Review:

We’re Here Because We’re Here

(Anathema)

TIPP
ANATHEMA haben schlanke sieben Jahre für ihr neues Werk gebraucht, von der zwischenzeitlichen Verwurstung eigener Songs auf “Hindsight” einmal abgesehen. Anno 2010 also endlich neues Material der ex-Death Metaller, was wie erwartet verträumt, melancholisch und progressiv ausgefallen ist. Selten, dass etwas mehr Tempo und Härte in einem Song zu finden sind („Angels Walk Among Us“), zu sehr haben Vince Cavanagh und Co. mittlerweile Gefallen an den ruhigeren Tönen gefunden. Getragen von der charismatischen Stimme des Masterminds Vince, die sich seit ihren unbeholfenen Anfängen zu einer kraftvollen und gleichzeitig zerbrechlichen Stimme entwickelt hat, bauen die Songs von „We’re Here Because We’re Here“ problemlos die träumerische, melancholische Stimmung auf, für die ANATHEMA so geliebt werden. „Thin Air“ ist der perfekte Einstieg in das Album, welches sehr homogen ausgefallen ist und am Besten am Stück gehört werden sollte, um die Atmosphäre zur vollen Entfaltung kommen zu lassen. Natürlich besteht die Gefahr, dass ANATHEMA sich zu sehr auf den sanften Kurs einschießen und beim nächsten Langeisen die kraftvollen Passagen gänzlich unter den Tisch fallen lassen, aber soweit sind wir ja noch nicht. „We’re Here Because We’re Here” vereint Vergangenheit und Gegenwart des künstlerischen Schaffens der Briten in gekonnter Art und Weise, was das Album zu einem Pflichkauf für Fans der Band macht. Ob sich beinharte Metaller damit anfreunden können, bleibt abzuwarten. Und ob im Popbereich neue Fans gewonnen werden können, ebenso. Zu wünschen wäre ANATHEMA beides, denn dieses Album ist viel zu gut, um als Geheimtip zu versauern!

We’re Here Because We’re Here


Cover - We’re Here Because We’re Here Band:

Anathema


Genre: Alternative
Tracks: 10
Länge: 58:3 (CD)
Label: Kscope Music
Vertrieb: Edel