Konzert:

Steel Panther, Fozzy - Oberhausen, Turbinenhalle

Konzert vom 04.02.2018

STEEL PANTHER haben sich mit ihrer „Lower The Bar“-Tour angekündigt und bei der Show in Oberhausen waren wir für euch dabei.

 

Um die Menge ordentlich aufzuheizen, hatten STEEL PANZER die US-amerikanische Band FOZZY dabei. Musikalisch hier zu Lande noch recht unbekannt, sollte aber zumindest Sänger Chris Jericho den einen oder anderen ein Begriff sein. Zumindest denen, die sich auch etwas für Wrestling interessieren. Neben Wrestling und Musik macht der Gute auch noch Filme, Radio und Shows. Langeweile scheint der er jedenfalls nicht zu haben. Aber kann man so viele Dinge machen und überall gut sein? Zumindest was das Wrestling und die Musik angeht, scheint er ein Überflieger zu sein, denn die Erfolge sprechen für sich. Nun begleitet seine Band FOZZY STEEL PANTHER auf Tour und beweisen allen, dass früh zum Konzert kommen sich echt lohnen kann.

Anders als die meisten Supportbands durften FOZZY mehr als nur 30 Minuten spielen. Gute 40 Minuten war die Spieldauer und man kann sagen, das Publikum kam auf ihre Kosten. Als Genre wird bei FOZZY Heavy-Metal angegeben, so erinnert die Musik aber teilweise eher an Rockmusik aus den 80’s. Allessamt nahezu Hymnen, wo man den Refrain nach dem ersten Mal mitsingen kann. Dass Chris Jericho Entertainer durch und durch ist, merkt man sofort. Er weiß, wie man die Leute zum Mitmachen animieren kann und wie man eine Rock-Show gestalten muss, damit sie allen im Gedächtnis bleibt. Neben das Mikro häufig in die Menge halten, gehört natürlich auch das Outfit dazu. Eine sehr knapp geschnittene, mit Nieten besetze Lederhose(oder Spandex, was aussieht wie Leder) mit dazu passender Weste und zu Beginn passender Lederjacke, war da nicht Hingucker genug. Irgendwann im Laufe der Show kam er mit einer LED besetzen Lederjacke wieder heraus und wird damit wohl allen in Erinnerung bleiben. Viel Spaß hatten nicht nur sie Musiker auf der Bühne, sondern auch die Leute im Publikum. Viel zu kurz die Show der Jungs, aber sie waren halt leider nur Vorgruppe. Bleibt zu hoffen, dass wir FOZZY hier bald noch einmal begrüßen dürfen.


Um 21 Uhr sollte es dann mit STEEL PANTHER weiter gehen. Bereits im Vorfeld, wenn man sich umgesehen hatte, konnte man Männer in bunten Leggings und Perücken sehen, die Frauen in teils sehr knappen Kleidchen. Wer noch nie bei einer STEEL PANTHER Show war, wird wohl etwas verwundert sein, was für eine extrem vulgäre Sprache dort verwendet wird, teils auf Deutsch und auf Englisch. STEEL PANTHER spielen keine Konzerte sondern sie machen Entertainment vom Feinsten, wo auch Musik zwischendurch gespielt wird. Dieses Gesamtpaket aus vulgärer, frauenverachtender Sprache, viel Entertainment und Musik muss man mögen und man muss sich im Klaren sein, dass bei allem was die Jungs auf der Bühne machen, sehr viel Ironie und Spaß drin steckt. Wenn man sich darüber im Klaren ist, dann hat man wohl sehr viel Spaß bei einer Steel Panther Show, wenn nicht, denkt man sich, wo man hier denn gelandet ist. Die Show in Oberhausen war schon sehr speziell, wenn man noch nie bei einer STEEL PANTHER Show war. Bei allen, die schon mehrere Konzerte besucht haben, könnte man meinen dieses seit Jahren durchdachte gleiche Konzert würde den Fans langweilig werden. Aber die Fans lieben es und so sind sie auch zahlreich nach Oberhausen gekommen. Besonderes Highlight war wohl das, aufgrund eines großen Plakates, auf die Bühne geholte Mädchen. In STEEL PANTHER Stil wurde natürlich relativ schnell gefragt, wie alt sie ist und ob sie Backstage auf ein paar Drinks kommen möchte. Als sie dann antwortete, dass sie erst 15 Jahre als wäre, war das Lachen im Saal laut. Das zu dem Zeitpunkt gesungene Lied wurde kurzerhand umgetextet, so dass es auf diese Situation gepasst hat. Das Mädchen hatte wohl die Zeit ihres Lebens auf der Bühne und wird diesen Moment nie wieder vergessen. Bei „17 Girl In The Row“ wurden natürlich auch 17 Mädels auf die Bühne geholt, die mit der Band dieses Lied abgefeiert haben.

Grundsätzlich kann man sagen, dass wer zu einer STEEL PANTHER Show geht, es nicht unbedingt nur wegen der Musik macht. Viel mehr wegen des Gesamtkonzeptes, was zu funktionieren scheint. Ob nun die Anzahl mancher vulgärer Ausdrücke etwas übertrieben ist, darüber lässt sich sicherlich streiten. Fakt ist allerdings, dass die Fans grade wegen dieser einzigartigen Show kommen. Und wer jetzt denken mag, dass der Großteil der Fans, aufgrund der angewandten Sprache, männlich ist, der irrt: das Publikum in Oberhausen war sowohl vom Alter als auch von den Geschlechtern buntgemischt.

Gespielt würden 14 Songs in nicht ganz zwei Stunden. Damit übertrifft STEEL PANTHER, was das Reden zwischen den Songs angeht, selbst Tobias Sammet von AVANTASIA / EDGUY. Bisschen mehr Musik als Gerede gab es allerdings schon. Wer zu STEEL PANTHER geht, ist sich dem aber auch bewusst. Gespielt wurden die meisten Songs aus „Feel The Steel“ und „Lower The Bar“.

Abschließend kann man sagen, die Show war schon lustig und musikalisch kann man da auch von einer Band auf hohem Niveau sprechen, was das Gitarrensolo in Mitte der Show bewiesen hat, aber STEEL PANTHER ist keine Band für Jedermann und man muss diese Art von Unterhaltung mögen. Die Lieder der Setlist an sich haben Spaß gemacht und das Publikum hat jeden Song abgefeiert, aber die teils sehr langen Pausen zwischen den Songs waren schon ein bisschen Stimmungskiller.

 

Zum Schluss kann man sagen, dass STEEL PANTHER mit FOZZY den Jackpot mit als Supportband hatte. Die haben ordentlich eingeheizt und Spaß gemacht. Ist immer schön zu sehen, wenn die Fans den Support auch so viel Energie zurückgeben, wie die Band auf der Bühne gibt.

Preis – Leistung? Schwierig. Kommt sicherlich drauf an, was für Erwartungen man an ein Konzert hat. Möchte man zwei Stunden Musik der Lieblingsband hören, dann wird man wohl sagen: „Viel zu teuer, eine enttäuschende Show!“ Will man Spaß haben, das gesamte Konzept erleben und genießen und die Musik ist nur zweitrangig, dann wird man sagen: „Wow, klasse Show, jeden Cent wert!“

 

Eyes of a Panther

Goin' in the Backdoor

Asian Hooker

Tomorrow Night

Wasted Too Much Time

Poontang Boomerang

Guitar Solo

That's When You Came In

Weenie Ride

17 Girls in a Row

Gloryhole

Death to All but Metal

Community Property

Party All Day (Fuck All Night)

 

Alle Fotos gibt es hier: https://www.flickr.com/photos/119065387@N03/albums/72157669386909549




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