Konzert:

Bang Your Head Festival 2015 - Samstag

Konzert vom 18.07.2015

Lange für ausgeschlossen erklärt und nun doch wieder Realität: EXCITER in der klassischen Beehler, Ricchi, Johnson Besetzung. Für viele auch die einzig wahren EXCITER. Und als solche konzentrierte man sich auch nur auf die ersten drei Scheiben, auch wenn es noch einige mehr im recht umfangreichen Backkatalog EXCITERs gibt. Ich verstehe ja, dass die Alben ohne Ricchi bzw. Beehler ausgeklammert werden. Aber mal eine Überraschung vom 92er Comeback Werk „Kill After Kill“ wäre eine spannende Angelegenheit (auch wenn Bassist Johnson auf diesem Werk von David Ledden ersetzt wurde). So gibt es eben einen Parforceritt durch die frühe EXCITER Prähistorie. Das kanadische Trio rumpel-kreischt sich durch raue Speed Metal Hymnen wie „Violence & Force“, „Long Live The Loud“, „Stand Up And Fight“ oder natürlich auch das frenetisch bejubelte „Heavy Metal Maniac“. Für Feingeister war das nichts, aber für Freunde authentischen Speed Metals ist es schön zu sehen, dass die Herren –auch wenn sie so langsam am oberen Ende der 50 angekommen sind- immer noch Vollgas geben - und das ohne Kompromisse. ANVIL, RAVEN und EXCITER sind die Troika der sich niemals verbiegenden und anbiedernden musikalischen Outlaws, die von vielen nicht verstanden aber von einigen wenigen heiß und innig geliebt werden. Ich für meinen Teil hatte jedenfalls meinen Spaß. (fz)

Den Schweden aus dem schmucken Städtchen Bollnäs eilt der Ruf voraus einer der besten Liveacts zu sein. Leider wurde es die letzten Jahre etwas still um MORGANA LEFAY und so war ich gespannt, ob die Herren ihre selbst zu Hochzeiten gesetzte Messlatte werden halten können. Bereits beim mächtigen Einmarsch „To Isengard“ war klar dass sich nichts geändert hatte. Power, Energie und eine gesunde Portion Chaos sind nach wie vor die Bestandteile einer jeden MORGANA LEFAY Show. Die Jungs wissen einfach, wie man die Menge mitreißt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass heute einige Fans im Publikum waren, denen MORGANA LEFAY im Vorfeld nicht geläufig waren, die sich der energischen Performance und Songs wie „The Source Of Pain“ und „Maleficium“ aber nicht entziehen konnten. Und im Anschluss den Metalmarkt nach den Alben der Schweden abgrasten. Als MORGANA LEFAY am Schluss noch die Uraltnummer „Symphony Of Pain“ auspackten, war alles perfekt….oder zumindest fast: das nächste Mal bitte noch „The Boon He Gives“. (fz)

 

So richtig hübsch sind die PRETTY MAIDS vielleicht nicht mehr wirklich. Gitarren-Legende Ken Hammer hat sich zu einer ganz stattlichen Wumme gemausert und Ron Atkins scheint schon ab dem dritten Song der Kopf zu platzen… Aber verdammte Axt: Diese Mädels rocken! „Balingen wo bist Du?“ sind sind die ersten Worte und mit „Mother Of All Lies“ und „Nuclear Boomerang“, nicht etwa einem der alten Klassiker starten die Dänen in den späten Samstag Nachmittag. Das zeigt Selbstbewusstsein. Zurech. Denn nach einer kleinen Karrieredelle geht es spätestens seit 2010 wieder deutlich nach oben. Kein Wunder hat der Titelsong „Pandemonium“ seinen festen Platz im Set. Dann ungewohnte Töne: eine kleine Pink Floyd Einlage von „Another Brick In The All“ mit ordentlichem Mitsing-Teil führt über in das starke „I.N.V.U“. Und dann brennt endlich die Lunte „Red, Hot And Heavy“, eine der ewigen BYH-Hymnen, lässt das gesamte Vorfeld kollektiv hüpfen. Danach ist Romantik angesagt. Denn zugegeben können die MAIDS auch Ballade ziemlich gut. „Little Raindrops From Heaven“ sind nicht nur für Verliebte zum Kuscheln geeignet, sondern spiegeln den Wunsch manches verbannten Metallers wider… Aber statt Regen gibt es noch mal eine Portion Feuer. Mit „Back To Back“ und „Future World lassen es die hübschen Schwestern nochmal ordentlich krachen bevor sie unter Sauerstoffzelt im Artist Village verschwinden ;-) (J.)

Prog Bands auf Festivals sind immer so eine Sache. In der Regel funktionieren die vertrackten, anspruchsvollen Songs nur mäßig vor einem feierwütigen Publikum. Allerdings haben DREAM THEATER in ihrer Karriere auch schon den einen oder anderen Hit fabriziert und könnten bei einer entsprechenden Songauswahl durchaus als Sieger vom Platz gehen. Anfänglich sieht es sogar ganz danach aus. Als die New Yorker mit kanadischem Fronter mit „Afterlife“ loslegen, reibe nicht nur ich verwundert meine Ohren. Besonders als als zweiter Song gar „Metropolis“ erklingt. So kann es weitergehen. Mit „Burning My Soul“ und „The Spirit Carries On“ bleiben wir noch ein wenig in der Frühphase bevor es dann in die jüngere Geschichte übergeht. Die Idee, von den meisten Alben (nicht bedacht wurden „Awake“, „Six Degrees Of Inner Turbulance“ und „Black Clouds & Silver Linings“) jeweils einen Song zu spielen und das Ganze von alt nach neu chronologisch abzuspulen, war zwar originell, hatte aber mit dem Problem zu kämpfen, dass im Laufe des Sets immer mehr die Aufmerksamkeit der Leute flöten ging. Außerdem bleiben so unverzichtbare Nummern wie z.B. „Pull Me Under“ außen vor. Auch die langen (natürlich aus technischer Sicht beeindruckenden) Instrumentalpassagen trugen nicht gerade dazu bei die Leute bei der Stange zu halten und so bleibe ich bei meiner Eingangsbehauptung: Prog Bands auf Festivals? Schwierig….. (fz)

Auch wenn es im Camp der ehemaligen Solinger Metallschmiede vor einigen Monaten kräftig gerumpelt hat, lassen sich Wolf Hoffman und Peter Baltes nicht aufhalten. Sänger Mark Tornillo ist mittlerweile ein integraler Bestandteil von ACCEPT und die wenigsten rufen nach Udo. Auch Neu-Gitarrist Uwe Lulis (Ex-GRAVE DIGGER, Ex-REBELLION) hat sich super in die Band eingefunden und reiht sich hinter Hoffman und Baltes in die zweite Reihe ein. Einmal darf er sogar zum Solieren an den Bühnenrand kommen („Loosers & Winners“). Die größte Überraschung am heutigen Abend ist aber der neue Wunderdrummer  Christopher Williams. Was der kleine Amerikaner da abzieht, ist schlicht der Hammer. Kraftvoll, akzentuiert und songdienlich ist sein Spiel. Da er auch ein wunderbarer Poser (im besten Wortsinne) ist, passt er zu ACCEPT wie der sprichwörtliche Arsch auf den Eimer. Auch wenn ACCEPT eine hyperprofessionelle Show abziehen, nimmt man den Protagonisten ihren Spaß, den sie haben, zu jeder Sekunde ab.  Obwohl das Songverhältnis (9 Tornillo-Ära zu 8 Dirkschneider-Classics) mittlerweile fast 50:50 ist, merkt man kaum einen Unterschied. Alles wirkt homogen und fließt wunderbar ineinander.  Schön auch, dass ACCEPT etwas variieren und z.B. „Midnight Mover“ mal wieder im Set auftaucht. Oder um noch einmal zu bekräftigen, was ich eben schrieb: Im Zugabeblock wirkte „Teutonic Terror“ zwischen „Metal Heart“ und „Balls To The Wall“ keinesfalls deplaziert. ACCEPT setzten einen würdigen Schlusspunkt unter ein musikalisch sehr starkes Bang Your Head 2015. (fz)

 

Bericht Donnerstag: http://www.metalinside.de/konzertbericht/bang-your-head-festival-2015-donnerstag

Bericht Freitag: http://www.metalinside.de/konzertbericht/bang-your-head-festival-2015-freitag



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