Review:

Wings Of Rage

(Rage)

TIPP

Nachdem DESTRUCTION und SODOM bereits Ende letzten Jahres mit neuem Material ihre Fans erfreuten, kommt nun RAGE, ein weiteres deutsches Urgestein in Sachen Metal, mit einer neuen Scheibe namens “Wings Of Rage“ um die Ecke.
Es ist ihr mittlerweile 24. Werk und knüpft mehr oder weniger an die beiden Vorgänger “The Devil Strikes Again“ und “Seasons of the Black“ die im jährlichen Abstand erschienen. Dieses Mal haben sich Peavy (Gesang und Bass) und seine beiden Mitstreiter 2 ½ Jahre Zeit gelassen und meiner Meinung nach, hat das dem Album gut getan. Ebenso wie die Auftritte im letzten Jahr, auf denen man das Album “XIII“ zelebrierte.
Seit Victor Smolski (Gitarre) nicht mehr dabei ist, geht der Trend mit Marcos Rodriguez (Gitarre) und Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos (Schlagzeug) wieder deutlich in Richtung “Black In Mind“, dem Masterpiece von RAGE aus dem Jahr 1995. Die Songs haben insgesamt wieder mehr Wucht ohne einseitig zu wirken.
Der Hörer findet sich mit “True“ sofort im düsteren Twilight von RAGE angekommen. “Let Them Rest In Peace“ führt über den Friedhof voller Kanonenfutter hin zu “Tomorrow“, einer Nummer, die mit RAGE-typischen Melodien im Speedgewand wieder Licht ins Dunkel bringt.
Mit dem Power-Metal-Titeltrack zollt man u.a. der Fridays For Future – Bewegung Respekt. Über eine kurze Instrumentalnummer geraten wir mit “A Nameless Grave“ in ruhigeres Gewässer. Hoppla...da ertönen doch wieder klassische Instrumente, LMO lässt grüßen. An dieser Stelle sei das Gitarrenspiel von Mr. Rodriguez erwähnt, das bestens mit den Streichinstrumenten harmoniert. Bei “Dont Let Me Down“ wird das Tempo erneut angezogen, die klassischen Elemente aber bleiben und leiten über das Ende hinaus in das eigentliche Highlight der Scheibe: “Shine A Light“. So eine epische Nummer hätte ich den Jungs echt nicht zugetraut. Tolles Stück von fast sieben Minuten, das sich trotz seiner getragenen Stimmung wunderbar in das restliche Material einfügt. Wenn die CD nun zu Ende wäre, würde sich wahrscheinlich keiner beschweren. Wir hatten bisher einen düsteren Einstieg mit Power, jede Menge melodischen Speed und werden mit dem klassischen Block aus dem Album entlassen, aber einen ham se noch....oder zwei..oder 3!
“HTTS 2.0“ ist ein altes Stück aus dem 96er “End Of All Days“, das neu eingespielt wurde. “Higher Than The Sky“ war der ursprüngliche Titel und bildet nun die Thrashgranate auf der Platte. “Blame It On The Truth“ haut so etwa in die gleich Oldschoolkerbe, bevor uns das Double Bass dominierte “For Those Who Wish To Die“ über finstere Wege in die eisige Nacht schickt.

Insgesamt liegt hier ein brachiales Stück Metal vor uns, das in dieser Vielfältigkeit und musikalischen Klasse nicht zu erwarten war. Das Songwriting ist ausgefeilt und facettenreich, die Gitarre von Marcos fungiert als Contrapart zum guten doomigen Sound vorzüglich und die Melodiebögen haben einen hohen Wiedererkennungswert.
Es hört sich so an, als ob hier eine Band zusammen gewachsen ist, die halt eben 5 Jahre und drei Alben gebraucht hat. Ob man das Ergebnis nun unbedingt mit “Black In Mind“ vergleichen muss, weiß ich nicht, aber gemessen am bisherigen Schaffen der aktuellen RAGE-Formation ist es für mich definitiv das Stärkste.

 

 

 

Bildergebnis für rage 2020 wings of rage tour

 

 

Wings Of Rage


Cover - Wings Of Rage Band:

Rage


Genre: Metal
Tracks: 12
Länge: 54:42 (CD)
Label: Steamhammer
Vertrieb: SPV