als anders herum.(fz)

Heiligs Blechle, sind sie Jungs von KISSIN`DYNAMITE groß geworden! Vor ein paar Jahren noch der Opener des BYH, heute schon im im oberen Mittelfeld eines durchaus kräftigen Billings. Aber sie haben es verdient. Denn was die Jungs aus der schwäbischen Provinz da so abreißen ist definitiv Profi Niveau. Und auch bei de Songauswahl machen Hannes Braun & Co. keine Gefangen. Das Set ist ein perfekt choreografierte Best of Compilation ihrer noch so jungen, aber eindrucksvollen Karriere. Von „Sleaze Deluxe“ über „Welcome To The Jungle“ von der legendären Steel Of Swabia“ bis zum Titelsong der neuen Scheibe „Money, Sex & Power“ ist alles dabei. Die Fans goutieren es. (Jeckyll)

  • Sleaze Deluxe
  • Sex Is War
  • She's A Killer
  • Love Me, Hate Me
  • Welcome To The Jungle
  • I Will Be King
  • Operation Supernova
  • D.N.A.
  • Money, Sex & Power

Einerseits freut es mich, dass meine Top Faves von RIOT V im Moment so gut im Geschäft sind, wie noch nie zuvor. Andererseits ist es tragisch, dass genau das Bandgründer Mark Reale nicht mehr erleben kann. Abgesehen davon lieferten RIOT V wieder eine mitreißende Show, wie schon vor ein paar Monaten auf dem Metal Assault. Neu-Sänger Michael Todd Hall ist ein wahrer Glücksgriff für RIOT V. Auch wenn das Hauptaugenmerk auf der „Tony Moore-Phase“ der Band lag (u.a  „Johnny's Back“, „Bloodstreets“, „Flight Of The Warrior“ und natürlich „Thundersteel“), so wurden auch die Episoden mit Guy Speranza („Swords & Tequila“ und „Warrior“) und Mike DiMeo („Angel Eyes“) bedacht. Auch der neue Song „Metal Warrior“ kam wieder zu Ehren und macht Lust auf ein neues Album. Gitarrist Mike Flynz peitschte seine Mannschaft nach vorne und glänzte mit traumhaften Soli, welche auch teils zweistimmig mit seinem Schüler Nick Lee intoniert wurden. Über allem thronte Michael Todd Hall mit seiner klaren und kraftvollen Stimme, der jede hohe Note spielerisch erreichte. In dieser Form halten RIOT V das Andenken und das Vermächtnis von Mark Reale in einer würdigen Form lebendig. Ich persönlich freue mich jetzt schon auf das diesjährige HOA und das nächstjährige KIT, denn RIOT V werden bei beiden Festivitäten aufspielen. (fz)

 

STRYPER – Oh mein Gott, dachte sicher der ein oder andere Experte als sich das BYH Billing formierte. STRYPER, waren das nicht die, die im Biene Maja-Kostüm auftraten und mit Bibeln von der Bühne warfen? YEP, waren sie. Zugegeben, ein gewisse Neugier war im Publikum zu spüren. Von der dogmatischen schwarz-gelb gestreiften White Metal Kapelle sind nur noch die Saitengeräte in Wespenlook geblieben. Und was die Kalifornier da musikalisch abliefern ist unbestritten richtig gute  Kost. Und selbstbewusst sind sie. Gleich beim ersten Lied einen Mitsing-Part einzubauen... Respekt. Und auch Titel wie „Loud'n Clear“ und „Reach Out“ zeigen beachtliche Substanz. Die Gold- und Platinauszeichnungen, die den Gebrüdern Sweet in den USA zuteil wurden, sind demnach definitiv berechtigt. Und so wird der STRYPER Gig in Balingen einfach ein gutes Rockn' Roll-Erlebnis. Praise The Lord For Metal! (Jeckyll)

  • Sing-Along Song
  • Loud 'N' Clear
  • Reach Out
  • Calling on You
  • Free
  • Shout It Out Loud (KISS cover)
  • Marching Into Battle
  • All for One
  • Soldiers Under Command
  • To Hell With the Devil

Mit den Thrashern EXODUS hatte ich die letzten Jahre so meine Problemchen. Was hauptsächlich an meiner Antipathie für Brüllkeks Rob Dukes zu tun hatte. Auch wenn ich zugeben muss, dass die letzte Scheibe „Exhibit B: The Human Condition“ echt gut war. Umso erfreuter war ich, als bekannt wurde, dass Altsänger Steve „Zetro“ Souza wieder zu seinem Haufen zurück gekehrt war. Und EXODUS machten auch gleich mächtig Alarm. Mit „Bonded By Blood“ ging es gleich richtig ab und das Gitarrendoppel Altus / Holt machte klar, dass sie immer noch zu den Besten im Thrash Metal gehören. Als Zetro schelmisch fragte, dass, wenn der nächste Song weder von einem Thunfisch noch von einem Goldfisch handeln würde, welcher Fisch dann gemeint sein könnte, konnte man sich ein Grinsen nicht verkneifen. Die vielstimmige Antwort kam mit „Piranha“ dann auch prompt. Good Friendly Violent Fun eben. Auch das fiese „War Is My Shepherd“ oder die Mosh-Nummer „The Toxic Waltz“ schlugen wie Granaten ein und hinterließen Krater und glückliche Gesichter. EXODUS machten richtig Spaß, waren engagiert und lieferten so ganz nebenbei einen ihrer besten Gigs der letzten 10 Jahre und des Wochenendes ab. (fz)

Es gehört zum feinen Fingergefühl von Horst Odermatt, auf dem BYH immer mal wieder einen dieser ganz besonderen Gitarristen, einen Saitenhexer zu präsentieren. Malmsteen war hier... und heute der kleine Schenker. Er gilt zu Recht als einer de ganz Großen an der Sixstring, unabhängig ob er sein Können nun gerade bei den SCORPIONS, UFO, MSG oder wie aktuell MICHAEL SCHENKER'S TEMPLE OF ROCK zelebriert. Und natürlich bekommen 10.000 Metalheads Gänsehaut wenn UFO Klassiker wie „Doctor Doctor“ und „Rock Bottom“ von UFO, das großartige „Lovedrive“, „Another Piece Of Meat“ oder „Rock You Like A Hurrican“ von den SCORPIONS von der Bühne kommen. Und der kleine Michel aus Hannover steht da mit seiner selbst gehäkelten Mütze in der Ecke, quält sein Instrument und freut sich, dass alle Spaß haben. (Jeckyll)

  • Doctor Doctor (UFO song)
  • Where the Wild Winds Blow
  • Lovedrive (Scorpions song)
  • Another Piece of Meat (Scorpions song)
  • Assault Attack (Michael Schenker Group song)
  • Armed and Ready (Michael Schenker Group song)
  • Into the Arena (Michael Schenker Group song)
  • Before the Devil Knows You're Dead
  • Lost Horizons (Michael Schenker Group song)
  • Rock You Like a Hurricane (Scorpions song)
  • Rock Bottom (UFO song)

 

So ein bisschen kultig hätte es dann schon werden dürfen. Immerhin ist SEBASTIAN BACH derjenige, der zwei absolute Klassikeralben von SKID ROW eingesungen hat. Leider kam es dann ganz anders. Schon beim letzten Auftritt in Balingen hat Herr Bach ja nun nicht gerade die beste Performance hingelegt. 2014 war es dann leider noch schlimmer. Ok, für die den schlechten Sound bzw. die technischen Probleme zu Beginn kann er nichts. Diese versucht er auch gekonnt zu überspielen und macht das auch recht souverän. Unterhalten kann er schließlich und das der Alt Poser eine Frontsau ist, das steht außer Frage. Allerdings klingen Granten wie “Big Guns” und “Piece Of Me” grausig. Was macht er denn – das ist kein Singen – der kreischt und schreit ins Mikro als ob er am verrecken ist. Was hier heute abgeht ist leider eine absolut enttäuschende Gesangsleistung. Ein klein wenig besser funktioniert es  bei den Power Balladen „18 And Life” sowie “I Remember You”, allerdings weit entfernt vom original. So bleiben eigentlich nur die geile Mucke von „Youth Gone Wild“ und ein gedanklicher Voice Filter um diesen Auftritt zu ertragen…. Schade! (xhb)

 

30 Jahre ist AXEL RUDI PELL  nun also im Musik Business unterwegs und genau zu diesem Anlass sollte es an diesem Abend eine würdige Headliner Show mit vielen Überraschungen gaben. Als langjähriger ARP Fan hat man da natürlich eine gewisse Erwartungshaltung. Die Tourneekonzerte der letzten Jahre überzeugen schließlich nicht unbedingt durch großartig abwechslungsreiche Setlisten oder Innovationen. Man bekommt einfach was man erwartet - das Standard Programm an Hits, die selben Medleys und den ein oder anderen Song des aktuellen Albums. Insgesamt also knapp 90 Minuten die man - auch als Fan - nicht unbedingt jedes Jahr sehen muss. Heute soll es drei Stunden Vollbedienung geben - das ist quasi eine Steigerung um 100%  und somit ein absolutes MUSS für jeden Fan. (xhb)


Doch los geht es mit STEELER. Im Rahmen dieser ARP-Jubiläums-Show sollte es ja auch zu einer (leider) einmaligen Reunion seiner ehemaligen Combo STEELER kommen. Leider fiel diese mit 4 Stücken nicht gerade übig aus. In dem Moment, wo man sich so etwas in Stimmung gerockt hatte, war das Spektakel auch schon wieder vorbei. Dabei wäre da bestimmt noch mehr gegangen. Peter Burtz ist nach wie vor eine Rampensau und klingt wie einst im Mai und auch der Rest der Besetzung war immer noch fit. Sogar einen Basserwechsel gab es auf der Bühne, so dass auch alle zum Zuge kamen. Mit "Call Her Princess" vom Debut ging es gleich in die Vollen. Danach folgten "Night After Night" und " Rockin' The City" vom Drittwerk "Strike Back" und den Abschluss bildete "Undercover Animal" vom vierten und gleichnamigen Album. Im Vergleich zu den späteren PELL-Songs waren STEELER zwar viel simpler, aber auch direkter und aggressiver und gerade diese Einfacheit macht  STEELER prädestiniert für ein Festival um so richtig stumpf abrocken zu können. Vielleicht überlegen es sich die Herren ja doch noch einmal und spendieren uns eine komplette Show. Denn mit "Heavy Metal Century", "Shellshock",  "Money Doesn't Count", "Strike Back" oder "(I'll Be) Hunter Or Hunted" haben die Jungs noch einige Kracher in der Hinterhand, die auf eine Bühne gehören. (fz)

 


Soweit so gut - es folgt eine Umbaupause und Jörg Michael nimmt am Schlagzeug Platz. Rob Rock schnappt sich das Mikro und überzeugt bei  "Nasty Reputation" - einem Song der ersten Stunde. Eine echte Glanzleistung - mindestens so gut wie JEFF SCOTT SOTO der sich im direkten Anschluss an seine damals eingesungenen Songs "Fool Fool" und "Warrior" macht. Das ist amtlich und durchaus für so ein Konzert würdig. Leider folgt nun schon wieder eine Umbaupause bevor die aktuelle Mannschaft um "neu" Schlagzeuger Bobby Rondinelli und Fronter "Johnny Gioeli" mit einem Teil ihres letzten Tourprogramms loslegen. "Burning Chains", "Strong As A Rock" und "Long Way To Go" sind nett. Gioeli agiert auf der gesamten Bühne und lockert die ansonsten eher verhaltene Performance gut auf. " Hey Hey, My My " ist auf CD langweilig und kommt auch live nur schleppend an. Inzwischen setzt dann auch die Dämmerung ein und die aufwendige Lichtshow kommt beim  "The Masquerade Ball" und "Casbah" Medley gut zur Geltung. Doch auch hier keine Überraschung. Langjährige Fans hätten sich mit Sicherheit über die vollständige Version des erstgenannten Übersongs gefreut.  Dafür wird "Mystica" wird in die Länge gezogen und Axel zelebriert an seiner Gitarre. Grundsätzlich immer gut - an dieser Stelle wirkt das ganze leider etwas erlahmend. Dann folgt schon wieder eine etwas längere Umbaupause und zwar für ein Doppel Drum Solo bzw.  "Drum-Battle" zwischen dem früheren BLACK SABBATH Drummer Vinnie Appice und Bobby Rondinelli. Zwei Schlagzeuge - doppelt langweilig. Auf so einem Konzert braucht sowas doch wirklich kein Mensch. So sehen das übrigens nicht wenig Anwesende. Aber egal - noch mal ein Auge zudrücken und weiter geht´s. Wir haben ja noch fast eine Stunde. Jetzt geht es um die Wurst. Jetzt müssen die Highlights kommen. Die ARP Songs die wir Fans schon so lange ersehnen.... Tja - leider kommt es anders. Nun geben sich Gastsänger die Klinke in die Hand und hauen wirklich gelungen einen Rock n`Roll Hit nach dem anderen raus:  es folgen Songs von Deep Purple ("Black Night") - gesungen von Ronnie Atkins, Uriah Heep ("Sympathy") gesungen von John Lawton, der im Anschluss auch gleich noch den ZZ Top Song "Tush" raus haut. Doogie White, früherer Rainbow Frontman singt "Mistreated und Grahem Bonnet - ebenfalls früherer Arbeitnehmer bei Rainbow präsentiert "Since You’ve Been Gone" und "Long Live Rock n’ Roll", wobei er von Gioeli und Jeff Scott Soto unterstützt wird. Den Schlusspunkt setzt ein weiterer Deep Purple Klassiker in Form von "Smoke On The Water".

Am Ende gibt es zweierlei Fazits: als nicht ARP Fan bekommt man gut zweieinhalb Stunden tolle Hard Rock Musik & Klassiker auf die Ohren, zelebriert von zweifelsohne genialen Musikern und teilweise echten Legenden der letzten 40 Jahre. Das ganze in einem echt guten Sound sowie einer hervorragend untermalten Lichtshow. Hierfür beide Daumen hoch! Aus Sicht eines ARP Fans bekommt man eine amtliche STEELER Show, eine abgespeckte Variante der letzten Tournee Setliste - diese jedoch teilweise von den original Sängern zum Besten gegeben und jede Menge Coversongs anderer Bands, die man weder erwartet noch gebraucht hat. Die seltenen oder noch nie gespielten Songs der Bochumer Kapelle gibt es leider gar nicht. Aus diesem Grunde fällt dieses Fazit leider enttäuschend aus. (xhb)
 

 

Freitag, 11. Juli 2014

VAIN aus Kaliforniern gelten als kleiner Geheimtipp auf dem Festival. Ende der 80er waren die Herren um Davy Vain auf der Schwelle den großen Durchbruch wie Genre Kollegen wie z.B. Mötley Crue zu landen. Allerdings ohne Erfolg. Und so verschwanden VAIN mehr oder weniger von der großen Showbühne und abgesehen von wenigen Auftritten ist es sehr ruhig um die Glam Rocker geworden. Heute Morgen kämpft Davy also barfuß gegen die brütende Sonne an und beginnen mit „Secrets“ ihres 89er „No Respect“ Albums. Allerdings fällt es der fast kompletten Original Besetzung etwas schwer die Balinger Fangemeinde mitzureißen. Dennoch zelebrieren sie hauptsächlich Songs aus den Anfangstagen sowie „Greener“ und „Trible X“ von 2011er Release „Enough Rope“. Zum Ende hin lockert sich dann doch noch die Stimmung und „No Respect“ sowie „Beat The Bullet“ werden als Zugabe gefeiert. Zum Jacky Frühstück definitiv nicht die schlechteste Mucke. (xhb)

 

Mit ihren Alben „Warhead“ und Blood And Thunder“ haben MORE gleich zu Beginn ihrer Karriere ein Stück NwoBHM Geschichte geschrieben. Das war Anfang der Achtziger nach der Umbenennung von DEFENDER zu MORE. Leider blieb der große Durchbruch aus, obwohl die Band 1981 beim Monsters Of Rock auftrat. 1982 dann die Auflösung. 2011 ging es als EXMORE weiter. Und heute stehen die „ältere Herren“ in Balingen auf der Bühne. Und zeigen, dass sie richtig gute Musik machen. Ein Mix aus Led Zeppelin, Black Sabbath mit eine Brise britischem Schwermetall. Dafür sorgt an der Gitarre einer der weiß wie es geht: Chris Tsangarides, Produzent zahlreicher Top Alben bekannter Größen wie JUDAS PRIEST und THIN LIZZY. Und so hatten trotz der undankbaren Startposition am zweiten Festtag um 10:00 alle Anwesenden ihren Spaß, die alten Jungs auf der Bühne, die die paar Hundert Rock `n' Roll Fans davor. (Jeckyll)

 

Zu früher Morgenstunde prügelten HIRAX den Schlaf aus den Gliedern der Anwesenden. HIRAX waren auf Grund der Hardcorelastigkeit ihres Thrash Metals und der sehr individuellen Stimme von Cheffe Katon W. De Pena nie so wirklich meine Favoriten. Allerdings nötigen mir die Szeneverbundenheit und die Konsequenz, mit der HIRAX seit nunmehr 30 Jahren ihr Ding durchziehen, durchaus Respekt ab. Und auch heute war alles beim Alten. De Pena gab überzeugend den Psychopathen ohne jedoch unsympathisch zu wirken und seine Hintermannschaft bollerte kompetent ihre Thrash Hymnen in den Balinger Morgen. HIRAX waren so gesehen der perfekte Wecker. (fz)

 

 

Egal mit welcher Band oder ob Solo: ROB ROCK gehört schlicht zu den besten Metal Sängern auf diesem Erdball. Und auch in Balingen ließ der bekennende Christ vocaltechnisch nix anbrennen. Auch seine Band war mit u.A. NARNIA-Axeman C.J. Grimmark erstklassig besetzt. Der durch und durch sympathische ROCK versuchte in der Kürze der Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf sein Solo-Schaffen zu geben und so wurde einerseits das Debut recht ausreichend gewürdigt (u. A. „Judgement Day“ und „The Sun Will Rise Again“), aber auch die späteren Werke wurden mit „Only A Matter of Time“, „Millenial Reign“ oder „Slayer Of Souls“ nicht vergessen. Außerdem gab es mit dem genialen „Father Forgive Them“ eine Reminiszenz an seine Arbeiten mit IMPELLITTERI. Da nutze ich gleich die Gunst die Stunde und wünsche mir für das Jubiläums-Bang Your Head im nächsten Jahr eine IMPELLITTERI-Show.

Was dem Bonnet sein „Since You've Been Gone“, ist dem Rock sein „Warrior“. Und so durfte natürlich auch der Song, welcher Rock durch viele seiner Projekte begleitet hat, nicht fehlen. Einmal mehr eine äußerst starke und souveräne Vorstellung des Mannes mit der großen Stimme. (fz)

 

Zugegeben, dies ist mein erster Liveauftritt von UNISONIC. Ich war nie der riesige HELLOWEEN Fan. Aber den Sänger und seine Stimme fand ich schon als Klein-Metaller beeindruckend. Und stieg er einfach aus dem  Business aus, pöbelte sogar über das dumme Metal-Geschäft. Machte Jatt oder goss Blumen – keine Ahnung. Und plötzlich ist er wieder da. Kommt lässig in roter Lederjacke mit Sonnenbrille auf die Bühne getapst, um mit „Unisonic“ gleich fett los zu legen. Dann die erste Ansage, norddeutsch, selbstironisch. Und gleich eine Premiere, denn heute, auf dem ersten Live-Auftritt der Band seit 2012, werden als Premiere zwei Song des neuen Albums „Light of Dawn“ zum Besten gegeben. „For The Kingdom“ kommt dann auch gleich als Speed Päckchen nach bester HELLOWEEN Manier daher. Aber auch die „alten“ UNI-Songs wie „Star Rider, „My Sanctuary“ oder „King Of A Day“ werden  gut abgefeiert. Dabei muss man bei der optischen Kombination des glatzköpfigen Kiske und seines zugehaarten Weggefährten Kai Hansen, dem Helge Schneider des Metal, immer wieder schmunzeln. Aber die zwei haben sich gefunden. Nicht erst heute, sondern auch in den legendären Tagen des Kürbis. Der wird mit den unsterblichen Hymnen „March  Of Time“ und „I Want Out“ gebührend gefeiert. Geiler Gig (Jeckyll)

  • Unisonic
  • Never Too Late
  • For the Kingdom (Live premiere)
  • Star Rider
  • My Sanctuary
  • King for a Day
  • Exceptional (Live premiere)
  • March of Time (Helloween cover)
  • We Rise
  • I Want Out (Helloween cover

 

Milzbrandalarm in Balingen. Die alten Haudegen von ANTHRAX sind nach Jahren des Sängerhickhacks wieder da und beweisen, dass sie mitnichten zum alten Eisen gehören. Mit Abstand mit dem lautesten Sound des Wochenendes gesegnet, krachten ANTHRAX mit „Among The Living“ gleich richtig los. An Joey Belladonna scheint die Zeit nach wie vor absolut spurlos vorübergegangen zu sein (Ich hatte mir kurz zuvor noch nen youtube Mitschnitt von '91 reingezogen...Unterschied zu Heute gleich null). Aber auch die anderen -allen voran der hyperaktive Frank Bello- zeigten sich spielfreudig und agil wie einst im Mai. Es folgten „Caught In A Mosh“, die Joe Jackson Nummer „Got The Time“ und „Indians“ bevor mit „In The End“ die erste neue Nummer zum Zuge kam. In der zweiten Hälfte machten ANTHRAX mit „Madhouse“ dem ebenfalls aktuellen Zombi-Song „Fight 'Em Till You Can't“ und den beiden Klassikern „I Am The Law“ und dem vielstimmig gefeierten TRUST-Cover „Antisocial“ den Sack zu. ANTHRAX lieferten -wie auch tags zuvor EXODUS- eine saustarke und sehr lebendige Performance ab, die dem Thrashnachwuchs zeigte, dass an einen Generationenwechsel noch nicht zu denken ist. (fz)

 

Nach dem Thrashfeuerwerk von ANTHRAX sollte es nun deutlich melodischer, nicht jedoch schlechter werden. Die Schweden EUROPE werden teilweise immer noch belächelt und auf ihren Hit „The Final Countdown“ reduziert, dabei haben die Herren um Sänger Joey Tempest und Gitarrist John Norum so viel mehr zu bieten. Seit ihrem Comeback vor 10 Jahren haben EUROPE vier starke, teilweise recht bluesige Alben veröffentlicht, die wenig mit ihren Werken aus den 80ern zu tun haben, auf Grund ihrer Qualität aber trotzdem überzeugen konnten. Heute stiegen EUROPE mit den zwei aktuellen Stücken „Riches To Rags“ und „Firebox“ ein, bevor es bei „Superstitious“ das erste Mal Klassikeralarm hieß. Das nachfolgende „Scream Of Anger“ bewies dann, dass EUROPE zu Recht auf einem Festival spielen, welches Bang Your Head heißt. Trotzdem wurde man das Gefühl nicht los, dass EUROPE etwas schaumgebremst agierten. Aber nach dem bewegenden „No Stone Unturned“ hatten sich EUROPE richtig eingegroovt. John Norum begeisterte mit viel Gefühl und einem wunderschönen Klang und Joey Tempest gab den 80er Showmaster mit wirbelndem Mikroständer und Rockstarposen, welche aber nicht aufgesetzt wirkten. Abgesehen davon kann er machen, was er will, so lange er so souverän singt. Im weiteren Verlauf gaben sich neue Pretiosen wie „Demon Head“, „Love Is Not The Enemy“ oder das geniale „Last Look At Eden“ die Klinke in die Hand mit 80ies Melodic Rock Highlights wie „Wasted Time“, „Girl From Lebanon“, „Sign Of The Times“, „Rock The Night“ und natürlich „The Final Countdown“. Fazit: Nach etwas behäbigem Beginn haben EUROPE das Bang Your Head wahrlich gerockt und bereichert. Coole Band. (fz)

 

Was Saxon und Motörhead für Wacken sind, das ist defintiv TWISTED SISTER für das BYH! Die Band gehört einfach ins Billing wie die Faust aufs Auge. Nach dem AC/DC Intro It`s A Long Way To The Top” hauen die Herren um Dee Fuckin`Snider direkt “Stay Hungry” und “Shoot 'Em Down” raus und es ist Party angesagt. Das wird natürlich bei „You Can't Stop Rock 'n' Roll” nicht besser. Ohne viel Glamour und Kostümierung sowie Schminke liefern TWISTED SISTER ein amtliches Brett ab. „We're Not Gonna Take It” (die Balinger non plus ultra Festival Hymne) kommt recht früh. “The Kids Are Back” und “I Believe in Rock 'n' Roll” gehören da ebenfalls zum Standart Programm. Nun richtet Snider Genesungswünsche an Lemmy die Herren zocken eine fette Version von “Born To Raise Hell”. Die Midtempo Songs „The Fire Still Burns” und “The Price” werden im Chor mitgesungen und das düstere “Burn In Hell” und rotumhüllten Bühnenlicht wirken höllisch gut. Dee Snider redet heute sehr viel – dankt den Fans und “BYH Horst” für die Freundschaft. „I Wanna Rock” und das abschließende “S.M.F.” läuten das finale Festival Abschlussfeuerwerk ein. Ich freu mich schon auf die nächste TS Performance in Balingen! Yeah. (xhb)



Mehr Infos:Twisted Sister
Stryper
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Kissin' Dynamite
Riot V
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Axel Rudi Pell
Jeff Scott Soto
Vain
Davy Vain
Hirax
Rob Rock
Unisonic
Anthrax
Europe