Review:

Sängerkrieg

(In Extremo)

Sie sind fester Bestandteil der Szene und beinahe ein Markenname für eine ganze Musikrichtung geworden. Nach einigen albumfreien Jahren klingt „Sängerkrieg“ kein bisschen müde: Trotz recht banalem Chorus, eine Mischung aus Abzählreim und Kinderlied, überrascht der rockige Grundtenor des Openers „Sieben Köche“. Die Querverweise sind deutlich und doch mehrdeutig, der Titelsong überrascht dann aber mit Textzeilen wie „...bald da gibt’s am Arsch die ersten Falten, ein In Extremo der wird niemals knien“ (aus „Sängerkrieg“) - mit dieser selbstbewussten Selbstironie dürfen sie meinetwegen selbst im Rollstuhl noch auf die Bühne. Ihr Sound aber spricht Bände, dass sie davon noch weit entfernt sind: Es dominiert ehrlicher Rock, bei dem die Dudelsäcke und sonstiges Mittelalterinstrumentarium bestenfalls gleichberechtigt mit den Gitarren sind – die Ausnahmen sind die „reinen“ Mittelsongs wie „Zauberspruch“ oder das ruhig-schnarchige „Requiem“. Die Hymne des Albums ist neben der ausgekoppelten Maxi „Frei Zu Sein“ und den ersten beiden Tracks recht klar „In Diesem Licht“ geworden – hier stimmt die Balance aus lässigem Bass und Gitarren in den Strophen und einer extrem eingängigen Dudelsackpassage mit packendem Rhythmus im Chorus einfach perfekt. Mir persönlich sind die klassischen Balladen aller Mittelalterbands zu kalkuliert, da machen IN EXTREMO keine Ausnahme und das EDITORS-Cover „An End Has A Star“ steht qualitativ bei weitem nicht auf einer Stufe mit ihren restlichen Songs. Die unorthodox eingesetzten Riffs in „Mein Liebster Feind“ oder etwas seltsam anmutenden Percussionphasen am Anfang von „Sängerkrieg“ sind aber nur zwei von vielen angenehmen Details die es zu entdecken gibt. IN EXTREMO sind eine verlässliche Größe geblieben!

Sängerkrieg


Cover - Sängerkrieg Band:

In Extremo


Genre: Folk
Tracks: 14
Länge: 55:34 (CD)
Label: MCA Record
Vertrieb: Universal