REVIEW: Far and Wide
Auf stolze sechzehn Studioalben kommen THE PINEAPPLE THIEF mit ihrem neuen Output "Far and Wide". Dass bei solch einer umfangreichen Diskografie keine Langeweile und redundante Strukturen aufkommen, wäre schon ein großes Kunststück und seltsamerweise sind gerade Prog-Bands dafür anfällig. Auch THE PINEAPPLE THIEF waren Anfang der Zehner Jahre auf dem Weg in die Hochniveau-Langeweile, doch dann brachte der Einstieg von Wunder-Schlagzeuger Gavin Harrison (PORCUPINE TREE, KING CRIMSON) im Jahr 2017 eine entscheidende Wendung. Wie auf den Vorgängern drückt er "Far and Wide" seinen unverkennbaren Stempel auf. Gleichzeitig scheint Bandleader Bruce Soord zu immer griffigerem Songwriting inspiriert. Keiner der neun Song gleitet teflon-artig am Hörer ab. Ganz im Gegenteil finden sich kernige Rocker wie "New World Order" oder "God Knows", die deutliche Einflüsse von Alternative Rock zeigen, neben atmosphärischen Großartigkeiten wie "This Empty Space". Höhepunkt der Scheibe ist das fantastische "Scattering Like Flies", das sämtliche Stärken der Ananas-Diebe im Jahr 2026 bündelt - definitiv einer der Songs des Jahres. Damit ist man derzeit unter anderem STEVEN WILSON und PORCUPINE TREE, die immer wieder als Vergleiche herangezogen werden, einige Nasenlängen voraus. Für Proggies ist "Far and Wide" natürlich ein absoluter No-Brainer und gehört in jede Sammlung. Aber auch Fans von songorientierter Rockmusik können mit diesem brillanten Album sehr glücklich werden. In dieser Form können wir von THE PINEAPPLE THIEF noch einiges erwarten.
FAR AND WIDE








