Konzert:

Elbriot Festival 2014

Konzert vom 16.08.2014

So bunt gemischt wie das Billing des zweiten Elbriot Festivals, waren auch die Fans dieser Veranstaltung. Von jungen Emo-Hüpfern bis hin zu Altrockern und Familienvätern, die sich an diesem Tag mal austoben durften, waren sämtliche Gruppierungen vertreten. Pünktlich um eins betreten WOVENWAR die Bühne und zeigen, dass die ehemaligen AS I LAY DIYING Burschen auch ohne ihren Ex-Sänger Tim Lambesis gute Musik machen können. Verstärkt haben sie sich mit Shane Blay (OH SLEEPER), der das Mikro übernimmt. Dabei gibt es keinen Brüllcore wie in der Vorgängerband, sondern harten melodischen Rock bzw. Metal mit klarem Gesang. Schon mal ein guter Einstieg in ein cooles Festival.

AUGUST BURNS RED entern dann anschließend die Bühne und begeistern vor allem das jüngere Publikum mit ihrem Metalcore. Das Gleiche gilt dann auch für CALLIBAN, die kurzfristig für OF MICE AND MEN eingesprungen sind.

Richtiges Kontrastprogramm bieten dann die Schweden von GRAVEYARD. Kein Gebrüll und kein Core, sondern blusiger Hardrock ist die Devise. So lässt sich das erste kühle Bier des Tages genießen. Dass die Band aber nicht nur eine Kapelle für alte Herren ist, zeigt ein junger Fan neben mir, der viele Texte leidenschaftlich mitsingt. Die Musiker selbst sehen aus, als seien sie mit einer Zeitmaschine aus den 70ern angereist.

Das erste Highlight des Tages sind für mich LIFE OF AGONY. Mit „River Runs Red“ steigt die Kapelle in ein Set, das zum Großteil auf den Hits des Debütalbums basiert. Dabei liefert Mina Caputo eine gute gesangliche Leistung ab. Angefeuert wird das Publikum aber von Gitarristen Joey Z. „This Time“, „Method Of Groove“ und „Underground“ sorgen für ordentlich Stimmung. „Weeds“ ist dann einer der ganz wenigen Songs, die nicht von der ersten Platte gespielt werden. Beendet wird das Set mit „Through And Through“.

Nach der Zeitreise in die 90ger zeigen A DAY TO REMEBMER was heutzutage die Kids in Wallung bringt. Ordentlich energiegeladen brettern die Amerikaner los und überraschen mit ein paar Gimmicks. Während eines Songs kommt ein Clown auf die Bühne und schießt mit einer Kanone Shirts ins Publikum. Beim vorletzten Titel werden Klorollen in die Menge gefeuert, die dann wild durch die Gegend geworfen werden. Die Musik selbst geht wieder in die Richtung Metalcore, wobei auch eine Portion Carlifornia Punk mit drin ist.

Nach A DAY TO REMEMBER folgen für mich nur noch Highlights: AIRBOURNE rocken mit ordentlich Spaß in den Backen und 1.000 Marshall Boxen auf der Bühne den Marktplatz. Joel O’Keeffe wetzt dabei ständig von rechts nach links, als ob sein Leben davon abhängen würde. Bierdosen werden am Kopf zum Platzen gebracht und die Fans angefeuert. Nach einer Stunde ist dann leider Schluss. Aber egal, jetzt freut man sich auf AMON AMARTH. Diese haben den gleichen Bühnenaufbau wie beim Wacken am Start. Links und rechts jeweils ein großer Drachenkopf, die gelegentlich Rauch aus ihren Rachen spucken. Johan Hegg ist gut aufgelegt und strahlt von einem Ohr zum anderen. Die Meute geht zu Songs wie „Twilight Of The Thunder God“ und „Pursuit Of The Vikings“ steil. Es ist zu sehen, dass ein Großteil der Fans nur wegen der Schweden hier ist. Mit viel Feuer und Pyros wird die Show noch zusätzlich aufgepeppt. Geiles Ding!

MACHINE HEAD haben die Aufgabe die letzte Energie aus den Fans zu holen. Mit zehnminütiger Verspätung steigen die Thrasher mit „Imperium“ in ihr Set ein, gefolgt von „Beautiful Morning“ und „Locust“. Für Gänsehaut sorgt „Darkness Within“ und die vorausgegangenen Rede von Robb Flynn. In dieser unterstreicht er die immense Bedeutung von Musik. Mehr Appetit auf das im November erscheinende Album macht die Singleauskopplung „Killers & Kings“. Ungewöhnlich das Ende des Konzerts: Normalerweise ist immer nach „Davidian“ Schluss, doch heute wird noch der Geburtstag von Neu-Basser Jared MacEachern gefeiert und „Halo“ gespielt.

Insgesamt war das zweite Elbriot ein gelungenes Festival mit einem abwechslungsreichen Billing, bei dem für jeden etwas dabei gewesen ist.



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August Burns Red
Caliban
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Life Of Agony
Machine Head
Airbourne
A Day To Remember
Amon Amarth