Konzert:

Toxik, Thorium - 11er Club, Frankfurt am Main

Konzert vom 26.11.2019

Wann hat man schon mal die Gelegenheit zwei der absolut besten Speed / Thrash Gitarristen an zwei aufeinanderfolgenden Abenden bei der Arbeit zu bewundern? Nicht sehr oft. Den Anfang machte Josh Christian mit seiner Truppe TOXIK, die in den ausklingenden 80ern und frühen 90ern mit ihren beiden Alben „World Circus“ und „Think This“ zusammen mit WATCHTOWER und REALM die Speerspitze dessen bildeten was man „Techno Thrash“ nannte. Musik fürs Hirn und für den Nacken.

Beginnen sollten heute Abend die Belgier mit holländischem Frontman: THORIUM. THORIUM bestehen zu einem guten Teil aus EX-OSTROGOTH Leuten und konnten so schon einiges an Erfahrung vorweisen. Die ca. 40 Anwesenden wurden mit kraftvollem, mitunter hymnischem und melodischem Metal schnell auf Betriebstemperatur gebracht. Dass THORIUM nicht davor zurückschrecken auch speedige und thrashige Elemente in ihrem Sound zu verarbeiten, hebt sie von vielen anderen traditionell ausgerichteten Combos ab. Was zudem auffiel war die immense Spielfreude, welche sich schnell aufs Publikum übertrug. Stillgestanden hat da kaum jemand und spätesten bei dem formidabel gesungenen SAVATAGE Cover „Hall Of The Mountain King“ hatten THORIUM auch den letzten Zuschauer auf ihrer Seite. Meine persönlichen Highlights sollten am Schluss kommen als THORIUM mit dem kraftvollen „Ostrogoth“ ihrer Vergangenheit Tribut zollten und mit der Oberhymne „Godspeed“ noch einmal ihre Fähigkeiten als veritable Songwriter unter Beweis stellten. Starker Auftritt und man darf auf das 2020 erscheinende zweite Album mehr als gespannt sein.

TOXIK -so viel sei verraten- wussten dann aber noch einen drauf zu setzen. Was die Herren abzogen war nicht mehr von dieser Welt. Ab den ersten Klängen von „Heart Attack“ bis zum abschließenden „Victims“ zündeten TOXIK eine Granate nach der anderen. Am Ende des Abends sollten lediglich zwei „World Circus“ Stücke fehlen. Alles andere war dabei: Das abgedrehte „Think This“, die speedigen Brecher „Greed“ und „Door To Hell“, aber auch melodisches à la „There Stood The Fence“ oder mein Favorit „Spontaneous“. Blickfang war der sympathische neue Sänger Ron Iglesias, der die illustre Riege seiner Vorgänger scheinbar mühelos zu ersetzen vermochte. Aggressives Stageacting, messerscharfe Screams und zu guter Letzt ein beherzter Sprung ins Publikum. Auch wenn Gitarrist Josh Christian darauf hinwies, dass Ron bei Erscheinen von „Think This“ gerade mal ein Jahr alt gewesen sei, so hat dieser seine Lektionen in Sachen Oldschool Thrash absolut gelernt und wirkt zu keiner Sekunde gekünstelt, sondern immer zu 100% authentisch. Technisch überzeugten TOXIK ebenfalls. Sei es die unglaublich tighte Rythmussektion um Bassist Shane Boulous, welcher sein Instrument mitunter zu kraulen schien, und Drummer Jim DeMaria, welcher sich auch von den kompliziertesten Breaks nicht aus der Ruhe bringen ließ. Oder die beiden Seitenhexer Eric van Druten, welcher kaum Zeit hatte sich auf die Tour vorzubereiten und Mastermind Josh Christian, der die wahnwitzigsten Soli mit einer Leichtigkeit abfeuerte, dass einem ganz schwindlig wurde.

Selbst vor einer eher spärlichen Kulisse gaben TOXIK alles und zementierten ihren Ruf einer der besten und außergewöhnlichsten Thrash Bands überhaupt zu sein.

Dass beide Bands sich absolut fannah gaben und sich sofort nach der Show zu den Zuschauern gesellten und sich angeregt unterhielten und für Autogramme und Fotos bereitstanden rundete einen perfekten Metalabend dann überaus gelungen ab.



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