REVIEW: Triskelion (Fir Bolg)
BY Meisenkaiser
Irgendwie klingt es ja abseitig, wenn sich eine Band wie FIR BOLG der keltischen Mythologie und dem paganen Black Metal mit folkloristischen Instrumenten verschrieben hat. Tribal passt zu Sepultura, Black Metal nach Norwegen – aber Nizza an der französischen Riviera? Da bietet sich doch eher Jazz an. Oder okzitanische Volksmusik. Ja klar, alles Klischee, in diesen Grenzen muss und sollte heute niemand mehr denken.
So benannten sich FIR BOLG also nach einem alten Volk, das mit der Frühzeit Irlands in Verbindung stehen soll. Die Musik kümmert sich demnach um das Gedächtnis der Vorfahren, vergessene Riten und okkulte Kräfte. Auch in Sachen Sound sind die Südfranzosen in der Vergangenheit angewurzelt: Denn wo Belenos, Brüder im Geiste, mit fettem Sound aufwarten, bleiben die Nizza-Nasen sehr basisch. Das mag für den einen hölzern klingen, für den anderen erfrischend old-school.
Bei „Lords of Hate“ überraschen die Möchtegern-Iren dann mit einem Gitarrenpart, der auch gut und gern aus einem der zahlreichen Pubs der Grünen Insel kommen könnte. Der gleiche Song wird durch den kratzig-klaren Gesang und ordentlichen Groove dann aber zu einem kleinen Hit. Dieser Groove fällt bei manchen Songs leider der etwas progressiveren Ausrichtung zum Opfer, wie etwa beim ersten echten Track „Underground Chthonian Sacrifice“. In den schnellen Parts klingen die Drums zwar ein bisschen nach rammelndem Duracell-Hasen, dafür aber schön natürlich.
Bei „Samhain“ überraschen sie mit Mundorgel-Intro und beschwörenden Trommeln, ehe der Song fast true-metallisch übergeht in ein spannendes Wechselspiel aller möglichen Einflüsse – bis hin zum angedeathten Schwarzmetall mit tieferem Gesang. „Mabon“ mit Oberton-Geknurre und Maultrommel steht unvermittelt zwischen allem, ehe die Single „Drunemeton“ als seichterer Black-Metal-Song durchgeht (hören wir da etwa auch eine Bouzouki?) und „Queen Mother Celtic Land“ das Album episch und wütend abschließt.
Diese viele Abwechslung ist vielleicht auch das Problem von „Triskelion“. Manchmal weiß die Hörerschaft schlicht nicht, wo FIR BOLG eigentlich hinwollen. Wenn die Band es selbst weiß – alles gut. Denn das ist schließlich die Hauptsache. Wobei: Mehrmaliges und wirkliches Zuhören macht das Album Schritt für Schritt zugänglicher – und besser. Für wirkliche Vergleiche mit Primordial fehlt FIR BOLG dennoch die Erhabenheit, Obscurity sind hymnenhafter, Kampfar schwärzer. Dafür wirken FIR BOLG sehr eigenständig. Und das ist heutzutage schließlich auch extrem viel wert. Auch an der Côte d’Azur.
TRISKELION
| Band: | Fir Bolg |
| Genre: | Black Metal |
| Tracks: | 13 |
| Länge: | 52:59 |
| Medium: | CD |
| Label: | Schwarzdorn Production |
| Vertrieb: | Edel |








