Review:

Blood Craving Mantras

(Temple Of Dread)

Keine Ahnung, ob es am vielen schwarzen Tee, an den Klüntjes oder der wenigen Milch, die sie ins gefärbte Wasser tropfen lassen, liegt. Aber immer, wenn Death-Metal-Bands aus der Gegend auftauchen, sind sie gut – und leider meistens chronisch unterbewertet, ANASARCA und WEAK ASIDE seien als Leuchtturm-Beispiele genannt. Wollen wir hoffen, dass es TEMPLE OF DREAD anders geht, aber vielleicht tut da der angefahrene Wohnort des Bandgründers Bünnemeyer (Spiekeroog) sein Übriges. Der erste Song ist ein gutes Beispiel: Denn nach dem Intro föhnt Dir „Suffocate The Fire“ dermaßen die Frise nach hinten, dass Du denkst, an der Nordseeküste steht kein Deich mehr. Der Tempel lässt alte Heroen rein (DEATH, BENEDICTION, PESTILENCE, MORGOTH) und tut Songs mit noch mehr Pepp heraus – zumindest die Pest´ler und „Wir sind MORGOTH und wer seid Ihr“ kriegen das nicht mehr mit so viel Verve auf die Panzerkette. Und so geht es weiter, auch „Sentenced To Life“ gibt tüchtig Gas, es rast wild und mit einer gewissen Portion Wahnsinn, den die Band auch in den Texten thematisiert. Denn Texter und Psychologe Albers widmet sich bedrohlichem Leid und menschlichen Abgründen inklusive tiefschwarzen Humors. Dass der nicht ganz unbekannte Kollege Jörg Uken an den Kesseln fuhrwerkt, sei nicht unerwähnt. Zumal er „Blood Craving Mantras” in seinem Studio versoundete – womit wir wieder in Ostfriesland wären. Das hört man, und das rummst exorbitant dolle. Das Debütalbum erinnert an die richtig gute, alte Zeit, als „Pull The Plug“ noch vom Original auf die Bühnen kam. Und jetzt gehen wir wieder alle in unser „Cottage In The Backyard“! Ein anachronistisches Album mit mega-viel Druck und hohem Tempo!

 

Blood Craving Mantras


Cover - Blood Craving Mantras Band:

Temple Of Dread


Genre: Death Metal
Tracks: 8
Länge: 32:53 (CD)
Label: Testimony Records
Vertrieb: Soulfood