Review:

Talk is Cheap

(Keith Richards)

TIPP

THE BEATLES oder THE ROLLING STONES? Diese Entscheidung galt es für meine Generation meist irgendwann beim Einstieg in die Welt der Musik zu treffen. Meine Entscheidung fiel zunächst zugunsten der BEATLES, die heute noch so etwas wie der heilige Gral für mich sind. Mit den Stones habe ich mich erst viel später beschäftigt und sie mittlerweile erst lieb gewonnen.Zu jener Zeit als jedoch KEITH RICHARDS sein erstes Soloalbum “Talk Is Cheap“ veröffentlichte (1988), hatte ich mich zwischen KISS und AC/DC zu entscheiden, was soviel heißt, dass sich alles, was nicht Metal oder mindestens Hardrock war, außerhalb meines Radars befand. Nun, 31 Jahre später, wird dieses feine Stück Musik neu aufgelegt. Was uns dort vom Gitarristen der Stones vorgesetzt wird, ist wirklich exzellent und hätte ich so nicht erwartet.

Das Teil startet zunächst mit der funkigsten Nummer “Big Enough“, wird aber direkt gefolgt vom rockigsten Song “Take It So Hard“, eigentlich der einzige Track, der so etwa nach ROLLING STONES kling. Fett, riffig, schnodderig KEITHig! Der Rest des Albums bewegt sich eher zwischen Blues, Rock ´n´ Roll, Rhythm ´n´ Blues und Soul. Jeder einzelne Song ist eine echte Perle für sich und zeigt, welch ein großartiger, gefühlvoller, facettenreicher Musiker Herr Richards ist. Die Stücke sind mit viel Liebe zum Detail von Keith und seinem Partner  Steve Jordan (Drums) in Szene gesetzt. Da werden an der einen Stelle noch Geigen und Chorgesänge verwendet, plötzlich kommt ein Klavier, eine Klarinette, ein Akkordeon oder natürlich das Instrument der 80er – das Saxophon um die Ecke, nicht zu vergessen der Bläsersatz in “Make No Mistake“ von THE MEMPHIS HORNS – fantastisch!Überaus harmonisch funktioniert darüber hinaus, das Zusammenspiel mit Waddy Wachtel, dem 2. Gitarristen im Bunde. Da der gute Keith gerne singt und dies auch bei den STONES schon das ein oder andere Mal getan hat, stammen sämtliche Leadvokals von ihm, mal schnoddrig, mal clean, mal rauchig, chillig - bestimmt nicht perfekt, aber immer passend.

Die Produktion ist genauso, wie der Rest, bestens auf das Werk abgestimmt. Die Instrumente kommen sehr klar rüber und gerade die Blasinstrumente bilden z.T. einen Teppich unter dem Sound, der Schlagzeug und Gitarren weichzeichnet. Es bleibt für alle genug Raum, keiner geht trotz vieler Instrumente verloren. Verfeinert wird das Ganze noch mit etlichen Gastmusikern, wie z.B. Sarah Dash, Bootsy Collins, Maceo Parker, Patti Sciafia und Mick Taylor.

Insgesamt klingt das Album so herzerfrischend, enorm positiv und vielschichtig, dass man einfach nicht aufhören kann, es immer wieder zu hören, sofern man es nicht schon die letzten 30 Jahre ständig gehört hat.

Uns liegt das Werk in Form eines Digipacks vor, das noch eine Bonus-CD enthält. Hierauf befinden sich 6 weitere Titel, die wohl aus eine Jamsession im Studio stammen, ebenfalls mit Gastmusikern wie z.B. dem Pianisten Johnnie Johnson.

 

Talk is Cheap


Cover - Talk is Cheap Band:

Keith Richards


Genre: Rock
Tracks: 11+6
Länge: 79:1 (2-CD)
Label: BMG
Vertrieb: Warner