REVIEW: The Allfather Awakens (AMON AMARTH)

BY Dennis Otto


Als die schwedischen Melodic-Deather um die drei noch verbliebenen Gründungsmitglieder Olavi Mikkonen (Gitarre), Ted Lundström (Bass) und Johan Hegg (Gesang) anno 1998 ihr starkes Debütalbum „Once Sent From The Golden Hall“ veröffentlichten, dachten sie sicher nicht daran, dass sie knapp 30 Jahre später (zusammen mit ihren Landsleuten ARCH ENEMY, die eine ähnliche Karriere durchlaufen haben) auf dem Rock Am Ring-Festival (2027) spielen werden. Und genau hier zeigt sich, dass die Band zwar aus ihrer Sicht alles richtig gemacht, jedoch im Laufe der Jahrzehnte alle Ecken, scharfen Kanten und Unebenheiten abgerundet und begradigt hat.

So verwundert es kaum, dass auch das neue Album „The Allfather Awakens“ den bisherigen Kurs des Quintetts unbeirrt weiterführt und vermutlich – wie auch die letzten drei Langspieler – auf Platz Eins der Deutschen Albumcharts landen wird. Klar, mit eingängigen Midtempo-Hymnen wie dem Opener „Gjallarhorn“, dem Ohrwurm „Eight Legs Of Thunder“, der kompakten Mitsingnummer „We Rule The Waves“, dem akustisch-balladesken „Upphaf“, dem kurzen Stampfer „Die With A War Cry“, dem saustarken Titelsong oder dem fast schon progressiven Abschluss „Ascending Like An Eagle“ hat man todsicheres, in bestem Sinne unkompliziertes und höchst allgemeinverträgliches Material am Start, das den Mainstream-Metaller vor keine großen akustischen Herausforderungen stellt.

Bevor das alles am Ende zu negativ klingt: AMON AMARTH wissen einerseits nach wie vor perfekt, wie man nicht allzu ausufernde Death Metal-Härte mit einschmeichelnden, teilweise fast schon bombastischen Melodien kombiniert und daraus objektiv perfekt „funktionierende“ Songs schreibt, andererseits sind genau diese Bands, die weitestgehend vorhersehbar und streng „nach Rezept“ arbeiten, möglicherweise diejenigen, die irgendwann am Ehesten den Exzessen mit KI zum Opfer fallen könnten. Bis dahin bleibt „The Allfather Awakens“ einfach ein wirklich gutes Album, das außer der beschriebenen sterilen Gefälligkeit nicht viel Raum für Kritik lässt.




THE ALLFATHER AWAKENS

Band: AMON AMARTH
Genre: Death Metal
Tracks: 10
Länge: 46:05
Medium: CD
Label: Metal Blade Records
Vertrieb: OPEN