Review:

Icons Of The New Days

(Lords Of Black)

Ritchie Blackmore hat schon ein Händchen für Talente. Vor seinem Engagement bei RAINBOW hatte niemand den chilenischen Sänger Ronnie Romero wirklich auf dem Schirm, der jetzt zu den Shooting Stars der Heavy und Hard Rock-Szene gehört. LORDS OF BLACK, seine spanische Band, veröffentlicht nun mit "Icons Of The New Days" Album Nr. 3 - und dies unter einem gewissen Erwartungsdruck. Auch weil das Vorgängerwerk durch seinen RAINBOW-Job viel Beachtung bekam, dazu überzeugte und für durchweg gute Kritiken sorgte. Doch der südeuropäische Vierer ist mehr als Ronnie Romero. So gehört Gitarrist, Mitproduzent und Hauptsongwriter Tony Hernando mit zu den herausragenden Persönlichkeiten des Kollektivs, und auch ex-HELLOWEEN und MASTERPLAN Gitarrist Roland Grapow, welcher der Band von Anfang an als Produzent zur Seite stand, sollte hier Erwähnung finden.
 
"Icons Of The New Days" enttäuscht nicht, kann aber nicht ganz so glänzen, wie ich mir das erhofft, ja erwartet habe. "World Gone Mad", der Opener, überzeugt mit spannungsvollem Beginn, starker Melodie, gutem Keybord und kraftvollem Groove. Der nachfolgende Titelsong kann dieses Level leider nicht halten. Er kommt berechenbar und mit der Zeit gar eintönig zum Hörer. "Not In a Place Like This" punktet mit kühler, moderner Keybord-Melodie, doch auch hier bietet die Gesangslinie, wenn auch wirklich gut und eingängig, keine Überraschung. So wirkt das Album auf Länge zu abwechslungsarm. Natürlich können die Musiker dennoch überzeugen: Ronnies kraftvolle und leidenschaftliche Stimme bindet den Hörer ans Werk, und immer mal wieder glücken ihnen starke Momente (z.B."Forevermore"), sei es mit Keybord oder Gitarre, aber das ganz große Album ist es eben leider nicht geworden.
 
Es scheint, der Band hat es an Entspannung und dadurch resultierender Inspiration gefehlt. "Icons Of The New Days" wirkt an mancher Stelle zu erzwungen, zu ambitioniert, (Songs sind teilweise zu lang). Die Produktion mit dem zu dominanten Schlagzeug-Gewitter ist oft zu wuchtig und behindert filigrane, ruhige Momente. LORDS OF BLACK haben ihr Potenzial hier nicht ganz abrufen können. Aber richtig ist auch, das ist jammern auf ganz hohem Niveau. Die reguläre CD bietet 12 Songs mit über 70 Minuten Spielzeit. Hätte man das Teil und manchen Song verdichtet, sprich kompakter präsentiert, so würde meine Rezension sicher weitaus besser ausfallen. Ein Beispiel hierfür ist das kurzweilige "The Way I´ll Remember" mit seiner gelungenen DIO-Gedächtnis-Melodie, das auf jeden Fall noch wohlwollende Erwähnung finden muss. Also mal ganz ohne Erwartungshaltung und Vorschusslorbeeren ist das Teil immer noch ein überdurchschnittliches Power Metal-Album.
 
 

Icons Of The New Days


Cover - Icons Of The New Days Band:

Lords Of Black


Genre: Power Metal
Tracks: 12
Länge: 72:35 (CD)
Label: Frontiers Records
Vertrieb: Soulfood