REVIEW: Rats In The Cradle (Night Laser)

BY Fabian Zeitlinger


Nein, einfach machen es sich NIGHT LASER wirklich nicht. Einerseits polarisiert die Hamburger Combo um die Hankers Brüder mit einer Over The Top-Optik, welche eher an eine Poser Parodie à la John Diva, denn an eine ernsthafte Band denken lässt und andererseits setzt man sich stilistisch genüsslich zwischen alle Stühle. Das war auch schon beim letzten Werk „Call Me What You Want“ mein Thema. Aber auch jetzt muss ich wieder bei aller Verwirrung feststellen, dass sich erneut einige echt coole Songs auf „Rats In The Cradle“ befinden. So glänzt der knackige Hard Rocker „Make You Mine“ mit einem Zuckerrefrain oder das überlange „Heart Of A Desert Rose“ mit bluesiger Entspanntheit und klasse Steigerung am Ende. Gerade auch die ruhigeren Töne wie in „Into The West“ oder „You And Me“ lassen aufhorchen und hätte ich der Band in dieser Form gar nicht zugetraut. Auf der anderen Seite kratzt man bei „Get Out“ am Speed Metal und das durchaus gekonnt. Dazwischen gibt es viel schrägen Humor und einen Parforce-Ritt quer durch den metallenen Gemüsegarten. NIGHT LASER haben mit ihrem „Poser-Speed-Power-Metal-Hard-Rock“ definitiv eine eigene Nische geschaffen. Auch wenn nicht jede Idee zu 100% zündet, ist das aller Ehren wert und in seiner Gesamtheit ist „Rats In The Cradle“ ein nicht nur mutiges, sondern auch sehr gutes Album geworden, auf dem es viel zu entdecken gibt.



RATS IN THE CRADLE

Band: Night Laser
Genre: Heavy Metal
Tracks: 11
Länge: 54:11
Medium: CD
Label: SPV
Vertrieb: Steamhammer