REVIEW: From Hell (Blood White)
BY Meisenkaiser
Off-Topic: „Rot wie Blut, weiß wie Schnee, das ist unser EHC.“ Aufgeschnappt im wunderbar zugigen Eishockeystadion zu Crimmitschau. Höchstwahrscheinlich haben BLOOD WHITE das nie gehört, aber in Sachen Corporate Identity haben sie sich ordentlich was ausgedacht – zumindest visuell. Das erklärt immerhin den etwas sperrigen Bandnamen... Nun denn: In rot-weißer Kluft und mit Masken, die subtil an Hämatom erinnern, marschiert die Truppe auf ihrem Debütalbum auf und brennt ein Gemisch aus Modern Metal, Rock und Hardcore ab. Soundtechnisch ist „From Hell“ in der Tat breitbeinig aufgestellt. Am ehesten brennen sich naturgemäß die Earcatcher ins Hirn – allen voran das verdammt eingängige „I Smell Blood“. Auf der Kehrseite nervt die etwas gequälte Anbiederung an die Core-Fraktion bei „Guns & Fear“. Da zündet das stählerne „Fear“ schon deutlich besser, das überraschend schlüssig mit Melodic-Death-Elementen hantiert. Und dann sind da noch das melancholisch-düstere „Before I Die“ sowie das stark nach Rammstein riechende „Memories“, dem allerdings der wuchtige Stempel des Originals fehlt. Insbesondere der finale Track „From Hell“ hinterlässt mit seinem epischen Refrain einen echten Nachhall. Unterm Strich bleibt ein okayes Debüt, das (New) Melodic-Death-Momente mit (Groove) Metal, Rock und Hardcore verweben will. Inhaltlich servieren die Jungs diabolische Abhandlungen über Gott und die Welt, Prediger, Monster und Dämonen – bis hin zu den Grauen von Krieg, Verwüstung und dem Zerfall der eigenen Seele.
Sänger Dr. Zero dazu im Presseinfo: „Die meisten unserer Songs beschäftigen sich mit den Abgründen der menschlichen Psyche, der Empfänglichkeit für das absolut Böse und dem krassen Widerspruch zu Liebe und Mitgefühl. Dieser Zwiespalt schwingt auch im Namen ‚Blood White‘ mit. Symbolisch steht das Rot für Blut, aber eben auch für Liebe – und das Weiß für Unschuld sowie die Unendlichkeit dieses gleißenden Lichts, von dem Nahtoderfahrene berichten.“
Womit wir fast wieder beim Off-Topic gelandet wären. Für Modern-Metal-Maniacs ist „From Hell“ jedenfalls ein cooler Einstieg – selbst wenn hier und da noch ein wenig das Reißbrett durchschimmert.
PS: Das Album ist bereits 2025 im Eigenverlag als „Limited Edition“ erschienen, Metalville verbreitet die Veröffentlichung jetzt größer.
PPS: Produziert hat den fetten Sound übrigens der Wilhelmshavener Peter Koobs, der 80er-Metal-Nerds vielleicht vom Fact-Nachfolger Douglaz A.M. bekannt ist. Wenn schon nicht von Rosenstolz und Maffay.
FROM HELL
| Band: | Blood White |
| Genre: | New Metal |
| Tracks: | 12 |
| Länge: | 47:23 |
| Medium: | CD |
| Label: | Metalville |
| Vertrieb: | Edel |






