Review:

Where Fear and Weapons Meet

(1914)

TIPP

Die wuchtvolle Blackened-Death/Doom-Metal-Infanterie aus der Ukraine meldet sich zurück auf dem Schlachtfeld! Und das kann ich Vorweg nehmen: Hier treffen sich tonnenschwere packende Riffs, mitreißende Melodien und ein stimmiges Gesamtkonzept. Geschichtsunterricht der begeistert: 1914 beschäftigen sich thematisch ausschließlich mit dem ersten Weltkrieg und legen dabei Wert auf historische Genauigkeit. „Where Fear and Weapons Meet“ ist das dritte Album der Truppe und erscheint drei Jahre nach „The Blind Leading The Blind“. Die letzte Scheibe konnte mich begeistern und 1914 zogen mich strudelartig in ihren Bann. Die Ukrainer kamen mit Napalm Records bei einem großen Label unter, machen nun da weiter wo sie aufgehört haben und spielen ihre eingängige Mixtur aus Death, Black und Doom Metal. Angereichert wird dies durch zahlreiche Samples, Orchester-Sounds und Gastsänger.

„War In“ ist ein standesgemäßer Start mit den Klängen des traditionellen serbischen Liedes „Tamo Daleko“, das aus dem Ersten Weltkrieg stammt. Es ertönen Schüsse und es folgt der Track „FN .380 ACP#19074“, eine episch-melancholische Nummer mit Double-Bass, Bläsersounds und unerbittlichem Riffing und Tremolo-Picking der Gitarristen Vitaliy Vygovskyy und Oleksa Fisyuk. Das Ganze ist sehr gut abgemischt. Ein bisschen SEPTICFLESH, etwas UADA, eine Spur DISSECTION und ASPHYX. Der Songtitel ist übrigens die Modell- und Seriennummer der Handfeuerwaffe, mit welcher Erzherzog Franz Ferdinand erschossen und der Krieg eingeleitet wurde. Mit „Vimy Ridge (In Memory of Filip Konowal)” folgt eine groovende Mid-Tempo-Melodeath-Nummer. “Pillars of Fire (The Battle of Messines)” beinhaltet feierliche Fanfaren und ein Sample aus dem Film "Helden von Hill 60". „Don't Tread on Me (Harlem Hellfighters)“ ist mein persönliches Album-Highlight: eine vielschichtige Klangwand, eine super Gitarrenmelodie und wütend-brilliantes Schlagzeugspiel; was für ein geiler Song! Zur Halbzeit ertönt der Folk-Country-Track „Coward” (feat. Sasha Boole von ME AND THAT MAN) mit Banjo und Mundharmonika, der an Ort und Stelle irgendwie seltsam wirkt. Aber why not! Der nächste Gastsänger ist Nick Holmes von PARADISE LOST und BLOODBATH bei „...And a Cross Now Marks His Place“. Ditmar und Nick liefern sich ein furioses brutales Gesangsduett. Der gothic-artige Mittelteil ist, sagen wir mal, mutig. „Corps d'autos-canons-mitrailleuses (A.C.M)” entpuppt sich als starke Black Doom-Nummer und „Mit Gott für König und Vaterland“ kommt äußerst düster daher. „The Green Fields of France” sind elf Minuten sludgender Death-Doom mit Dudelsack, dissonanten Riffs und abschließenden Explosionsklängen. Beim Rausschmeißer „War Out“ ertönt ein Protestsong aus dem Ersten Weltkrieg. Anspieltipps sind vor allem "FN .380 ACP#19074" und "Don't Tread On Me (Harlem Hellfighters)".

Dmytro Kumars Stimme und seine Art im krächzenden Klang Geschichten zu erzählen, hat etwas Einzigartiges! 1914 erzählen und vertonen schicksalhaft-grausame Kriegs-Geschichten. Die Band liefert mächtig ab: „Where Fear and Weapons Meet“ ist ergreifend und absolut bombastisch!

Where Fear and Weapons Meet


Cover - Where Fear and Weapons Meet Band:

1914


Genre: Death Metal
Tracks: 11
Länge: 65:29 (CD)
Label: Napalm Records
Vertrieb: Universal Music