Review:

IV

(Spidergawd)

TIPP

Wahnsinn – zum vierten Mal in Folge steht pünktlich zum Jahresanfang ein neues SPIDERGAWD-Album in den Läden. Dabei ist das norwegische Quartett zwischen den Alben immer ausgiebig auf Tour gewesen und musste jüngst auch noch einen Besetzungswechsel verkraften: Nach dem dritten Album hat Bassist Bent Sæther die Segel gestrichen, weil er mit seiner Hauptband MOTORPSYCHO langfristig doch zu viel zu tun hatte. Drummer Kenneth Kapstad wiederum stieg zwischenzeitlich bei MOTORSPYCHO aus, so dass sich SPIDERGAWD jetzt auch besetzungstechnisch vom Status eines MOTORPSYCHO-Nebenprojekts befreit haben. Ihr Sound hatte eh schon immer nur am Rande mit der ehemaligen Hauptband zweier ihrer Gründungsmitglieder zu tun, kam immer schon rotziger, roher, straighter und direkter daher.

Das hat sich auch mit „IV“ nicht geändert. Wie eh und je halten SPIDERGAWD mit ihrer schier grenzenlosen Energie nicht groß hinter dem Berg, sondern kommen schnell und ohne viele Schnörkel zur Sache. Dabei werden auch wieder jede Menge Ohrwürmer ausgeschüttet, vor allem in den melodischeren Stücken wie dem hymnischen Opener „Is This Love…?“, „dem leicht 80s-Rock beeinflussten „LouCille“ oder „What Have You Become“, das, weniger rau gespielt, auch von den FOO FIGHTERS sein könnte. Dass SPIDERGAWD auch lange Songs spannungsvoll aufbauen können, zeigen sie erneut im über acht Minuten langen „What Must Come To Pass“, das mit einem Blues Harp-Intro beginnt und sich über ein sägendes, schwer groovendes Riff bis hin zu einem spacigen Instrumental-Jam entwickelt.

Das alles ist mehr oder weniger bereits bekannt, und trotzdem klingt auch „IV“ zumindest in Nuancen wieder etwas anders als sein Vorgänger. Eine Vorliebe für klassischen Hard Rock im Stile THIN LIZZYs hat sich schon auf den vorigen Alben gezeigt, hier macht sich jetzt dagegen immer wieder ein gewisser NWOBHM-Einschlag bemerkbar. Offensichtlich haben SPIDERGAWD im vergangenen Jahr viel britischen Metal gehört, denn immer wieder tauchen Riffs und Melodiebögen auf, die etwa an alte JUDAS PRIEST oder IRON MAIDEN erinnern. Das passt wunderbar zum Gesamtsound und lässt in Verbindung mit dem SPIDERGAWD-typischen Garagen-Blues-Rock-Sound wieder etwas ganz Neues entstehen.

Es ist kaum zu glauben, aber mit „IV“ halten SPIDERGAWD nicht nur erneut ihren Jahresrhythmus ein, sondern setzten auch wieder noch einen auf das Vorgängeralbum drauf. Wo soll das noch hinführen?! Ach ja, SPIDERGAWD sind auch eine fantastische Live-Band und sind im März wieder in Deutschland und der Schweiz unterwegs. Nicht verpassen!

IV


Cover - IV Band:

Spidergawd


Genre: Rock
Tracks: 8
Länge: 40:59 (LP)
Label: Crispin Glover
Vertrieb: Soulfood
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