Review:

Knights Call

(Axel Rudi Pell)

TIPP
Wäre das durchaus spannungsaufbauende Intro mit Flöte oder gar mittelalterlicher Schalmei gespielt, statt mit Keybord, so wäre der Einstieg in die neue AXEL RUDI PELL wertiger und atmosphärischer geworden. Aber das ist auch schon der einzige Kritikpunkt, den ich an "Knights Call" anbringen will. Klar ist, dass der Wattenscheider Saitenkünstler auch auf Album Nr. 18 sich und seinem Stil treu bleibt.
 
Die 10 Nummern bestechen durch Dynamik und ein wie schon lange nicht mehr gehörtes, inspiriertes Spiel. Mir scheint, auch die Mitmusiker, insbesondere Sänger Johnny Gioeli, werden von der neugewonnenen Güte des Songwritings angespornt und legen noch eine Schippe Enthusiasmus und Emotion obendrauf.
 
"The Wild And The Young" eröffnet hart und schnell; hier sorgt der exzellente, packende Solopart des Namensgebers für Aufsehen und freudige Erwartung auf das Kommende. Das wuchtige "Long Live Rock" vereint auf wunderbare Weise klassischen Hard Rock mit teutonisch-geprägtem Groove à la ACCEPT. Die darauffolgende Nummer "The Crusaders Of Doom" füllt die acht Minuten, wie schon der Titel verheißt, mit Pathos sowie doomigem Hard Rock, und bei "Beyond The Light" hat Herr Pell gar sein eigenes kleines "Catch The Rainbow" geschaffen.
 
Pell-Alben sind immer ein wenig wie McDonald's-Filialen: es mundet überall gleich, egal wo man isst bzw. welches man hört. Nur heuer sind die Tomaten frischer, um im Bild zu bleiben, die Pommes sind vom Bio-Bauernhof und das Fleisch vom Land-Metzger. Mich hat schon lange kein A.R.P.-Album so gepackt wie "Knights Call" - das Teil ist kein 08/15 Fast Food, sondern durchaus auch für Hard Rock-Gourmets geeignet.

Knights Call


Cover - Knights Call Band:

Axel Rudi Pell


Genre: Hard Rock
Tracks: 10
Länge: 58:18 (CD)
Label: Steamhammer
Vertrieb: SPV