Review:

Woodland Rites

(GREEN LUNG)

TIPP
Den Titelsong inklusive Intro kann man kaum besser machen, ich wüsste zumindest nicht wie. Hymnisch, hart, wuchtig mit erhobener Brust donnert "Woodland Rites" durch Raum und Zeit und fesselt den Hörer an GREEN LUNG´s Debüt. GREEN LUNG, das sind 5 Musiker aus Englands Hauptstadt, und "Woodlands Rites" heißt ihr (nach einer EP) erster Longplayer. Dieses Debüt zu rezensieren, ohne den Namen BLACK SABBATH oder OZZY OSBOURNE zu verwenden, wäre einen Versuch wert, wird mir aber, wie soeben geschehen, nicht gelingen. Das Quintett bewegt sich auf der Fährte, welche die vier Birminghamer einst gelegt haben, und auch Sänger Tom Templar könnte Schüler des Prince of Darkness sein. Die Gesangslinien indes besitzen eigenen Charakter, und auch der überwiegende Teil der Songs offenbart nach zunehmender Hörzeit ureigene Zutaten. Der Sound ist differenziert und druckvoll. Einzig die Vokals scheinen etwas aus der Ferne anzuschweben, was aber wohl bewusst so sein soll. Die Präsenz der Orgel gibt den Songs eine Prise Classic Rock und holt GREEN LUNG hin und wieder aus der doomigen (Sch)Moll-Ecke. Des weiteren bereichert sie und schafft eine geheimnisvolle, zuweilen sakral-düstere Atmosphäre, wie z.B. bei "Templar Dawn". Das zu Beginn bluesig, dann zunehmend sich episch aufrichtende "May Queen" ist mit seinen 6:40 Minuten Spielzeit purer Genuss und sollte unbedingt mal auf den "Speiseplan" von Genre-Gourmets kommen. Nicht zuletzt muss Gitarrist Scott Black genannt werden, der zwischen sanftem sinnieren und zorniger Kraft pendelt, ein ums andere Mal mit seinen Soli brilliert ("Into The Wild") und das Ding sowohl kantig als auch letztendlich rund macht. GREEN LUNG ist mit "Woodlands Rites" ein Heavy Rock, Doom Highlight gelungen, das höchsten Ansprüchen gerecht wird.
 
 

Woodland Rites


Cover - Woodland Rites Band:

GREEN LUNG


Genre: Doom Metal
Tracks: 8
Länge: 43:30 (LP)
Label: Kozmik Artifactz
Vertrieb: Kozmik Artifactz