Review:

Opus Eponymous

(Ghost)

TIPP
Wenn man dieser Tage den Begriff „Occult Rock“ hört, denkt man vornehmlich an die grandiosen THE DEVILS BLOOD, die mit ihrem 70er-Sound in Kombination mit satanistischen Inhalten inzwischen eine völlig eigene Nische besetzt haben. Nun kommt aus Schweden eine noch geheimnisvollere Band namens GHOST, deren Mitglieder ihre Namen erst gar nicht preisgeben, auch keine Abkürzungen oder Pseudonyme benutzen und deren Frontmann ein „inverses“ Papstkostüm trägt, das durch eine Totenmaskierung ergänzt wird. All das könnte man noch als Mummenschanz abtun, aber genau wie ihre holländischen Geistesgenossen meinen es GHOST definitiv ernst, denn die Musik ist durch und durch überragend und voll von bösartigen Gänsehautmomenten, von denen Legionen ultraböser Black Metaller nur träumen können. Stilistisch irgendwo zwischen 70er-Krautrock, melodischer Progressivität und einem gewaltigen Schuss KING DIAMOND/MERCYFUL FATE (speziell Gitarrensound und Gesang) angesiedelt, ist das Debüt der Truppe, „Opus Eponymous“, ein Beschwörungsritual von unglaublicher Klasse geworden, das sogar fast an die göttlichen MERCYFUL FATE-Frühwerke heranreicht. Keine Ahnung, woher diese erst seit 2008 existierende Band (also schon vor dem Erfolg von THE DEVIL´S BLOOD gegründet) kommt, aber was man hier zu hören bekommt, ist – vorausgesetzt, man mag warme, keinesfalls sehr harte Retroklänge – schlichtweg atemberaubend. „Opus Eponymous“ macht einfach süchtig, die Gitarrenmelodien sind saugeil, und mit den beiden Hymnen „Ritual“ und „Stand By Him“ hat man zwei der besten Songs seit Jahren aufgenommen, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Neben VANDERBUYST haben GHOST hier das Debüt des Jahres abgeliefert!

Opus Eponymous


Cover - Opus Eponymous Band:

Ghost


Genre: Rock
Tracks: 9
Länge: 34:48 (CD)
Label: Rise Above Records
Vertrieb: Soulfood