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REVIEW: The Accidental (Francis Rossi)

BY Michael Berghammer


Wir alle kennen das, wenn ein neuer Film anläuft und der Freundeskreis schwärmt in den höchsten Tönen, welch geniales Meisterwerk da über die Leinwand flimmert. Also nichts wie rein und am Ende fragen wir uns, ob die alle einen anderen Film gesehen haben, da die Enttäuschung überwiegt. So ähnlich ist es mir mit dem neusten Werk von FRANCIS ROSSI mit dem Titel "The Accidental“ gegangen. Ich erhielt die CD bereits mit der Ansage, dass das wohl ein ganz tolles Album geworden sei. Auf der Vorderseite prangte ein roter Aufkleber, mit der Aussage, man halte hier das erste Output seit sieben Jahren von Mr. Rossi in Händen, das mit außergewöhnlich stark gitarrenlastligen Songs (Guitar-Heavy Songs) aufwartet. Kollegen der schreibenden Zunft frohlockten „....so rockig hat man Rossi auch mit STATUS QUO seit Jahren nicht mehr gehört!“ (NEIN! auf keinen Fall, denn das letzte Studioalbum hört auf den Namen "Backbone" und ist eines ihrer stärksten überhaupt.)


Ich hätte es mir nun einfach machen können und ins selbe Horn blasen können, wollte aber die "Kirche im Dorf" lassen.

Wer unsere Seite regelmäßig verfolgt und auch mit STATUS QUO etwas anfangen kann, weiß, dass gerade ich nahezu jedes Album der Engländer abgefeiert habe. Allerdings hatte ich von den Solosachen, die Francis Rossi veröffentlicht hat, bisher nur die letzte CD "TheWay We Were Vol. 1" im Player und die war ja bekanntlich so eine Art Demo-Sammlung. "The Accidental“ ist auf jeden Fall, um es vorweg zu nehmen, eine solide Rockscheibe geworden,  die zuweilen auch Überaschungen parat hat, nicht mehr und nicht weniger.


"Much Better“ eröffnet den musikalischen Reigen zugegebener Maßen zunächst recht druckvoll. Der gute Francis präsentiert sich infolgedessen von seiner variablen, kreativen Seite. Es finden sich selbstredend diverse Nummern, die absolut nach STATUS QUO schmecken, das hat der gute Mann ja schließlich seit 1962 in seiner DNA. "Go Man Go“ oder "Beautifull World" könnte man ohne weiteres auf jeder QUO Platte verstecken. Sehr gut gefallen mir im Übrigen die bluesigen Tracks, wie "Back On Our Home Ground". Sie passen prima in das unaufgeregte Gesamtkonzept der Scheibe. Ja, Rossi benutzt meist eine elektrische Gitarre; der ein oder andere Titel besitzt dennoch dieses gewisse akustische Flair – weit entfernt von erdigem Gitarrenrock. Gesanglich macht der Londoner mit irischen Wurzeln fernerhin eine tadellose Figur. Die fast 77 Lenze hört man ihm jedenfalls zu keiner Zeit an. Die einzelnen Lieder sind ansonsten perfekt auf sein Gesangsorgan abgestimmt. Last but not least gibt der Sound obendrein keinen Anlass zum Meckern. Das Ganze klingt einerseits frisch und energetisch, andererseits wiederum weich und klar.


Wer also nach einer geschmeidigen Rockplatte sucht, die einen aber nicht langweilt (zudem hier und da nach STATUS QUO klingt, gewiss nicht so druckvoll, wie das Original), darf...nein sollte hier zugreifen. "The Accidental" ist alles in allem ein recht gelungenes Stück Musik, ich würde allerdings nicht soweit gehen und das Werk jetzt schon zum Rockalbum des Jahres zu küren!









THE ACCIDENTAL

Band: Francis Rossi
Genre: Rock
Tracks: 14
Länge: 55:39
Medium: CD
Label: ‎ Earmusic
Vertrieb: Edel