KONZERT: Celle Rock City mit Dust Bolt, Damnation Defaced, Discreation, Nexus:Down (Dust Bolt)

BY Meisenkaiser





Konzert vom 03.10.2026

Celle, die wunderschöne Residenzstadt in Niedersachsen, lädt mal wieder zum Festival: CELLE ROCK CITY ist wieder da. Und 300 Fans kamen zu Dust Bolt, Damnation Defaced, Discreation und Nexus:Down. Mit dabei war auch der Metal-König von Celle, Mutz, der schwarzäugige Bandit von Drone.

Am Tag der Deutschen Einheit war die Fachwerkstadt sehr belebt, das Wetter war gut, und zwischen all den Touristen, die zum Beispiel dem „Silent Dancing“ frönten, mischten sich auch schon ein paar Metalheads unter das Volk. Allerdings wussten die, dass es am Feiertag noch wesentlich lauter werden würde.

Pünktlich um 19 Uhr betreten die Celler Lokalmatadoren NEXUS:DOWN die üppige Bühne. Und gleich mit den ersten Klängen machen sie klar: Hier kracht es heute wirklich. Und: Der Sound ist von Beginn an supergut, klar und fett. Das sollte sich auch am ganzen Abend nicht mehr ändern; daran können sich Locations, die wesentlich mehr Metal-Konzerte beherbergen und in größeren Städten beheimatet sind, gern ein Beispiel nehmen. Die sympathischen Celler jedenfalls haben sichtlich Spaß, daran änderte auch das misslungene Ende des Openers „Rust“ nichts. Und so präsentiert die gegenüber ihren YouTube-Videos wesentlich verbesserte Band ihre irgendwie tanzbare Crowbar-Variante (und das ist nicht despektierlich gemeint) mit viel Spaß in den Backen – und kriegt tüchtig positives Feedback von den Anwesenden zurück und belohnt die Fans mit einem Rausschmeißer-Cover von Type O.!

Dann DISCREATION. Auch wenn das langhaarige Peter-Pendant zu Bandchef Sebastian auf der rechten Seite fehlt: Die Hessen überzeugen von Beginn an mit „Iron Times“ und einer enormen Bühnenpräsenz als Gesamtkonstrukt, auch wenn Frontfrau Skadi natürlich Blickfang und Mittelpunkt der Show ist, verstärkt durch ein Podest und viel Rauch. Und so lässt sich auch die ungeübte Hörerschaft in den Bann ziehen vom angeschwärzten Death Metal der Hanauer Raubaukinnen. Der Höhepunkt ist vielleicht das „Blood Ritual“, aber es bleibt volle Kanne bis zum Rausschmeißer „Bleeding Terror“. Ein Triumphzug, den auch viel Kundschaft am Merch belohnt. Die Band sollte man im Auge behalten.

Die aus Celle stammenden, aber in einige Richtungen verstreuten Sci-Fi-Deather DAMNATION DEFACED haben es mit ihrer kompromisslosen Mischung aus schnellem Death Metal und Science-Fiction-Samples nicht ganz leicht. Es ist wie so oft bei der Kapelle, die schon im Hamburger Planetarium für Aufsehen sorgte: Sie sind nicht ganz so eingängig für jedermann. Nur gut, dass genügend Die-Hard-Fans anwesend sind, die DD abfeiern. Die stört es natürlich nicht, dass Fronter Philipp nur halb so eindrucksvoll aussieht wie die Sängerin der Band zuvor. 13 Lieder lang lässt sich die Gemeinde von Captain Bischoff und seiner Crew in die unendlichen Weiten des Weltraums entführen, bevor sie mit „Invader from Beyond“, dem Titelstück ihres dritten Albums, zurück auf die Erde entlassen werden.

DUST BOLT, die Headliner aus München, haben weniger mit der Galaxis zu tun als mit Skateboard und Thrash Metal. Den servieren sie hochgradig professionell und gut gelaunt, dem einen oder der anderen fast zu gut – die Ansagen ein wenig klischeehaft. Das macht aber nix, denn gute Laune versprühen die Bayern allemal, auch durch einen Ausflug von Fronter Lenny ins Publikum, was einen mächtigen Moshpit zur Folge hat. Und so reiten die Seppel ihre „Toxic Attack“ und beweisen, dass sie die Losung des „Agent Thrash“ sehr gut verstanden haben. Damit geht eine Reise aus den schwarzen Höhlen des Todes über weit entfernte Milchstraßen auf dem Beton eines Skaterparks froh gelaunt zu Ende – mit ganz vielen verschwitzten, aber sehr zufriedenen Gesichtern.

Bei aller Freude gibt es dennoch einen Kritikpunkt: Dass es nix zu essen gab, ist zu verschmerzen, aber die Schlangen an den Getränkeständen waren definitiv und mal wieder viel zu lang. Denn merke: Durst ist schlimmer als Heimweh. Und um letzteres zu stillen, bleibt zu hoffen, dass es auch 2027 wieder ein CRC geben wird. Da wollen sich die Macher um Philip zusammensetzen und beratschlagen.