REVIEW: Wallensteins Garage (SEK)

BY Meisenkaiser


Die Jahre von 1618 bis1648 kümmern die Band – Reenactment-Gedudel ist das dennoch nicht, was das Berliner Trio SEK nach zwei DIY-Kassetten hier auf die Vinyl-Premiere verewigt. Unter dem Banner ihres „ HOR“ („Historian Oriented Rock“) tönt kein mittelalterlicher Dudelsack-Rock. SEK schicken vielmehr Krautrocker, Fuzzys, Stoner, Doomer und Heavy Psychos auf einen wilden Betriebsausflug in der Zeitmaschine durch den Dreißigjährigen Krieg. Die Story des Albums ist wirr und klingt laut Band ungefähr so:: Der böhmische Feldherr Albrecht von Wallenstein sitzt ganz allein in seiner Garage, schraubt an seinem präparierten Schlachtross „Amore Mio“ herum und verarbeitet im Kopf nochmal die blutige Schlacht bei Lützen von 1632. Fakt ist: Dieses Werk ist kein Historiendrama, sondern surreale Fiktion auf Acid. Das eröffnende Titelstück klingt wie ein mehr als zehnminütiges Intro, macht neugierig. Das folgende „Die Schlacht bei Lützen“ könnte auch Oliver-Onions-artige Titelmusik für einen „Bud Spencer & Terence Hill“-Film sein. Witzig. Und so geht es weiter, immer anders, stets überraschend. Alles in allem ist die instrumentale SEK-Musik irgendwie angenehm hypnotisch, macht vor progressiveren Einflüssen und eher „merkwürdigem“ Jam-Sound, vor Synthie und Mandoline nicht Halt. „Wallenstein’s Garage“ ist abgefahren und anheimelnd, laut und leise, lustig und sehr ernsthaft, kreativ und irre. Aber eins ist dieses SEK nicht: normal.



WALLENSTEINS GARAGE

Band: SEK
Genre: Psychedelic Rock
Tracks: 5
Länge: 40:41
Medium: CD
Label: Exile On Mainstream.
Vertrieb: