REVIEW: The Way We Were Vol. 2 (Francis Rossi)
Erst im Februar dieses Jahres bescherte uns Francis Rossi mit „The Accidental“ ein überaus solides Rockalbum und steht nun bereits mit dem nächsten Output in den Startlöchern. Es handelt sich hierbei um den zweiten Teil der Demosammlung mit dem Titel: „The Way We Were Vol. 2“. Die Begründung für die Veröffentlichung liefert er direkt selbst: „Manche Ideen, Skizzen und Demos überleben nicht lange genug, um zu einem fertigen Song zu werden – und die Gründe dafür sind nicht immer nachvollziehbar. Ich könnte mir diese Aufnahmen stundenlang anhören, und deshalb möchte ich herausfinden, ob es anderen genauso geht. Aus diesem Grund veröffentliche ich diese Albumreihe. Sobald man einen Song geschrieben hat, existiert er. Und er wird immer existieren.“
Neben den Urfassungen der Songs, die bereits auf diversen STATUS QUO-Werken wie „In Search Of The Fourth Chord“, „The Party Ain’t Over Yet“, „Heavy Traffic“ und „Quid Pro Quo“ sowie auf Francis Rossis Soloalben „One Step At A Time“ und „We Talk Too Much“ (Rossi/Rickard) vertreten sind, befinden sich fünf bisher unveröffentlichte Stücke darauf.
Ich habe mich letztes Jahr bereits intensiv mit dem ersten Teil der Reihe „The Way We Were Vol. 1“ beschäftigt. Intensiv ist an dieser Stelle der passende Terminus. Es ist im Prinzip so, als ob Herr Rossi die Tür zu seinem Studio öffnet und man wird gebeten, neben ihm Platz zu nehmen. Dann spielt er seine Ideen vor und liefert dazu seine ganz persönlichen Anmerkungen und Geschichten zu jeder einzelnen Nummer. Wenn man sich auf diese intime Atmosphäre einlässt, bekommt man die Essenz dieser Musik intensiv zu spüren. Obwohl mich der vermaledeite Drumcomputer immer noch über alle Maßen nervt, ist mir dieser private Zugang zu der Musik dieses Mal deutlich besser gelungen als bei Vol. 1. „My Little Heartbreaker“ ist als Türöffner bestens geeignet und das erdige „I Ain’t Ready“ lädt taktstampfend zum Verweilen ein. Beim tanzfähigen „Walking The Sun“ stelle ich mir die Frage, warum es diese Nummer nicht schon längst auf einen Longplayer geschafft hat. Die restlichen neuen Songs holen mich nicht wirklich ab, zumal „Syncopated“ ein überflüssiger Instrumentaltitel ist. Ok, "Everybody Wants To Get High" ist auch intrumental, fungiert am Ende jedoch als Rausschmeißer bestens. „Diggin’ Burt Bacharach“ ist definitiv der coolste Track auf der CD. Die Gitarre ist hier als zentrales Element wesentlich präsenter, als auf der „Heavy Traffic“-Variante.
Der Sound ist klar, warm und organisch und hat nichts mit dem zu tun, was man gemeinhin als Demo bezeichnet.
„The Way We Were Vol. 2“ hat lange nicht den Drive wie die letzte Veröffentlichung vom guten Francis, braucht es aber auch nicht; für Status Quo-Fans ist es sowieso essenziell und somit ein Pflichtkauf.
THE WAY WE WERE VOL. 2
| Band: | Francis Rossi |
| Genre: | Rock |
| Tracks: | 17 |
| Länge: | 66:08 |
| Medium: | CD |
| Label: | Earmusic |
| Vertrieb: | Edel |






