Review:

Do You Wanna Start A War

(Fozzy)

FOZZY haben jetzt auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel, vor 15 Jahren haben sich die Amis als mehr oder weniger reines Spaßprojekt aufgemacht, man war inzwischen fleißig am touren. Mit "Do You Wanna Start A War" ist jetzt bereits Studiowerk Nummer sechs auf den Markt. Bei FOZZY singt bekanntermaßen Wrestler Chris Jericho, der u.a. auch als Radiomoderator, Schauspieler und Autor unterwegs ist. Weiterhin sind die u.a. ehemaligen STUCK MOJO-Mitglieder Rich Ward und Frank Fontsere mit dabei.
Vielfach hört man in Zusammenhang mit dieser Band den eher nichtssagenden Begriff "Wrestling Metal" aber ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Die Gesangsstimme ist eher rau, nicht räudig  und daher durchaus gut hörbar. In der Mehrheit gibt es kein patziges Geschrei oder flächendeckende brunftige Shouts, dass meist recht solide klingende Organ bietet vielfach passable Melodiebögen dar.
In den Anfangstagen der Band wurden scheinbar oft nur Cover gezockt und neu aufgemöbelt. Auch auf diese Scheibe findet sich eine solche Version. Der zugegeben schon oft recycelte ABBA-Kracher "SOS" wurde (leider) auch nicht so stark verändert nur mit etwas typischem FOZZY-Touch versehen. Den Song kann man eigentlich nicht kaputt machen, der funktioniert immer, so auch hier.
Insgesamt versucht man sich in verschiedensten musikalischen Ausprägungen hauptsächlich zwischen (Melodic) Modern Metal und Hardrock, wobei der Partycharakter scheinbar vielfach im Vordergrund steht. Nicht immer nimmt man der Band dies so alles ab, manches klingt zu konstruiert. Wenn die Herren eine die Mischung aus markanter Melodie sowie Growls wie bei „Witchery“ darbieten, überzeugt mich dies nicht vollständig sondern schielt auf Kalkül.
Insgesamt gibt es vielfach recht eingängige Refrains, verpackt mit fetten Gitarren wie u.a. der solide Titelsongopener, klingt wie etwas mächtigere KISS. Dann geht es mainstreamiger weiter, ja es wird tatsächlich die NICKELBACK-Richtung eingeschlagen wie etwa bei dem schnellen „Lights go out“ es groovt discoartig aus den Boxen oder auch das balladig-chessige „Died with you“ - da wird schon sehr auf die Charts geschielt aber schlechter als Chuck & Co. klingen Fozzy auch nicht.    
Der Albumtitel "Do You Wanna Start A War" kommt doch etwas sehr großmäulig rüber, mitunter schlängelt sich ein eher AOR-rockender Sound durch die Songs, da war man früher wohl härter unterwegs. Es gibt auch Gastauftritte wie etwa von Michael Starr (STEEL PANTHER) bei „Tonite“ ja ganz nett ber nicht überragend, der Refrain ist etwas dünne. „Unstoppable“ beginnt etwas düster und ist ein Duett mit Countrystar Christie Cook, der Song ist so schlecht nicht – ist aber im Refrain einen Tick zu dick aufgetragen und fröhlich - wie eine Mischung aus HEART meets Katy Perry. Gäbe es noch ein paar Songs der Alternativen Art wie „No good Way“ und weniger künstliche Sachen wie „Scarecrow“ oder „One Crazed Anarchist“ kommt mir etwas zu stark auf LINKIN' PARK getrimmt. Fozzy sind mittlerweile sicher ernsthafte Musiker mit soliden handwerklichen Fähigkeiten und spielen etwas zwischen Stadionrock und Metal, sie machen dabei vieles richtig wirken aber vielfach etwas zu gewollt. Kann man sich zwar größtenteils anhören, nur so komplett voll überzeugend im Gesamtpaket ist die Musik dann trotzdem nicht.     

Do You Wanna Start A War


Cover - Do You Wanna Start A War Band:

Fozzy


Genre: Rock
Tracks: 12
Länge: 45:24 (CD)
Label: Century Media
Vertrieb: Universal Music