Review:

The Best Of

(Martin Dean)

Ein dunkle, verrauchte Bar in den frühen Morgenstunden. An den Tischen und der Bar sitzen vereinzelt Menschen, die an ihrem Cognac nippen und eine Zigarette nach der anderen rauchen. Und auf der Bühne steht eine Band in alten Anzügen und liefert den Soundtrack für die verlorenen Herzen, spendet melancholisch und sehnsuchtsvoll Trost in dieser einsamen, dunklen Nacht. So in etwa muss man sich die Atmosphäre von Martin Deans CD "The Best Of" vorstellen. "Space Age Gospel" nennt der Meister selbst seine Musik, die sich als eine äußerst entspannte Mischung aus Chanson, warmen Jazz-Sounds, minimalen Funk-Grooves, ein bisschen Pop und Rock und jeder Menge Soul erweist. Hinzu kommen dezente elektronische Sounds und Beats, jedoch ohne zu sehr im Vordergrund zu stehen, so dass die Songs gleichzeitig modern und altmodisch klingen. Martin Deans Stimme ist dabei irritierend charismatisch, tief und weich, selten etwas knurrend, irgendwo zwischen Elvis und Nick Cave. Gut die Hälfte der Stücke bewegt sich in ruhigeren Tempi, einige davon - wie das wunderbar schnulzige "Me Gusta" - bewusst ins Kitschige tendierend. Der Rest ist schneller und groovender, wie z. B. das trocken-funkige "Rock ´n Roll", das leicht clubbige "Invite" oder der poppig-leichte Ohrwurm "Just A Little Bit Of Love". Diese CD ist perfekt geeignet zum sehr spät und sehr alleine Hören, das Whiskeyglas in der einen, die Zigarette in der anderen Hand, um sich dann in selbstmitleidige Melancholie fallen zu lassen. Schon jetzt eine meiner Lieblings-CDs dieses Jahres.

The Best Of


Cover - The Best Of Band:

Martin Dean


Genre: Pop
Tracks: 15
Länge: 50:48 (CD)
Label: Monogam Records
Vertrieb: Broken Silence