REVIEW: Aestesia (ARCANE ALLIES)
BY Meisenkaiser
Stellt euch vor, ihr guckt den ollen Schinken Die Klapperschlange, steht dabei aber an einem ratternden Flipperautomaten und lasst euch die Synapsen durchrösten. Ungefähr so klingt der Opener von „Aestesia“, „Electronique“. Das kölsch-berlinerische Trio ARCANE ALLIES mischt Psychedelic Rock, Krautrock, Ambient, Doom, Jazz und freie Improvisation zu einem Bastard, als hätten sich die drei MusikerInnen vor den Aufnahmen tief in Trance gebracht. Als Paten geben Sie CAN, Neu! und Kraftwerk an, flankiert von Minimal-Music-Größen wie Terry Riley und Steve Reich an. In der Praxis bedeutet das: verquere, analoge Synths, ein unerbittlicher treibender Drumhieb und eiscoole Gitarren – was zusammen verdammt viel hypnotisches Potenzial entfaltet. Doch wer hier puren Wohlklang erwartet, wird enttäuscht – das Zeug hat Kanten, bricht unvermittelt ein und liefert Passagen, die herrlich verstören. Trotzdem atmet „Aestesia“ durchgehend den warmen, analogen Vibe einer längst vergangenen Kino-Ära. Das fängt den Nostalgiker ein, ohne auch nur eine Sekunde angestaubt zu wirken. Metal im klassischen Sinne findet man hier natürlich mit der Lupe nicht. Aber wer bereit ist, die zementierten Kutten-Schauklappen abzunehmen, wird mit einem abgedrehten, extrem spannenden Trip belohnt. Mal schwer hypnotisch, mal flimmernd schwebend – blinki-blinki. Und wer gerne flippert, wird’s sowieso lieben. Und isst dazu ein Mandelbrot-Sandwich!
AESTESIA
| Band: | ARCANE ALLIES |
| Genre: | Progressive |
| Tracks: | 5 |
| Länge: | 33:49 |
| Medium: | CD |
| Label: | Crazysane Records |
| Vertrieb: |






