Konzert:

Ossian - Budapest, Babra Negra Track

Konzert vom 04.12.2018

Am 15. September war es für mich mal wieder soweit. Flugs den Flieger bestiegen und ab Richtung Budapest. OSSIAN hatten zu ihrem mehrfachen Jubiläum geladen. Erstens feierte Gitarrist Richárd Rubcsics seine 20-jährige Bandzugehörigkeit, dann wurde das Debüt Album „Acélszív“ vor genau 30 Jahren auf die Menschheit losgelassen und zu guter Letzt feierte Sänger und Bandgründer Endre Paksi seinen 60ten Geburtstag. Grund zum ausgiebigen Feiern gab es also genug. Bereits im Vorfeld wurde Paksi mit einem Tributalbum geehrt, welches im Geheimen aufgenommen wurde und ihm als Überraschung vor dem Konzert überreicht wurde. Neben dem Who is Who der ungarischen Szene geben sich dort auch CRYSTAL VIPER die Ehre. Am Tag selbst glänzte Budapest mit Kaiserwetter und spätsommerlichen Temperaturen. Einem gelungenen Open-Air Abend sollte also nichts im Wege stehen. Ca. 4.200 Fans sahen das ähnlich und so füllte sich der Babra Negra Track im Herzen Budapests zusehends.

Den Konzertabend eröffnen sollte eine andere Legende des ungarischen Metals: József Kalapács spielte eine seiner raren Akustikshows. Aber auch ohne verzerrte Gitarrenwand schaffte er es die Menge zum Mitrocken zu bewegen. Seine folklastigen Versionen alter OMEN oder KALAPÁCS Klassiker brachten das weite Rund sofort auf Betriebstemperatur. Als er dann anfing in der zweiten Hälfte einen POKOLGÉP Klassiker nach dem anderen aus der Hüfte zu schießen, hatte er sowieso gewonnen. Egal ob „Mindhalálig Rock And Roll“, die Megaballade „Itt És Most“ oder der unverwüstliche Stampfer „A Jel“: die Leute fraßen ihm aus der Hand. Allein, warum er kurz MODERN TALKING ansingen musste erschloss sich mir auf Grund der Sprachbarriere nicht wirklich…zumindest sorgte es für viel Gelächter.

Als OSSIAN auf die Bühne kamen fanden sie ein bestens aufgelegtes Publikum vor, welches von Sekunde Eins an wie ein Mann hinter der Band stand und offensichtlich gewillt war die Band durch den Abend zu singen. Jede Textzeile wurde inbrünstig mitintoniert. OSSIAN starteten standesgemäß mit „A Rock Katonái“ in ihren recht oldschooligen Set. Und als an dritter Stelle bereits die Speednummer „Hé te!“ ertönte war klar, dass hier nicht viel schief gehen kann.OSSIAN wurden sprichwörtlich auf Händen getragen und Frontmann Endre hatte ein Dauergrinsen im Gesicht. Man bewegte sich sicher auf der mit opulenten LED Wänden ausgestatteten Bühne, zündete sowohl musikalisch als auch pyrotechnisch einen Knaller nach dem anderen und machten von Anbeginn an klar, dass sie zu den ganz Großen gehören. Im Hintergrund wurden über die LED Wände immer wieder verschiedene Coverartworks oder auch alte Fotos eingeblendet, die den Jubiläumsanspruch der Show perfekt unterstützten. Egal ob eher neuere Titel wie die Hymne „Soha Nem Lehet“ oder alte Klassiker wie „Éjféli Lány“: jeder Ton wurde abgefeiert und das Publikum bereitete ihrem Helden einen würdigen 60ten Geburtstag. OSSIAN selbst ließen sich nicht lumpen und gaben ihrerseits eine Menge Energie und Spielfreude an das Publikum zurück. Nach 20 Songs beendeten OSSIAN mit einer Kracherversion von „Rocker Vagyok“ den regulären Set. Um kurze Zeit später für weitere drei Songs auf der Bühne zu erscheinen und den Abriss komplett zu machen. Mit dem melodischen „Mire Megvirrad“ wurden die begeisterten 4000 Fans in den lauen Abend entlassen und OSSIAN zogen sich sichtlich begeistert von der Bühne zurück.

Alles in allem eine sehr würdige Jubiläums-Show, welche von vielen Kameras für die Nachwelt festgehalten wurde. Sogar eine Drohne kam über dem Gelände zum Einsatz. So dass einem baldigen DVD Release nichts im Wege stehen dürfte. Hat Spaß gemacht. Gerne wieder!

 

 



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