Review:

The Great Southern Darkness

(Glorior Belli)

GLORIOR BELL bekamen von Kollege Otto für ihr 2009er Album „Meet Us At The Southern Sign“ gute Grundideen bescheinigt, die aber Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen vom Hörer forderten. Das hat sich bei „The Great Southern Darkness“ nicht geändert, setzt die Band doch weiterhin auf eine stellenweise anstrengend anzuhörende Mischung aus Black Metal, Sludge und ein wenig Southern Rock. Das liegt an dem unberechenbaren Songwriting der Band, die sich um keine Konventionen schert, wodurch Songs wie das großartig-verstörende „Dark Gnosis“ oder „Horns In My Pathways“ erst zustande kommen können, die vom Hörer wirklich Zeit und Nerven fordern – nicht wenige dürften vom schrägen Songaufbau angenervt sein und „The Great Southern Darkness“ vorschnell in den Wind schießen. Ein eher Black Metal-lastiges Stück wie „Chaos Manifested“ oder „Secret Ride To Rebellion“ könnten den Einstieg in das Album zwar leichter machen, wären aber irreführend. „The Great Southern Darkness“ wird GLORIOR BELL nicht aus der Avantgarde-Ecke des Black Metal herausholen, aber SAYTRICON haben ja schon vor lange Zeit den Beweis erbracht, dass auch mit aus der Ecke erfolgreiche Bands kommen können. Bleibt abzuwarten, wieweit „The Great Southern Darkness“ den durchschnittlichen Black Metal-Hörer begeistern und gleichzeitig in anderen Gefilden erfolgreich sein kann. Zu wünschen wäre es GLORIOR BELL, immerhin haben sie ein gutes, forderndes Album geschrieben, mit dem sie das Niveau des Vorgängers halten und sich vom Genre-Einerlei abheben.

The Great Southern Darkness


Cover - The Great Southern Darkness Band:

Glorior Belli


Genre: Black Metal
Tracks: 11
Länge: 48:8 (CD)
Label: Metal Blade
Vertrieb: Sony Music