Konzert:

Amon Amarth, Carcass, Hell - Hamburg, Docks

Konzert vom 29.11.2013

Frühshow im ausverkauften Docks. Eigentlich sollte es pünktlich um 18 Uhr losgehen - doch an der Tür wurden die Traditions-Metalheads mit der Notiz begrüßt, dass die englischen NWOBHM-Recken HELL wegen eines Schadens an ihrem Bus leider nicht spielen können. So ein Pech!


CARCASS haben sich im Gegensatz zu ihren Landsleuten von HELL in Leipzig zwei Autos geliehen, sind in alter Punkrock-Schule sechs Stunden über die Autobahn gebrettert und standen auf der Bühne, als sei mit dem gemeinsamen fahrbaren Hotel nix passiert. Aber hätte ich gewusst, was für eine Show mich hier erwartet, hätte ich die Zeit besser genutzt und noch einen Glühwein auf dem Santa-Pauli-Weihnachtsmarkt vor der Tür des Docks getrunken. Dabei: Ich hätte es wissen müssen, denn die Grindcore-Legende erfüllt die in sie gesetzten Erwartungen fast buchstabengetreu. Die drei Songs von "Heartwork" und drei Songs vom aktuellen Album "Surgical Steel" werden von ihrem Cover-Artwork beleuchtet, zu den restlichen Uralt-Krachern werden Videos gezeigt. Bei "Genital Grinder" darf man einem männlichen Geschlechtsteil bei der Verwesung zugucken, "Exhume to Consume" zeigt verrottendes Gedärm. Außerdem im Programm: Sektionen von Mensch und Tier und in Nahaufnahme immer wieder aufgeschnittene Organe. So viel hübscher sind die Herren Musiker auch nicht - es gibt also nichts, bei dem sich das Auge mal ausruhen kann. Auch musikalisch gibt es nur aufs Maul, die Melodien werden weitestgehend zu Hause gelassen, und der "antike" Gitarrensound tut das seine. Toll für wütende alte Männer. Ekelhaft für alle anderen.


Setlist CARCASS


Buried Dreams

Incarnated Solvent Abuse

Cadaver Pouch Conveyor System

This Mortal Coil

Genital Grinder / Exhume to Consume

Unfit for Human Consumption

Corporal Jigsore Quandary

Captive Bolt Pistol

Rupture in Purulence

Heartwork


Nach nur einem Bier sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Im Hintergrund hängt das leicht kitschige Backdrop mit dem Cover des aktuellen Albums "Deceiver of the Gods", ansonsten haben AMON AMARTH eine eher aufgeräumte Bühne. Die läßt den Gitarristen Olli Mikkonen und Johan Söderberg, Bassisten Ted Lundström und natürlich Frontwikinger Johan Hegg jede Menge Platz, um die Haare kreisen zu lassen und die Bühne abzugehen und die Fans damit noch weiter anzufeuern. Johans Deutsch wird nicht sonderlich mehr, erzielt aber genau die erhofften Erfolge. Die Hamburg-Show war schon kurz nach Ankündigung weit im voraus als erste von allen ausverkauft, und die Nordlichter wollen auf einem Freitag Abend abfeiern. Und damit fangen sie schon bei den neuen Songs vom "Deceiver..." an, der alte Smash-Hit "Death In Fire" ist danach der erste Stimmungshöhepunkt. Mit Licht und Nebel spielen die Schweden und ihre Crew mindestens mit dem Eindruck, sie hätten indoor richtiges Feuer dabei. Weitere Highlights: Zu "Runes To My Memory" werden überlebensgroße Runensteine auf der Bühne aufgebaut, zu "Cry Of The Blackbirds" kommen HELL und der Rest der Crew endlich, endlich in Hamburg an, sagen "Jetzt müssen wir CARCASS helfen, alles wieder umzupacken" und müssen gleich wieder verschwinden, um ihre Fähre noch zu bekommen. Im Docks selbst wird zwischenzeitlich sogar gehüpft, denn das Hitfeuerwerk strebt seinem absoluten Höhepunkt zu. Nach einem stimmungsvollen "War Of The Gods" gibt es als Zugaben "Twilight of the Thunder God" und mit "Dööp-dödöp-dödöp" waren die Fans zu "Pursuit of Vikings" viel lauter als die Gitarren. Die Stadtmauern wurden erfolgreich geschleift!


Setlist AMON AMARTH

Father of The Wolf

Deceiver of The Gods

Death In Fire

Free WIll Sacrifice

As Loke Falls

We Shall Destroy

Runes To My Memory

Varyargs of Miklagaard

Last Stand of Frej

Guardians of Asgaard

Warriors of The North

Destroyer of The Universe

Cry of The Blackbird

War of The Gods

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Twilight Of The Thunder God

Pursuit of Vikings

 



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