Review:

Germany's Next Death Metal

(Debauchery)

In einem dermaßen bigotten und scheinheiligen Bundesland, in dem sich Leute in Vitrinen verpackte Marienstatuen in die Außenmauern (!) ihrer Häuser montieren, muss man sich über nix mehr wundern. Von daher verwundert es auch nicht, dass ein Mann wie DEBAUCHERY-Chef Thomas Gurrath angesichts seiner furchtbaren Sex-und-Gewalt-Orgien keine baden-württembergischen Kinder mehr unterrichten darf – Sprich: Berufsverbot. Und nein, kein Scherz! Andererseits hat uns seine aufrechte Entscheidung, Väterchen Staat den Mittelfinger zu zeigen und mit der Musik weiterzumachen, erneut ein sehr starkes DEBAUCHERY-Album beschert, bei dessen grandiosem Titel man sich erstmal kugelt vor Lachen. Musikalisch wird nach dem recht experimentellen „Rockers & War“ wieder einen Gang zurückgeschaltet und wieder das aufgefahren, was diese Band seit Langem auszeichnet und in bester „AC/DC-meets-Death Metal“-Manier drauflosgeschädelt. Zwar kommen dabei wieder die ewigen Erinnerungen an SIX FEET UNDER hoch, aber als Nachfolger zu Klassewerken wie „Back In Blood“ oder „Continue To Kill“ ist „Germany´s Next Death Metal“ ein Volltreffer, der mit Songs wie dem Opener „The Unbroken“, „Warmachines At War“ (is´ klar!) oder dem Titelsong durchweg gute bis sehr gute Brecher enthält. Den „Tipp“ vergebe ich dieses Mal aber deswegen nicht, da das Album einerseits „nur“ an die Vorgänger anknüpft, ihnen aber nichts Neues hinzufügen kann und andererseits in der zweiten Hälfte in Sachen Songwriting ganz leicht abfällt. Trotzdem sind und bleiben DEBAUCHERY eine der größten Konstanten der heimischen Todesmetallszene, was durch das konsequente menschliche Vorgehen ihres Chefs zusätzlich befeuert wird. Richtig cool!

Germany's Next Death Metal


Cover - Germany's Next Death Metal Band:

Debauchery


Genre: Death Metal
Tracks: 11
Länge: 46:31 (CD)
Label: AFM Records
Vertrieb: Soulfood