Review:

Kings Of Carnage

(Debauchery)

Die erzkonservativen, pseudomoralistischen und scheinheiligen Bildungsvertreter in Baden-Württemberg haben sich seinerzeit nicht durchgesetzt: DEBAUCHERY gibt es immer noch, und das ist auch gut so. Musikalisch kann man sich über die Ein-Mann-Armee ebenfalls noch herrlich aufregen, denn die bewährte Erfolgsformel „Death Metal trifft auf AC/DC“ wird auf „Kings Of Carnage“ eindringlicher, eingängiger und primitiver ausgelebt als auf den früheren Alben. Daher darf man auch dieses Werk von Nackte-Frauen-mit-der-Motorsäge-in-Scheiben-Schneider Thomas abgrundtief scheiße und viel zu simpel und langweilig finden, doch setzen sich gerade aufgrund dieser effektiven Formel viele Stücke sofort im Ohr fest, auch wenn – so viel Fazit nehme ich mal vorweg – das Niveau von „Rage Of The Bloodbeast“, „Torture Pit“ oder „Continue To Kill“, wie schon auf dem witzig betitelten Vorgänger „Germany´s Next Death Metal“, hier ebenfalls nicht erreicht wird. Mit dem formidablen, facettenreichen Opener „Demonslayer“, dem Stampfer „Let There Be Blood“, dem atmosphärischen (!) Titelsong, der flotten Hymne „Man In Blood“, dem mit Blastbeats verfeinerten Massaker „Blood God Kills“ und dem Vollgas-Abschluss „Debauchery Motherfuckin Family“ befinden sich einige starke Nummern auf „Kings Of Carnage“, lediglich gegen Ende haben sich neben dem schwächeren „Killerbeast“ mit „Victory Awaits“, „Murder Squad“ und „The Last Crusade“ ein paar Hänger eingeschlichen, die mit dem Rest des Materials nicht ganz mithalten können. Eine sehr hörenswerte bis gute Angelegenheit ist das Album allemal; ein paar frische Ideen könnten aber trotzdem nicht schaden.

Wie schon seinerzeit „Back In Blood“, wird auch „Kings Of Carnage“ mit einer Bonus-CD ausgeliefert (die mir allerdings nicht vorliegt), auf der diverse Coverversionen enthalten sind, unter Anderem „Fast As A Shark“ von ACCEPT, „Animal“ von W.A.S.P. und „Böse“ von FANTA VIER, was das Gesamtpaket noch weiter aufwertet.

Kings Of Carnage


Cover - Kings Of Carnage Band:

Debauchery


Genre: Death Metal
Tracks: 11
Länge: 46:18 (CD)
Label: Massacre Records
Vertrieb: Soulfood