REVIEW: Legacy of Chaos (Seven Metal Sins)
BY Meisenkaiser
Wer mal in Frankreich ein "echtes" Metal-Konzert besucht und sich nach anderthalb Pastis mit dem geneigten Franko-Metaller an der Bar verquatscht, merkt schnell: Die Bewunderung für teutonischen Stahl ist riesig. Helloween-Fans sind da gefühlt alle, Primal Fear läuft sowieso, und Ralf Scheepers rangiert kurz unter dem lieben Gott. Das färbt natürlich ab: SEVEN METAL SINS reihen sich nahtlos in diese Schule ein – werft noch eine kräftige Prise Rage und Brainstorm in den Kessel, dann habt ihr den Sound.
Dabei zeigt genau diese Truppe, dass die französische Szene gar nicht erst ehrfürchtig über die Grenze schielen müsste. Die SMS-Mannschaft hat ihre Sporen schließlich längst verdient: Basser Stéphane Lacoude und Drummer Patrick Soria lärmten früher bei Manigance, Letzterer verdrosch zudem auf vier Alben für die genialen Killers die Felle. Seit 2024 firmiert das Gespann zusammen mit Gitarrist Antton Iriart, Sänger Claw-G. und Klampfer Frédéric Auclerc als SEVEN METAL SINS. Mit „Legacy Of Chaos“ liegt nun der erste Longplayer auf dem Tisch.
Was gibt’s auf die Löffel? Ein Pfund zwischen klassischem Heavy Metal und Power Metal, angeführt von Claw-G., der seine Röhre rau, markant und dennoch durchsetzungsstark melodiös ins Mikro brüllt. Die Band liefert schneidende Riffs, ordentlich Schmalz in den Waden und immer wieder richtig geile Soli – gut zu hören im harten, aber fies eingängigen „Sun Eater“. Bei „Feel The Steel“ riecht nicht nur der Titel nach Klischee-Staub, während „Wolves Of The Last Dawn“ mit einem echten Ohrwurm-Refrain um die Ecke biegt. Mit dem knapp sechseinhalbminütigen „King Of Sorrow“ schalten sie in den Semiballaden-Gang, und „Rise Of The Phoenix“ zündet als vollendete Mainstream-Rille inklusive knackigem Helloween-Gedenkeinstieg.
Fazit: Power Metal im modernen Gewand, aber mit tiefen Wurzeln in der Ursuppe. Das Debüt der Südwestfranzosen erfindet das Rad zwar nicht neu, knallt aber gewaltig, macht verdammt Bock und ist ehrliche, saftige Metal-Kost. Der beste Beweis, dass unsere Nachbarn ordentlich metallisieren können – auch wenn der Scheibe französische Vocals verdammt gut zu Gesicht stünden. Aber das ist ein anderes Thema. Echt-Metaller füttern den Player mit SEVEN METAL SINS!
LEGACY OF CHAOS
| Band: | Seven Metal Sins |
| Genre: | Power Metal |
| Tracks: | 11 |
| Länge: | 47:15 |
| Medium: | CD |
| Label: | Rockshots Records |
| Vertrieb: | Non Stop Music |








