Review:

Wild Cat

(Danko Jones)

TIPP

Mit „Fire Music“ haben DANKO JONES vor zwei Jahren endlich mal wieder ein richtig starkes Album veröffentlicht. Es zeigte, dass es sich bei der Band nicht nur noch um einen hervorragenden Live-Act handelt, sondern sie ihre Energie nach wie vor auch auf Platte festhalten kann. Das neue Album „Wild Cat“ knüpft vor allem in der ersten Hälfte direkt an „Fire Music“ an. Besonders der treibende Opener „I Gotta Rock“, die Vorab-Single „My Little RnR“ mit ihrem groovenden Kuhglocken-Beat und das hymnische „Going Out Tonight“ könnten auch auf dem Vorgänger-Album sein. Auch die dort erstmals eingesetzten „Oh-oh-oh“-Passagen gibt es hier immer wieder zu hören. Lediglich das für DANKO JONES-Verhältnisse relativ ruhige „You Are My Woman“ hebt sich mit seinem deutlichen THIN LIZZY-Einfluss ab.

Mit „Let's Start Dancing“ wird die zweite Albumhälfte dann aber mit einem echten Hammer eingeläutet. Gitarre und Drums galoppieren in MOTÖRHEAD-Manier wild nach vorne, der kurze Chorus kommt dann aber unerwartet melodisch daher und setzt sich direkt im Gehörgang fest. Der folgende Titel-Song setzt noch einen drauf: Ein bluesiges Stakkato-Riff in Höchstgeschwindigkeit prescht unerbittlich voran, und der Refrain wartet völlig überraschend mit unerwarteten Harmonien auf, die man bei DANKO JONES so noch nicht gehört hat. Genial! Auch „She Likes It“ macht großen Spaß und groovt schwer im Mid-Tempo mit abgedämpften Achteln und Blues-Rock-Lick, wohingegen der Schluss-Track „Revolution (But Then We Make Love)“ eher unspektakulär beginnt, sich dann aber über einen ruhigen Mitteilteil bis zu einem dicken Finale steigert.

Was auf musikalischer Seite auffällt, ist, dass Danko sich immer wieder an kurzen Solo-Einlagen versucht, was stellenweise etwas bemüht wirkt. Mein Tipp: einfach weglassen! Ansonsten erweist sich Rich Knox an den Drums einmal mehr als echte Bereicherung – großartig, mit welcher Energie, aber auch Präzision und Tightness er in die Felle prügelt. Die Produktion ist einwandfrei, gleichzeitig druckvoll und transparent, wobei ich die Rohheit der frühen Alben doch immer wieder vermisse. Aber eigentlich gibt es an den fetten Gitarren, den wuchtigen Drums und dem herrlich dreckigen Bass nichts auszusetzen.

DANKO JONES haben es getan – und schon wieder ein hervorragendes Album aufgenommen. Mehr noch: „Wild Cat“ stellt seinen Vorgänger teilweise sogar in den Schatten. Zwar gibt es ein, zwei Durchhänger, dafür aber einiges Material auf dem Niveau von „Fire Music“ und außerdem auch einige Songs, die dieses noch übertreffen. Einen Pluspunkt gibt es außerdem für das tolle Cover-Artwork – ich will jetzt schon ein Shirt mit der Katze drauf! 

 

 

 

Wild Cat


Cover - Wild Cat Band:

Danko Jones


Genre: Rock
Tracks: 11
Länge: 38:29 (CD)
Label: AFM
Vertrieb: Soulfood
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