Konzert:

Robin Beck - Frankfurt, Batschkapp 29.07.2018

Konzert vom 31.07.2018
Mit ihrem Album "Trouble or Nothing" und der darin enthaltenen Hit-Single "First Time" (Coca Cola-Werbesong) wurde ROBIN BECK über Nacht zum Weltstar. Auch wenn dieser Ruhm nicht allzu lange hielt, war das Album damals weit mehr als eben dieser Hit. Es war ein AOR Masterpiece mit hervorragenden Songs, zum größten Teil vom Starproduzent Desmond Child geschrieben (u.a. auch für AEROSMITH und BON JOVI tätig) und wunderbar intoniert von ROBIN BECK. Heuer ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen, der kurzen Stippvisite der Amerikanerin, als Vorband von NIK KERSHAW, in der Frankfurter Batschkapp beizuwohnen. Überrascht waren wir, als wir das angenehm klimatisierte Auditorium betraten, dass dieses komplett bestuhlt war. Gerne nahmen wir die Sitzmöglichkeit in Anspuch und stellten wohlwollend fest, dass der Blick auf die hohe Bühne nahezu von jedem Platz aus ungetrübt möglich war. Die Batschkapp war mit ca. 500 Besuchern gut gefüllt, aber bei weitem nicht ausverkauft. Pünktlich um 20 Uhr betrat die bestens gelaunte, hübsche und kleiner als erwartete Sängerin samt spielfreudiger Begleit-Band die Bühne. ROBIN BECKs Mitmusiker waren die Hard Rock Band HOUSE OF LORDS inklusive Bandleader und Ehemann James Christian am Bass.
 
Die Setlist beinhaltete ausschließlich Songs aus "Trouble or Nothing" sowie dem aktuellen Werk "Love is Coming". Die Mischung bestand aus sechs rockigen Nummern (u.a. "If You Were a Woman") und den zwei Balladen "Tears In The Rain" und dem gefeierten "First Time". Die 64jährige, aber jünger und vital wirkende Sängerin überzeugte mit Stimme und führte die Band selbstbewusst, mit dem Publikum flirtend und charmant durch den Gig. Als Schluss-Song wurde mit der Desmond Child/Paul Stanley-Nummer "Hide your Heart", die manch einer auch von KISS kennt, noch einmal schmissig abgerockt und die letzten Zweifler überzeugt. Die Zuschauer benötigten ihre Zeit, bis sie die launige und sympathische Künstlerin, samt ihres Meanstream-Rocks ins Herz schlossen. ROBIN BECK und Band waren dann auch bei dieser letzten Nummer sichtlich erfreut und vielleicht auch ein wenig überrascht, dass die 40 Minuten Spielzeit ausreichten, um das zu Beginn doch eher verhaltene Publikum komplett zu begeistern. Dieses bedankte sich dann auch am Showende mit stehenden Ovationen und leidenschafftlichem Applaus.
 
Unser Fokus lag klar auf ROBIN BECK, gleichwohl verdient der Hauptact, der sehr unterhaltsame und überraschend rockige NIK KERSAHW, auch einige Sätze zu seinem gelungenen, kurzweiligen Gig. Er schaffte es, die 80er Jahre Vibes mit ihrem charakteristischen Keybord-Sound und die rockigen, nahezu schon prog-rockigen Songs stimmig miteinander zu kombinieren. Sein Sound war wie schon bei ROBIN BECK tadellos. Und auch die begleitenden Musiker, allen voran der Gitarrist sowie der überragende Schlagzeuger, verdienen hier, erwähnt zu werden.
Mit David Bowies "Ashes to Ashes", der puren AOR-Nummer "The One and Only" (Titelsong aus dem heiteren Doc Hollywood-Film), seinem Hit "The Riddle" und der wunderbaren melancholischen 80er Jahre Hymne "Wouldn't it be Good" schaffte er es, die Zuhörerschaft zu binden und hervorragend zu unterhalten. Wir wussten zu Beginn nicht, ob wir dem Hauptact bis zum Ende beiwohnen werden, blieben aber bis zum letzten Song und bereuen keine Minute davon. Chapeau, NIK KERSHAW!
 
Zuguterletzt nochmal ein großes Dankeschön an die Batschkapp, die uns doch sehr kurzfristig auf die Gästeliste gesetzt hat und auch durch nettes, entspanntes Hallenpersonal punkten konnte.
Text: Marco Berghammer Fotos: Michael Berghammer