Es gibt nichts Beständigeres als die Veränderung – gemäß diesem Motto hat das Personalkarusell bei VICIOUS RUMORS erneut Fahrt aufgenommen. Bandleader und Gründer Geoff Thorpe hat freilich die Truppe nicht komplett neu durchgemischt, sondern lediglich an der zweiten Gitarre mit Denver Cooper einen ebenbürtigen Axeman engagiert und am Gesang nachgebessert. Der Shouter hört auf den Namen Brian “Chalice” Betterton, und diese Personalie könnte man auch als Geniestreich bezeichnen. Er führt die Truppe mit seiner Stimme nämlich genau dahin zurück, wo sie ursprünglich einmal hergekommen ist, und das ist klassischer US-Powermetal vom Feinsten.
Wer jetzt, wie ich, zunächst nur die erste Single „Bloodbath“ kennt, der wird sich fragen, ob ich eine andere Platte gehört habe. Nein, denn dieser Track repräsentiert das Album bei weitem nicht wirklich. Die Nummer ist überaus rau und thrashig, die Drums feuern aus allen Rohren, und der Gesang ist recht düster angelegt. Man entdeckt jedoch ebenfalls Melodiebögen, die ankündigen, was da noch kommen sollte. Ab Track zwei geht die Reise in die Vergangenheit nämlich so richtig los – Carl Albert (R.I.P.) lässt grüßen.
„Dogs Of War“ ist ein herrlich schleppendes Ding, „Crack The Sky In Half“ ist eine Metal-Hymne mit gepflegter Twin-Axe-Power, und das anschließende, mal stampfende, mal galoppierende „High Hell Hammer“ packt obendrein noch ein paar Gangshouts mit drauf. So nahe an der VR-DNA war in den letzten Jahren keines der Outputs, und es wird gewiss ein Riesenspaß, die neuen mit den alten Titeln in der Setlist für kommende Gigs zu mischen. An diesem Punkt bin ich mir sicher, dass der ein oder andere Alt von Neu nicht unterscheiden kann. „Abusement Park“ ist neben „Boring Day In Hell“ (Name ist hier leider Programm) etwas untypisch. Auch hat man an dieser Stelle für meinen Geschmack einen Tick zu viel mit den „kleinen Helferchen“ eingegriffen. „Wrong Side Of Love“ geht dann in TWISTED SISTER-Manier geschmeidig über den Oldschool-Metaltisch. Das Werk endet, wie es angefangen hat, mit dem speed-thrashigen Titeltrack.
Geoff Thorpe selbst sagte über die Scheibe im Vorfeld: „Auf ‚The Devil’s Asylum‘ gehen wir back to the roots, verbunden mit modernen Einflüssen.“
Dies ist ihm mit dieser Mannschaft absolut gelungen, und dem ist auch nichts mehr hinzuzufügen.
The Devil's Asylum

VICIOUS RUMORS
Genre: Heavy Metal
Tracks: 11
Länge: 45:41 (CD)
Label: Steamhammer
Vertrieb: SPV