Konzert:

JUDAS PRIEST Metal Masters - Frankfurt, Festhalle

Konzert vom 24.03.2024

Die JUDAS PRIEST Metal Masters Tour ist schon ein feines Package mit URIAH HEEP und SAXON. Und natürlich lassen wir von Metalinside uns das nicht entgehen. So pilgerte ich am Sonntag nach Frankfurt. Das Konzert war nahezu ausverkauft, und eine bunte, zugegeben etwas gereifte Metal-Schar fand sich in der Frankfurter Festhalle ein.

Pünktlich um 19 Uhr eröffnete URIAH HEEP den Reigen. Die Band hatte, wie SAXON auch, die große Bühne inklusive Backdrop zur Verfügung. URIAH HEEP, ein oft gesehener Gast, gerade auf deutschen Bühnen, startete mit "Save me Tonight" ihren Gig. Die Herrschaften passten mit ihrem fest in den 70ern verwurzelten Hard Rock nur bedingt zu den nachfolgenden Metal-Legenden. Das störte aber niemanden wirklich. Spielfreudig und gut gelaunt, wie nahezu immer, heizten die fünf die Halle mit neuen Songs und Klassikern aus 50 Jahren Hard Rock-Geschichte ein. "Free 'n' Easy, "Gypsy" und das am Ende eher schunkelige "Lady in Black" verrichteten ihr Werk. 40 Minuten dauerte der routinierte Gig; der Sound war gut, was ja in der Festhalle nicht immer so einfach ist, wie wir leider später noch zu spüren bekamen.

Nach kurzer Umbaupause durften die Mannen um Biff Bifford auf die Bühne. SAXON ist live eine Macht - das war immer so und wird immer so bleiben. Auch hier war die Setlist gemischt mit neuen und alten Songs. Alle drei Bands hatten starke neue Scheiben im Gepäck, und so durfte man sich nicht wundern, dass nicht alle Klassiker gespielt wurden. Was ich SAXON allerdings übel nehme ist, dass "Dallas 1PM" nicht zu Gehör kam. Das ist ein must have, aber "Crusader", "Denim and Leather", "Heavy Metal Thunder" und das am Ende gespielte "Princess of the Night" halfen mir über diesen Schmerz doch ganz gut hinweg. Der Sound war der beste der drei Bands, zumindest von meinem Platz, ziemlich weit vorne, mittig an der Bühne. Dass Biff sich während des Gigs eine Kutte, aus dem Publikum, anzog, gefiel und zeigte die Bindung zu seinem Publikum und dem mitgeprägten Genre. Ein Satz noch zu dem neuen Gitarristen Brian Tatler von DIAMOND HEAD. Dieser spielte ein klasse Set, fügte sich perfekt in die Band ein und darf als würdiger Ersatz für Paul Quinn gewertet werden.

JUDAS PRIEST eröffneten nach einem coolen und von der Festhalle mitgesungenen BLACK SABBATH-Intro ("War Pigs") ihren Gig. "Panic Attack" vom starken neuen Album markierte den Anfang. Das nachfolgende unsterbliche "You've Got Another Thing Comin' " hatte einen so schlechten Sound, dass es tatsächlich kaum zu erkennen war. Das war zu Beginn erst einmal ein Schock. Ich suchte mir schnell einen anderen Platz, um den Soundbrei etwas erkennbarer wahrzunehmen. Das gelang, und auch der Mann am Mischpult verbesserte den Klang im Laufe des Gigs. Dennoch war und blieb er der schlechteste von allen drei Bands. Aber JUDAS PRIEST ist JUDAS PRIEST ist JUDAS PRIEST. Oder sollte ich sagen Rob Halford? Diese Legende live zu sehen, entschädigt. Gealtert, aber doch mit Charisma, Coolness und mit einiger Hilfe auf dem Mikro hatte er die Halle im Griff. Und auch Songs wie "Breaking The Law", "Turbo Lover", "Sinner" und das von mir besonders heiß geliebte "The Green Manalisha" taten ihr Werk. Als Zugabe wurden "Electric Eye", "Hell Bent For Leather" und das fröhliche "Living After Midnight" zum Besten gegeben.

Es war mir eine Riesenfreude, die drei großen Bands aus UK in dieser Zusammensetzung zu sehen. Dass die Festhalle soundmäßig schwer zu spielen ist, ist ein Fakt. Dafür waren die Getränkestände schnell und freundlich, man konnte nahezu von überall gut sehen und das Publikum war entspannt und begeisterungsfähig. 

 



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