Review:

On The 13th Day

(Magnum)

Der Titel der neuen MAGNUM-Scheibe "On The 13th Day" sollte wohl genau wie der aber voll gescheiterte „Versuch“ mit diesem komischen Zauberer-Männchen auf dem Cover (die bunte Farbegebung ist völlig daneben) einen etwas düsteren Grundtenor vermitteln. Die Band will dies laut eigener Aussage auch so verstanden wissen aber keine Angst: die Melodic Bombast Veteranen haben mit ihrem aktuellen Werk natürlich kein depressives oder gar stimmungsmäßig trauriges Werk eingespielt sondern mit ihrer ureigenen immer mal wieder typisch eingeflochtenen Melancholie als Grundton über den Songs, sich recht überzeugend wieder neu erfunden. Bereits der Vorgänger war ja stellenweise relativ heavy, diesmal tönen die Riffs von Meister Clarkin wieder eher erdig-hardrockend aus den Boxen, die Keyboards haben wieder etwas mehr Raum insofern haben MAGNUM den Sound der letzten Alben nur etwas variierter fortgesetzt.

Nur das beste Album seit dem Comeback 2002, wie vielfach zu lesen, ist es dann doch nicht ganz geworden aber ähnlich stark und voll überzeugend wie alle Studiowerke seit dem Überwerk „Princess Alice And The Broken Arrow“ (2007).

Die ersten vier Tracks im Paket sind hintereinander tatsächlich echt der Hammer - egal ob der Start mit „All The Dreamers“ ist MAGNUM pur etwas mystisch viele Uhhus vom summenden Bob Catley dann folgt der Song als mitreissender Stampfer. Oder auch „Blood Red Laughter (eine schnelle Nummer wie Magnum der 80er Jahre zu seeligen „Day’s Of No Trust“- Zeiten) mit einer Killerhookline. Auch „Didn't Like You Anyway“ kommt klasse mit etwas abgehackten Gitarren, schöner Melodie und einem der besten Solos seit langem. Der Titelsong „On The 13th Day“ gefäält ebenfalls als schön groovender Midtemporocker. Dann ein erster Stopper des Albumflußes, dass mir viel zu süßlich-fröhliche „So let it rain“ ist mir einfach zu kitschig. Dann das melodramatische „Dance Of The Black Tattoo“ wieder besser, ja hat was von "How far Jerusalem", klasse Song. Die getragene Ballade für alle Feuerzeugschwinger „Putting Things In Place“ nicht schlecht, plätschert mir aber etwas zu ruhig ohne echten Höhepunkt dahin. „Broken Promises“ ist mir zu sehr nach Schema-F komponiert, da dann doch lieber „See How They Fall“ eine echte Magnum-Granate und beschert uns tatsächlich ein „Vigilante“-Dejavu. Ganz klar der Höhepunkt des Albums und auch der Ausklang mit dem melancholisch-hymnischen „From Within“ ist mehr als würdig.

Insgesamt kann „On The Thirteenth Day“ erneut als recht abwechslungsreiches und schön rockendes MAGNUM-Werk bezeichnet werden. Dass gute Niveau der Vorgänger wird weiter gehalten, da können hier auch die zwei/drei Durchschnittsnummern nichts dran ändern. Nur deshalb reicht es nicht ganz für einen allgemeinen Tipp. Fans müssen zuschlagen und tatsächlich haben die Briten seit dem Comeback noch kein wirklich schwaches Werk veröffentlicht - Respekt.

Auf der Limited Edition ist auf einer zweiten CD "Eyes like Fire", gab es schon auf der "Visitation"- DVD sowie einen unveröffentlichten Demosong aus der "Wings of Heaven"- Ära, zwei "13th Day"-Songs im unplugged Format sowie zwei Liveversionen bereits bekannter Songs.

On The 13th Day


Cover - On The 13th Day Band:

Magnum


Genre: Rock
Tracks: 11
Länge: 58:51 (CD)
Label: Steamhammer
Vertrieb: SPV