REVIEW: Achlys (Anasarca)

TIPP

BY Meisenkaiser


„Death is not the end, for love goes on“, heißt es im trauermarschartigen Chopin-Intro. Und dann macht es Rumms. Schon beim Opener „My Reality“ ostfriesieren dir ANASARCA die Haare neu – oder besser gesagt: Sie hauen dir mit schnellem Death Metal voll in die Fresse, der fast ein bisschen thrashig daherkommt. Da fällt sofort auf: Die Band, die einst aus Vomiting Corpses hervorging, drückt ordentlich aufs Gaspedal.

Das krachende Werk erscheint über das polnische Label Selfmadegod Records; Aufnahmen und Mix fanden im Wretched Noise Studio in Oldenburg statt. Abonniert haben die Niedersachsen damit abermals ein konzeptionelles Vorgehen, denn über allem thronet das schwere Thema Trauer. Mehrere Todesfälle von Freunden, Familienmitgliedern und Haustieren innerhalb der Band in den letzten Jahren verdeutlichen, wie traumatisch der Verlust eines geliebten Geschöpfs sein kann – echter, wahrhaftiger Horror. Für den guten Ton sorgte beim Mastering Dennis Israel, der unter anderem für seine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Top-Produzenten Jens Bogren bekannt ist. „Achlys“ ist mittlerweile das fünfte Full-Length-Album der Band. Gore, Blut und Gedärme waren dabei noch nie das Metier von ANASARCA – schließlich ist das reale Leben ohnehin schlimm genug.

Das Titelstück entpuppt sich als echter Hit: Trotz des rasanten Tempos bleibt erstaunlich viel Raum für prägnante Melodien und fetten Groove. Und wie geil ist eigentlich "In Memoriam"? Wie das gesamte Album, Songs, Soudn, alles! Und dieses klare Grunzen!  Man fragt sich unwillkürlich mal wieder: Warum hört man diese Band eigentlich nicht viel öfter? Warum sind die verdammt noch mal nicht viel größer?

Wenn sie dich durch die elf Songs geprügelt haben, sitzen nicht nur die Haare reichlich durcheinander, sondern du solltest auch vorsorglich mal deine Zähne nachzählen. Aber du weißt ja: Es ist Liebe. Zu echtem Death Metal wie diesem. Und eben zu ANASARCA. Ein Lichtblick in der traurigen Welt!




ACHLYS

Band: Anasarca
Genre: Death Metal
Tracks: 11
Länge: 40:21
Medium: CD
Label: Selfmadegod
Vertrieb: