REVIEW: Visions In Death (Desolate Pathway)

BY Meisenkaiser


DESOLATE PATHWAY kommen aus der englischen Grafschaft Kent, dem Garten Englands. Durchaus fruchtbar ist auch der Epic-Doom, der die Hörerschaft mitnehmen will auf eine Reise voller Schmerz, Leiden – aber auch mit Euphorie. Als Musik zum Trip nutzen die Briten riffbetonten Doom mit klarem Gesang und melodisch-atmosphärischen Passagen. Der Opener „Creeper“ zeigt, dass epischer Doom eben auch funktioniert, wenn der Sänger nicht – wie bei Candlemass und anderen Granden – in die Rolle des Predigers schlüpft. Das tut Sänger (und Gitarrist) Vinny Konrad zwar unter anderem beim folgenden „Horrors of the Night“, das aber dann sogar mit angedeathen Grunzen endet. Welcher Gesangstil nun der bevorzugte ist, sei dahingestellt, wer aber die Riffs des Ex-Pagan-Altar-Mitglieds nicht schätzt, ist taub – und wen die Melodien nicht berühren, der ist schon tot. Es geht um Dämonen und dunkle, bösartige Wesen, Vampire, Dracula – aber Songs wie „Dark Prince“ vermitteln in der Dunkelheit eben auch viel Hoffnung. Fünf Jahre soll die Entstehung des Albums gedauert haben – Sound und Struktur beweisen, dass sie sich gelohnt haben. „Visions In Death“ ist ein natürliches, bodenständiges Epic-Doom-Album, das – mit dem im Genre gern genutzten Pathos – nicht übertreibt. Wobei „Bests of Doom“ fast ein bisschen schlager-hittig daherkommt. Insgesamt hat „Visions In Death“ vielen Bands etwas voraus, könnte manchem Die-Hard-Epiker aber zu banal erscheinen. Ist es auf keinen Fall! Dazu klingt das Werk bei aller Traurigkeit einfach zu ergreifend – hört als Beweis einfach das vielschichtige „Dawn of Extinction“. Oder das Bathory-inspiriert-chorige „Angels Without Words“. Wunderschön – wie Kent.


VISIONS IN DEATH

Band: Desolate Pathway
Genre: Doom Metal
Tracks: 9
Länge: 39:39
Medium: CD
Label: Meuse Music Records
Vertrieb: www.m9music.eu